Böser Bruder, toter Bruder

Erschienen: Januar 2011

Bibliographische Angaben

  • Ravensburger, 2009, Titel: 'Bang, Bang, You´re Dead!', Originalausgabe

Couch-Wertung:

9

Leser-Wertung

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Rita Dell'Agnese
Flucht in die Gewalt

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Sep 2012

Das meint Jugendbuch-Couch.de: "Flucht in die Gewalt"

Was geschieht, wenn die psychische Krankheit der Mutter für die Kinder nicht mehr zu ertragen ist? Die 14jährige Mia fürchtet, dass ihr Zwillingsbruder Jamie ihre Mutter auf brutale Weise zwingen will, sich mit ihrer Krankheit auseinander zu setzen: Mit einem Amoklauf in der Schule. Das verzagte, immer um einen Ausgleich bemühte Mädchen, wächst über sich selbst hinaus und versucht, den Amoklauf zu stoppen. Dabei setzt sie ihr eigenes Leben aufs Spiel – und muss dabei erkennen, dass vieles ganz anders ist, als sie jahrelang dachte.

Narinder Dhami serviert ihren Lesern ein komplexes Story-Feuerwerk. Sie versteht es, gleich mehrere Brennpunkte in ihren Roman hinein zu packen: Die manisch-depressive Mutter, Leben an der Armutsgrenze und das Verharren in einer ständigen Opferrolle. Die verschiedenen Probleme, mit denen Mia und Jamie konfrontiert sind, hängen zwar zusammen, sind aber jedes für sich eine große Belastung für die Heranwachsenden. Die Leser erleben durch Mias Augen das langsame Abgleiten der Mutter in eine Scheinwelt, zu der die Kinder keinen Zugang haben. Jeder Versuch von Jamie und Mia, einen Arzt hinzu zu ziehen, wird von der Mutter abgeblockt. Die wenigen Momente, in denen Mia über sich hinaus wächst und versucht, Hilfe zu holen, scheitern am Unverständnis der angesprochenen Erwachsenen.

Geschickt baut Narinder Dhami die Geschichte auf. Zwar stellt sie den Amoklauf ins Zentrum des Geschehens, doch gibt sie Mia in gedanklichen Rückblenden Raum, die Ereignisse der Vergangenheit zu erzählen und damit verständlich zu machen, weshalb sie davon ausgeht, dass der junge Amokläufer, der eine Klasse in seine Gewalt gebracht hat, niemand anders als ihr Bruder Jamie sein kann. Die Autorin erzählt in straffem Tempo und schafft es auf diese Weise, die Spannung langsam zu steigern, bis sie in einem dramatischen Wettlauf mit der Zeit mündet. Hat man sich erst mal in die Geschichte Mias eingeladen, ist es fast ein Ding der Unmöglichkeit, das Buch wieder aus den Händen zu legen. Damit beweist die Autorin nicht nur großes Fingerspitzengefühl sondern auch hohe Professionalität. Sie erzählt eine Geschichte, die von den Lesern verlangt, sich mit den Hintergründen auseinanderzusetzen und genauer hinzusehen. Und sie versteht es meisterhaft, die Leser immer wieder in eine Situation der Ungewissheit zu stürzen.

Mia als Hauptfigur ist in jeder Hinsicht überzeugend, auch wenn Narinder Dhami darauf verzichtet, das Mädchen in allen Details zu beschreiben. Sie liefert nur die notwendigsten Angaben, damit sich die Leser ein eigenes Bild von Mia machen können. Das gilt auch für die übrigen Protagonisten. Der Spielraum, der die Phantasie der Leser fordert, ist aber so konzipiert, dass er nicht zu einer Lücke und damit zu Distanz gegenüber den Charakteren führt. Ist die letzte Zeile gelesen, fällt es schwer, Mia und ihre Welt wieder zu verlassen und nicht mehr über das weitere Schicksal der Familie zu erfahren. Damit erreicht Narinder Dhami, was ein gutes Buch bewirken soll: Dass man sich noch lange mit dem Thema auseinander setzt, auch wenn die Geschichte zu Ende erzählt ist.

FAZIT

"Böser Bruder, toter Bruder" ist ein Jugendbuch, das alle Elemente eines gelungenen Romans enthält. Es ist überzeugend geschrieben und regt zum Nachdenken an, ohne irgendwo in eine schulmeisternde oder moraltriefende Atmosphäre zu geraten. Autorin Narinder Dhami hat hier einen bemerkenswerten Roman vorgelegt, der letztlich auch den jungen Menschen, die von ähnlichen Problemen wie Mia und Jamie betroffen sind, als Wegweiser dienen könnte, um sich an der richtigen Stelle Hilfe zu suchen.

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