Die Prophezeiung der Seraphim

Erschienen: Januar 2012

Bibliographische Angaben

  • Heyne, 2012, Originalausgabe

Couch-Wertung:

8

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Carsten Kuhr
Unsterbliche Wesen zur Zeit der Französischen Revolution

Buch-Rezension von Carsten Kuhr Nov 2012

Im Frankreich des Jahres 1789 spitzt sich die Situation immer weiter zu. Während die Bauern, Arbeiter und Diener angesichts einer Missernte und der dadurch verursachten Verteuerung von Mehl hungern, feiern die Adeligen rauschende Feste: Revolution liegt in der Luft. Zu groß ist die die Kluft und damit die Ungerechtigkeit zwischen Arm und Reich geworden. Während erste Barrikaden aufgerichtet werden, es zu Handgreiflichkeiten und Ausschreitungen kommt, blüht mitten in Paris das zarte Pflänzchen einer Liebe.

Frédéric, ein Schusterjunge mit dem Herz auf dem rechten Fleck macht seit einiger Zeit der knapp 15-jährigen Julie den Hof. Die Tochter eines Uhrmachers umgibt ein Geheimnis, von dem sie selbst zunächst nichts ahnt. Die Legardes sind nur ihre Pflegeeltern, ihre wahren Eltern gehören zu den Unsterblichen, zu den Seraphim.

Zunächst reagiert sie mit Unglauben und Ablehnung auf die Eröffnungen, doch als ihre Pflegeeltern von Cherubim grausam hingeschlachtet werden und die Comtesse d´Ardevon Jagd auf sie macht, muss sie die Realität dessen, was ihr Nicolas, der ungeliebte Sohn der Comtesse eröffnet, anerkennen. Cal, ihr Vater, ist der Anführer der Seraphim. Sie wollen die Weltherrschaft an sich reißen und das Tor zum Hades weit aufstoßen. Die Einzigen, die seine Pläne noch durchkreuzen können, sind seine Abkömmlinge, die Zwillinge Julie und Ruben.

Es gelingt Julie mit Hilfe von Nicolas und der Unterstützung Frédérics ihren ihr unbekannten Bruder Ruben aus den Klauen der Comtesse zu befreien. Zusammen machen sie sich, versteckt unter einer Gruppe fahrender Gaukler, auf nach St. Malo um die Pläne ihres Vaters zu durchkreuzen und um ihre Mutter zu befreien.

Doch schon auf der Reise kommt es immer wieder zu Rivalitäten. Während Julie emotional zwischen Frédéric und Nicolas hin- und hergerissen ist, muss sie sich zunehmend Sorgen um ihren erst gefundenen Zwillingsbruder machen wird dieser den dunklen Einflüsterungen ihre Vaters erliegen und sich auf dessen Seite schlagen?

Als ich den Titel das erste Mal las, dachte ich bei mir nun, ein weiterer, der vielen, oftmals austauschbaren Romane um gefallene Engel und ihren Widerpart in der Hölle. Schon die ersten Seiten des Buches belehrten mich eines Besseren.

Nicht nur, dass die Autorin ihre Seraphim nicht als Gottes Engel beschreibt, sondern als erste Rasse des Schöpfers, die sich schon vor Jahrtausenden von Menschen haben anbeten und verehren lassen, auch die Zeichnung der Ära, in der die Geschichte spielt, ist als sehr gelungen zu bezeichnen.

Mit leichter Hand fängt die Autorin dabei die Zeit kurz vor der Französischen Revolution ein, beleuchtet schlaglichtartig die jeweilige Situation der Herrschenden und der Hungernden, wobei sie eben die Tatsachen insoweit abwandelt, als dass sie die Missstände direkt dem Eingreifen der Seraphim zuordnet.

Geschickt hat sie hier mit der eher behüteten Julie die dies dank ihre Pflegevaters in entsprechenden Verhältnissen aufgewachsen ist und den aus ärmlichen Verhältnissen stammenden Schusterjungen Frédéric und dem Bauernsohn Ruben drei Gestalten zur Hand, durch deren Augen der Leser einen intimen und in sich glaubwürdigen Einblick in das Leben der jeweiligen Gesellschaftsschicht bekommt. Mit dem adeligen Nicolas und dessen Seraphim-Mutter, die sich in höchsten Kreisen bewegt, bekommen wir dann noch das ausschweifende Leben des Adels präsentiert.

Natürlich darf in Zeiten, in denen BISS-Titel regelmäßig die Bestsellerlisten stürmen, ein romantisches Ende nicht fehlen.

Dabei fällt aber wohltuend auf, dass die Autorin die Gefühls-Wirrungen und Irrungen nicht unbedingt in den Mittelpunkt stellt, sondern glaubwürdig in die Handlung integriert. Gerade die Entwicklung, die unsere Protagonistin im Verlauf der Geschehnisse durchläuft, nachdem sie die Offenbarungen zu Beginn etwas problemlos verkraftet, ist sehr gelungen portraitiert. Während sie den Verlust ihrer Pflegeeltern und die Tatsache, dass sie den Unsterblichen angehört, relativ schnell wegsteckt, keine Zeit zum Trauern und Reflektieren hat, aber auch nicht gelähmt scheint, wird ihre Unsicherheit, was die Anziehungskraft der beiden so ungleichen Männer anbelangt, sehr gut nachvollziehbar ausgeführt. Auch die Sorge um ihren etwas wankelmütigen Bruder macht ihr das Leben nicht leichter. Erst im spannend aufgezogenen Finale verbinden sich die Rätsel, lösen sich auf und lassen den Leser befriedigt und gut unterhalten zurück.

Fazit:

Die Prophezeiung der Seraphim von Mascha Vassena ist eine spannende Geschichte um ungewöhnliche, unsterbliche Wesen zur Zeit der Französischen Revolution, die sich voller Elan aber auch ein wenig verunsichert den ihnen gestellten Herausforderungen stellen.

Die Prophezeiung der Seraphim

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