Das dunkle Lied des Todes

Erschienen: Januar 2012

Bibliographische Angaben

 

Edda: 14 Jahre, wohnt bei ihrer Großmutter. Sie wirkt auf ihre Außenwelt wie eine Zicke, ist aber tiefgründig und loyal. Ihr Äußeres ist ihr größtes Kapital. Wie alle Mädchen in diesem Alter ist auch sie verliebt, und zwar in den schönen Marco. Dieser soll ein Wochenende im Zeltlager in Berlin verbringen, also fährt auch sie dorthin.

Linus: 14 Jahre, wohnt bei einer Pflegefamilie, die er "die Flanders" nennt. Seine Eltern sind vor einem Jahr in einer U-Bahn in Berlin spurlos verschwunden. Seitdem hat er nur ein Ziel: Sie zu finden. Regelrecht von der Suche besessen, fährt er in ein Zeltlager in Berlin – mit einem Plan im Gepäck.

Simon: 14 Jahre, wohnt bei seiner Mutter. Sein Vater sitzt wegen Steuerhinterziehung im Gefängnis. Sein Bruder ist vor Jahren bei einem Unfall ums Leben gekommen und Simon war hautnah dabei, war jedoch unfähig, ihm zu helfen. Um aus seinem Alltag auszubrechen, fährt er in ein Zeltlager in Berlin.

Als sie im Zeltlager aufeinander treffen, passieren plötzlich merkwürdige Dinge, die es zu erforschen gilt. Doch ihre Neugier ruft Verfolger auf den Plan, die sie bis in den Berliner Untergrund treiben. Und was die drei dort sehen, verändert ihr Realität für immer: merkwürdige Graffiti, scheinbar aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs!
Was hat es damit auf sich? Wer hat sie dort hingemalt? Und wieso werden sie auf einmal von ihrer Angst beherrscht?

"Abaton - Vom Ende der Angst" ist der erste Band einer Trilogie. Das Buch ist in drei Abschnitte aufgeteilt und innen sehr schön und aufwändig gestaltet. Die Szenen werden durch blaue Linien abgetrennt. Generell spielt die Farbe Blau eine interessante Rolle bei der Gestaltung: Immer wieder sind einzelne Buchstaben blau gefärbt oder Muster säumen den Buchrand. Solche Spielereien finde ich persönlich sehr gut, weil sie zum Nachdenken anregen und eine schöne Abwechslung darstellen.
Nach wochenlanger Vorfreude auf das Buch habe ich mich voller Elan ans Lesen gemacht und musste dann doch erstmal wieder aufhören. Der Prolog war zunächst spannend, mysteriös  und machte Lust, weiterzulesen. Danach musste man allerdings erstmal einen zähen Kaugummi kauen, da die erste Hälfte des Buches eher weniger spannend ist und im Grunde nicht viel an Handlung vorzuweisen hat.
Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt und wechselt zusätzlich in der Zeit. Während wir beispielsweise gerade mit Edda die Gegenwart erleben, könnte es sein, dass wir im nächsten Moment die Vergangenheit von Linus aufarbeiten. Diese Sprünge waren zu Beginn eher verwirrend.  Es hat eine ganze Weile gedauert, bis ich so in die Geschichte hineingefunden habe.

Die Charaktere machen eine starke Wandlung im Verlauf des Buches durch. Während Edda zu Beginn nur die Männerwelt im Kopf hat, wird ihr schnell klar, dass es Wichtigeres im Leben gibt, zum Beispiel Ideale, für die man einstehen kann. Gleiches gilt für Linus und Simon: Beiden wird klar, was ihnen wichtig ist und welche Ziele sie im Leben erreichen wollen.
Da das Buch ab 14 Jahren empfohlen wird, stellt sich für mich allerdings doch die Frage, ob die hier behandelten Themen bzw. die Erklärungen nachvollziehbar sind. So wird beispielsweise die Funktion des Gehirns bei Hypnose beschrieben. Selbst mir ist es schwer gefallen, den Ausführungen zu folgen und diese dann auch noch zu verstehen. Aber gerade das Verstehen von Schlüsselszenen ist sehr wichtig, da man sonst dem weiteren Verlauf nicht folgen kann.

Ansonsten ist die Geschichte bis zum Ende verschleiert. Manche Fragen werden gar nicht beantwortet, was einen zum Kauf von Band 2 anregen soll. Dass man die Geschehnisse nicht voraussehen kann, rechne ich dem Buch sehr positiv an. Ich liebe Geschichten mit Überraschungen und Wendungen nach dem Motto "Es kommt immer anders als du denkst".
Ich werde - trotz der negativen Aspekte - auf jeden Fall Band 2 lesen, da die Grundidee durchaus gelungen ist und das Ende eine spannende Fortsetzung verspricht.

FAZIT

Wer sich für dieses Buch entscheidet, braucht zunächst ein wenig Geduld. Wenn man diese aufbringen kann, entwickeln sich sowohl die Charaktere als auch die Story zum Positiven und man kann sich auf spannende Lesestunden voller Geheimnisse freuen. Für alle Fans von Verschwörungstheorien, Gehirnmanipulation und Verfolgungsjagden ein absolutes Muss.

Couch-Wertung:

4

Leser-Wertung

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Yvonne Schulze
Eine Klassenfahrt des Grauens

Buch-Rezension von Yvonne Schulze Aug 2012

Das meint Jugendbuch-Couch.de: "Eine Klassenfahrt des Grauens"

Sie sind die Elite-Klasse einer der teuersten Privatschulen in Dänemark: elf musisch hochbegabte Jugendliche, die Eva als neue Klassenlehrerin übernimmt. Nun soll die Krönung des Schuljahres eine gemeinsame Klassenfahrt nach Burgsvig in ein abgelegenes Haus am Meer werden. Dieses Haus wurde ursprünglich für einen Mann gebaut, der als Plantagenbesitzer auf Sansibar lebte und gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder und elf weiteren Personen in die dänische Heimat zurückkehren wollte. Doch das Schiff, das die dreizehn Personen nach Dänemark zurückbringen sollte, kommt nie an. Während man später Wrackteile und Teile der Ladung findet, fehlt von den dreizehn Passagieren jede Spur.

Doch davon ahnen die elf Schüler und ihre beiden Lehrer noch nichts, als sie zur gemeinsamen Klassenfahrt in das abgelegene Burgsvig aufbrechen. Was für Schüler und Lehrer in dem einsamen Strandhaus als Klassenreise mit Gänsehautfeeling beginnt, wird recht schnell zum Alptraum, denn in diesem alten Haus passieren seltsame Dinge: unbekannte Stimmen, tropfende Wasserhähne, ein geheimnisvolles Becken mit brodelndem Wasser im Keller des Hauses, das eine direkte Verbindung zum Meer zu haben scheint. Und dann wieder Gegenstände, die auf dem Boden herumrollen, als würde sich das ganze Haus wie ein Schiff bewegen. Eines der Mädchen wird ständig seekrank und behauptet, dass das Haus nachts schwanken würde. Und auch die Einheimischen verhalten sich irgendwie seltsam. Aber was haben die dreizehn Personen in dem Haus mit den damals verschollenen dreizehn Passagieren des Schiffes zu tun? Und auch die elf Jugendlichen scheint ein schreckliches Geheimnis zu verbinden. Die Situation in dem Haus wird immer bedrohlicher, bis eines Nachts ein heftiger Orkan losbricht, der das Haus mitsamt seinen Bewohnern ins Meer zu reißen droht. 

Eine mysteriöse Geschichte mit einem wahren Kern

Der Roman des dänischen Autors Bjarne Reuter beruht auf einer wahren Begebenheit, die bis heute ungeklärt geblieben ist. In Burgsvig verschwanden nach einem heftigen Orkan elf Jugendliche und zwei Lehrer spurlos und man weiß bis heute nicht, was da genau passiert ist und warum. Bei den Aufräumarbeiten hat man später lediglich das Tagebuch einer Schülerin gefunden. Dieses und einige wenige Zeugenaussagen der Bewohner von Burgsvig bilden die Basis für diese Geschichte.

Erzählt wird sie in zwei unterschiedlichen Handlungssträngen. Den größten Raum nimmt die Erzählung in der Gegenwart ein, die immer wieder durch kurze Rückblenden in die Vergangenheit unterbrochen wird, wo anhand von Tagebuchaufzeichnungen die Geschichte der verschollenen Passagiere erzählt wird. Und bald werden auch die ersten Parallelen zwischen den Passagieren von damals und den Jugendlichen heute sichtbar.  

Die Geschichte beginnt auf einem Friedhof, und schon die ersten Seiten verbreiten eine vielversprechend düstere und geheimnisvolle Grundstimmung. Doch der weitere Verlauf der Geschichte hält nicht, was die ersten Seiten versprechen. Recht schnell wird deutlich, dass die Geschichte aus viel zu vielen Versatzstücken besteht. Es ist eine Fülle von Ideen, die der Autor unbedingt in seinem Roman unterbringen will. Doch die vielen guten Ideen scheitern letztendlich an der Umsetzung, denn der Autor schafft es nicht, sie in eine logische und stimmige Handlung zu packen. Es bleiben am Ende viel zu viele Fragen offen, so manche der geheimnisvollen Vorkommnisse und Phänomene bleiben bis zum Schluss ungeklärt. Die Geschichte wirkt sehr oberflächlich und unausgegoren und einem aufmerksamen Leser fallen auch die vielen Ungereimtheiten sofort ins Auge. Trotz des hohen Erzähltempos kommt kaum Spannung auf und wenn, wird sie oft mit nichtssagenden Dialogen oder seitenlangen Belanglosigkeiten zunichte gemacht.

Ein weiterer Schwachpunkt sind die wenig bis gar nicht ausgearbeiteten Charaktere. Man erfährt zwar zu Beginn ein paar Details zu den einzelnen Schülern, sie bleiben jedoch allesamt sehr einseitig und farblos, wodurch sich auch manche ihrer Handlungen schlichtweg nicht nachvollziehen lassen. Den negativsten Eindruck hinterlässt allerdings die Lehrerin Eva. Befremdlich ist nicht nur ihre ständige Kettenraucherei, sie hat auch ein massives Alkoholproblem. Ihr fehlen jegliches Rückgrat und pädagogische Souveränität, die Respektlosigkeit der Schüler ihr gegenüber ist kaum zu überbieten. Statt ruhig und besonnen zu handeln, bringt sie mit ihrer Hysterie und überbordenden Phantasie noch mehr Unruhe herein und auch ihr Lehrerkollege Bromsen ist als Pädagoge heillos überfordert.

FAZIT

Was am Ende bleibt ist die traurige Erkenntnis einer recht lieblosen und halbherzigen Umsetzung dessen, was eine ausgeklügelte und spannende Geschichte mit Gruseleffekt hätte werden können. So ist es aber nichts weiter als eine banale Story mit vielen Ungereimtheiten und blassen Charakteren. Als Leser muss man außerdem offen bleibenden Geschichten etwas abgewinnen können und nicht zwingend ein Happy End erwarten.  

Das dunkle Lied des Todes

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