Tod oder Liebe

Erschienen: Januar 2012

Bibliographische Angaben

  • Fischer, 2010, Titel: 'E sarà bello morire insieme - Una storia d´amore e di mafia', Originalausgabe

Couch-Wertung:

9

Leser-Wertung

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Rita Dell'Agnese
Liebe überwindet Grenzen

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Jul 2012

Das meint Jugendbuch-Couch.de: "Liebe überwindet Grenzen"

[Jugendbuch des Monats - Juli 2012]
Ausgerechnet an Manuel findet Bianca Gefallen. Er ist der coolste Junge in ihrer neuen Klasse. Doch Biancas Vater ist Anti-Mafia-Richter. Manuel hingegen soll  Nachfolger eines bekannten Mafia-Bosses werden. Von all dem ahnt Bianca allerdings nichts, als sie sich darüber ärgert, dass Manuel sie immer wieder versetzt. Warum nur musste die Lehrerin auch unbedingt ihn zu ihrem Partner für eine Teamarbeit bestimmen? Zum ersten Mal hadert Bianca mit dem Schicksal und stellt sich die Frage, ob sie nicht besser bei ihrer Mutter in Mailand geblieben wäre. Sie ahnt nicht, dass auch Manuel in schwere Gewissensnot gerät. Gibt er seiner Liebe zu Bianca Raum, stellt er sich gegen seine Familie. Bleibt er der Mafia treu, wird er Bianca verraten müssen.

"Auf der dunklen Seite des Mondes ist es kalt", schreibt Bianca in einem Brief an ihren toten Bruder Daniel. Diese Kälte spürt nicht nur sie, sondern auch Manuel. Denn die beiden trennen Welten, in die sie hinein geboren wurden und die von scheinbar unüberwindbaren Grenzen umgeben sind. Mit großem Feingefühl geht die Autorin Manuela Salvi ans Werk und macht sowohl die Grenzen sichtbar, als auch die Möglichkeit, Grenzen zu überwinden. Doch die Autorin bleibt realistisch genug, um aufzuzeigen, dass ein Ausstieg aus der Mafia ebenso wenig Thema sein kann, wie die Verbindung mit der Tochter eines Mafia-Jägers. Nach und nach lässt Manuela Salvi nicht nur die Liebe zwischen Bianca und Manuel wachsen, sondern deckt auch das Dilemma auf, in das die Gefühle die beiden jungen Leute stürzen. So entsteht eine berührende Liebesgeschichte, die gleichermaßen unschuldig ist als auch voller alter Schuld steckt.

Bekommen Bianca und Manuel eine Chance? Manuela Salvi hält sich bis zum Schluss des Buches bedeckt und schafft auf diese Weise einen nie in sich zusammen stürzenden Spannungsbogen. Geschickt weicht die Autorin allen Fallen aus, die die Geschichte birgt: Sie wird weder sentimental noch kitschig, verzichtet auf jede Verherrlichung des Verbrechens und lässt zu, dass Manuel mit seiner Schuld, die er als Mitglied der Mafia auf sich geladen hat, klar kommen muss. Gleichzeitig zeigt Manuela Salvi aber auch auf, dass hinter der Maske der Mafia ein empfindsamer Mensch zu finden ist, der sein Leben lieber der Kunst als dem Verbrechen widmen würde, doch alleine durch seine Herkunft in ein straffes Befehl-System eingebettet ist. Auch Biancas Maske als toughe Kunststudentin, die nichts an sich heran lässt, lüftet Manuela Salvi nach und nach. Sie zeigt das verletzte und auch einsame Mädchen auf, das über den Tod des Bruders trauert und die Trennung der Eltern hinnehmen sowie sich in einer völlig neuen Umgebung zurechtfinden muss. Geschickt flicht die Autorin hier einige Szenen ein, die alle nachvollziehen können, die ihr Lebensumfeld verlassen und an einem neuen Ort Fuß fassen mussten.

Die Geschichte von Bianca und Manuel ist viel mehr als nur eine Liebesgeschichte. Sie ist auch eine Aufforderung, den Mut zu haben, Nein zu sagen und einem System den Rücken zu kehren, welches das eigene Leben zu stark beschneidet. In welchem Sinne auch immer. Dies alles setzt Manuela Salvi zwar mit einem klaren Bekenntnis zur Legalität um, sie zeigt jedoch die Zwänge, in denen sich Manuel bewegt, auf eindrückliche und nicht moralisierende Art auf. Das macht die Stärke des Buches aus und lädt dazu ein, sich vertieft mit der Frage zu beschäftigen, wie man selber wohl reagieren würde, wäre man alleine durch seine Herkunft in einem illegalen Umfeld gefangen.

FAZIT

"Tod oder Liebe" ist ein eindrückliches und feinfühlig geschriebenes Plädoyer für den Mut, zu sich selbst zu stehen. Es ist gleichzeitig ein spannender Roman wie eine Geschichte, die nachdenklich stimmt. Dadurch bekommt der Roman viel Tiefe und wird auch dann noch nachwirken, wenn das Buch nach der letzten Seite wieder zugeklappt wird. Das Nachwort der Autorin, in dem sie erklärt, was sie zu dieser Geschichte inspiriert hat, stellt eine Klasse für sich dar.

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