Nach dem Schnee

Erschienen: Januar 2012

Bibliographische Angaben

  • dtv, 2012, Titel: 'After The Snow', Originalausgabe

Couch-Wertung:

7

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Almut Oetjen
Kurz nach Zwölf in der kalten neuen Welt

Buch-Rezension von Almut Oetjen Sep 2012

Das meint Jugendbuch-Couch.de: "Kurz nach Zwölf in der kalten neuen Welt"

Der 15-jährige Willo lebt nach der globalen Umweltkatastrophe, in deren Folge die Winter immer länger und härter werden, mit seiner Familie in einer Berghütte. Seine Mutter ist tot, sein Vater versucht seit langer Zeit vergeblich, eine Zulassung für den Handel mit Fellen zu bekommen. Willo wird gesagt, er brauche ein Mädchen. Aber er hat alles, was er braucht – bis auf ein Gewehr.

Als Willo von der Jagd zurückkommt, ist seine Familie verschwunden. Er vermutet, dass der Nachbar Geraint etwas damit zu tun haben könnte, ein unangenehmer Mensch, der Willos 14-jährige Schwester Alice erst geschwängert und dann geheiratet hat. Willo macht sich auf die Suche nach seiner Familie. Er kommt zu einer Hütte, in der er einen toten Jungen und dessen Schwester Mary findet, die einen verwirrten Eindruck macht und unterkühlt und hungrig ist. Mit Mary macht er sich auf den Weg in die Stadt.

Hier und jetzt, bald und woanders

"Nach dem Schnee" beginnt als postapokalytischer Thriller, in dem ein Jugendlicher herausfinden will, warum und wohin seine Familie verschwunden ist. Zeitgemäß ist die Apokalypse vom Menschen verursacht, der Klimakollaps hat die Menschheit an den Rand einer neuen Eiszeit gebracht. Die Spritpreise dürften exorbitant hoch sein, ähnlich wie in Mad Max 2. Da die Zeiten, in denen Katastrophen, Not und Elend als Lehrmeister wirkten, endgültig vorbei sind, vollzieht der Roman schon bald einen Wechsel vom postapokalyptischen Thriller zur Dystopie.

Der Ort dieser Dystopie wird mit Ankunft der Hauptfiguren in der Stadt erreicht. Dort treffen die beiden sich noch nicht Liebenden auf eine bunte Schar mehr oder weniger übler Zeitgenossen, darunter eine Kinderbande, die es aus einem Dickens-Roman in die Zukunft geschafft hat. Cath, ein Mädchen aus dieser Bande, hilft Willo. Ein altes Ehepaar, die Schneider Jacob und Elizabeth, erweist sich als besonders liebenswert und hilfsbereit.

Willo und Mary werden früh und vorübergehend getrennt, finden aber, und das ist in den momentanen Dystopien kein Spoiler, gegen Ende wieder zusammen. Während dieser Zeit muss sich Willo behaupten und findet ein Geheimnis heraus, ein altes Familiengeheimnis, das mit einem Buch zusammenhängt.
Willo ist der Ich-Erzähler seiner Geschichte, er spricht uns direkt an, erzählt aus seiner Gegenwart und von der Vergangenheit, die er aus den Geschichten anderer Menschen kennt, von dem "bevor": "bevor das Meer aufgehört hat zu arbeiten", "bevor es ewiger Winter wurde".
Willo ist ein Junge, der, je nach Einschätzung der Leserinnen und Leser, seine Muttersprache nur bedingt beherrscht oder einen Dialekt spricht oder aber eine Mischung aus beiden, die sich aus seiner speziellen Sozialisierung ergeben hat.

Die Rahmeninformationen lassen es nicht wirklich zu, die Handlung in der Zukunft nach dem Klimakollaps einzuordnen. Aber in einer Zukunft, wie sie in den USA bisweilen konstruiert wird, spielt die Geschichte dennoch: die Währung im Land ist der Yuan, China offenbar die Erste Weltmacht. Vielleicht spielt die Geschichte auch im ehemaligen Großbritannien – manche Menschen rechnen den Yuan noch in Pfund um, einer offenbar alten britischen oder europäischen Währung.
Die Autorin hat ihre Erzählung eher außerhalb unserer Zeit und gesellschaftlichen Entwicklung verortet. Eine Erzählung über das Erwachsenwerden durch den täglichen Überlebenskampf.

FAZIT

"Nach dem Schnee" hat einen politischen Hintergrund, der jedoch nicht thematisiert wird. Stattdessen bietet Crockett eine Geschichte, in der der menschliche Faktor sich vielseitig entfaltet. Einen Erzähler, der mit seiner Stimme und seinem Wahrnehmungshorizont nicht allen Leserinnen und Lesern gefallen dürfte. Eine Dystopie, die stärker geerdet ist als viele Wettbewerber in diesem Marktsegment. Eine Zukunft, die von den Figuren des Romans ebenso als gegeben genommen wird, wie von uns heute ihr vermutlich so oder ähnlich erwartetes Kommen.

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