Das Lied der Träumerin von Tanya Stewner

Buchvorstellung und Rezension

Originalausgabe erschienen 2011 bei Fischer , 388 Seiten. ISBN 3841421164.

ab 16 Jahren

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Jugendbuch-Rezension von Corinna Abbassi-Götte: »von der Liebe, dem Leben und einem Traum«

»Für mich ist ein Träumer jemand, der ein festes Ziel vor Augen hat. Jemand, der sich mit Haut und Haaren ins Leben stürzt, um seinen Traum zu verwirklichen. Jemand, der es wagt, für seinen Traum zu leben.« 

[Jugendbuch des Monats – April]
Jana Angelia ist eine Träumerin.
Nach dem frühen Tod ihres Vaters beschließt sie, nach London und damit in sein Heimatland zu gehen, um dort als Sängerin erfolgreich zu werden.
Die Liebe zur Musik hat sie von ihm geerbt. Als talentierter Pianist hat er jedoch nie den Durchbruch geschafft. Daran ist einzig und allein ihre Mutter Schuld, meint Angelia, die ihn mit ihrem Sicherheitsdenken und ihrer Risikounfreudigkeit erstickt hat.
Nach einem Disput mit ihrer Mutter, die Angelias Beweggründe in keiner Weise nachvollziehen kann, bricht sie auf.
Über das Internet hat sie sich bereits ein WG-Zimmer in einer kleinen Villa, die den Brüdern Josh und Jeremy gehört, organisiert. Während sich Josh als Angelias Seelenverwandter herausstellt und ein wahrer Sonnenschein ist, fasziniert der attraktive Jeremy sie durch seine distanzierte, ja fast schon gefühllose Art.
Dass über beiden Brüdern ein finsterer Schatten liegt, sieht Angelia schnell. Das Zusammenleben dürfte also aufregend werden.
Während Angelia ihrem Traum treu bleibt, einen Job findet und sogar auf die Vergangenheit ihres Vaters stößt, gerät sie immer intensiver zwischen die beiden Brüder und muss auf dem Weg zu ihrem Ziel nicht nur einen Rückschlag verkraften.
Doch sie lässt sich nicht entmutigen, auch wenn alles darauf hindeutet, dass sie sich vor dem Erreichen ihres Ziels zunächst einmal ihrer eigenen Vergangenheit stellen muss.

Angelia ist ohne Zweifel eine außergewöhnliche junge Frau. Sie ist voller Euphorie und Lebenslust und scheut sich nicht, dies jedem zu zeigen. In der Öffentlichkeit laut singen, mit geschlossenen Augen ganz allein tanzen, eine Box umklammern, um den Bass im ganzen Körper zu spüren – dies alles ist normal für Angelia. Sie ist stets optimistisch, verliert nie den Mut und sieht in allem das Positive. Sie kann sich nicht vorstellen, ihren Traum, eine große Musikerin zu werden, nicht zu erreichen. Die Worte »Aufgeben« und »Versagen« gehören einfach nicht zu ihrem Wortschatz.
Und dabei besitzt sie die erstaunliche Fähigkeit, andere mit ihrem Enthusiasmus und ihrer Euphorie anzustecken. Es ist also kein Wunder, dass sie in Josh ihren Seelenverwandten sieht, für den das Tanzen dieselbe Bedeutung hat wie für sie selbst die Musik, und der ebenfalls keinerlei Probleme damit hat, seine positive Energie zu zeigen.
Obwohl die beiden das Abkommen treffen, niemals über den Schatten auf seiner Seele zu sprechen, macht sich Angelia mehr und mehr Gedanken.
Zu Jeremy fühlt sie sich gegen jede Vernunft hingezogen. Er ist das komplette Gegenteil von ihr und kann vor allem ihre fast schon penetrant positive Lebenseinstellung nicht nachvollziehen. Er ist auf der Suche nach Antworten, doch die Fragen kennt Angelia nicht.

Tanya Stewner stellt uns mit Angelia, Josh und Jeremy drei sehr unterschiedliche und in gewisser Weise extreme sowie gegensätzliche Charaktere vor. Vor allem Angelia und Jeremy scheinen nichts gemeinsam zu haben, obwohl sie durchaus voneinander profitieren. Jeremy versucht, Angelias sprühende Lebenslust zu verstehen, während Angelia versucht, hinter seine Fassade zu blicken und zu erfahren, auf welche Fragen er Antworten sucht.
Josh befindet sich genau zwischen beiden, als würde er das Gleichgewicht halten.

Auf der einen Seite gibt es also Angelias Leben mit den beiden Brüdern, das immer mehr in den Mittelpunkt ihrer Gedanken rutscht. Auf der anderen Seite gibt es ihren beständigen Traum, mit ihrer Musik erfolgreich zu werden. Und dann sind da immer noch ein paar ungelöste familiäre Probleme, die sie von Deutschland mit nach London genommen hat.
Doch trotz aller Umwege und Rückschläge sieht Angelia ihren Weg ganz klar vor sich und lässt sich nicht von diesem abbringen.

Auf Tanya Stewners Homepage erfährt man, dass sie ungefähr zehn Jahre an »Das Lied der Träumerin« gearbeitet und ihre ganze Seele hineingelegt hat. Aus diesem Grund hat sie gezögert, das Manuskript einem Verlag anzubieten. 
Glücklicherweise hat sie sich doch getraut! Denn nicht nur die spannende Geschichte, sondern vor allem die eindringliche Umsetzung fasziniert. Tanya Stewner hat eine ganz besondere Art, Emotionen zu wecken. Ob der Tod des Vaters, das Unverständnis der Mutter, die kühle Arroganz Jeremys oder der hinter der sonnigen Fassade mit sich kämpfende Josh – als Leser ist man schnell bereit, sich auf die unterschiedlichen Charaktere einzulassen.
Hinzu kommen die intelligenten Gespräche, die Angelia mit Josh und Jeremy führt. Da Jeremy sehr belesen ist, streut er bei jeder Gelegenheit Zitate von Literaten, Musikern oder Philosophen ein. Das Besondere an ihren Gesprächen ist in erster Linie die Annäherung an ein Thema aus verschiedensten Blickwinkeln, und natürlich geht es meist um die wirklich wichtigen Dinge des Lebens.
So ist das in gewisser Weise schockierende Ende nicht nur mutig, sondern vor allem die logische und einzige Konsequenz aus dem Vorangegangenem. 
Der rote Faden der Geschichte ist aber natürlich die Musik. Begleitend zu Angelias Stimmungen fließen passende Songs aus sämtlichen Stilrichtungen ein.

FAZIT

Intelligente Gespräche, eine tiefgründige Story, interessante Charaktere – hier passt alles zusammen. Ob diese Story realistisch ist oder nicht, spielt nur eine untergeordnete Rolle, denn als Metapher für die Bedeutung des Lebens kann man sich ihr nur schwer entziehen.
Das Leben genießen und für seine Träume kämpfen, Lebensfreude spüren und sich selbst treu bleiben, den Mut, das Leben zu genießen, niemals verlieren – das ist es, was der Leser trotz des zweifelsohne mutigen aber dennoch einzig möglichen Endes hoffentlich mitnimmt.
»Das Lied der Träumerin« hat ganz sicher das Potenzial zum Kult-Buch!

Eure Meinung zu »Tanya Stewner: Das Lied der Träumerin«

Fräulein Sonne zu »Tanya Stewner: Das Lied der Träumerin« 07.06.2013
Ich habe dieses Buch geschenkt bekommen. Von einer Freundin, die mich gut kennt und die der Meinung war, dass es zu mir passt. Sie hatte ja keine Ahnung wie richtig sie damit lag. Zuerst fühlte ich mich zu alt für dieses Buch. Es wurde schnell klar, dass es für etwas jüngere Leutchen geschrieben wurde. Aber dann nahm es mich total gefangen. Trotz der etwas sehr stereotypen Charaktere und teilweise ziemlich vorraussehbaren Begebenheiten, gibt einem dieses Buch viel Stoff zum nachdenken (oder gerade deshalb?). Beim lesen musste ich des öfteren kurze Pausen machen und es voll auf mich wirken lassen zu können.
Es wird schnell klar, dass genau diese Stereotypien dem Buch Authentizität verleihen, denn Jana Angelia ist nunmal eine Jugendliche mit genau dieser Denkweise. Doch mit ihrer Weltoffenheit, die sich gern inspirieren lässt, hat sie so verdammt vielen Menschen eine ganze Menge voraus. . . Auch in mir schwingt dieses Buch gerade heftig nach. Und das nicht nur mit sehr vielen Gedanken und Überlegungen, sondern auch mit diesem unbeschreiblichen Gefühl, etwas Grundlegendes verstanden zu haben und die Welt mit anderen Augen zu sehen. Ich würde von mir behaupten, dass ich ein sehr naturverbundener Mensch bin, doch so sehr wie seit gestern, habe ich die Natur und vor allem die Sonne noch nie in mir gespürt! Oo
Rina zu »Tanya Stewner: Das Lied der Träumerin« 28.08.2012
Diese Geschichte hat mich wirklich umgehauen. Ich finde es unglaublich, wie präzise Jeremy sich mit dem Leben und den Menschen befasst. Wie glaubwürdig rational er seine Entscheidung fällt. Und endlich mal ist es ein Buch, in dem der Schluss kein klassisches Happy End beinhaltet. Des öfteren habe ich es aus der Hand gelegt und über die Dialoge nachgedacht. Ich finde die Autorin schafft es mit wenigen Worten viel zu sagen. Und die verschiedenen Charaktere lassen verschiedene Ansichten auf das Leben zu. Layla zum Beispiel hat mich mit ihren letzten Gedanken und ihrer Wandlung einen Tag lang verfolgt. Schlussendlich kann ich mich nur anschließen: Dieses Buch ist wunderbar und man lernt dadurch sein Leben zu lieben. Und das nicht nut oberflächlich, sondern in Anbetracht der meisten Nuancen die es zu bieten hat.
Luci zu »Tanya Stewner: Das Lied der Träumerin« 26.08.2012
Ein Buch, das meiner Meinung nach immer stärker wird. Es dauert, bis man eine "Beziehung" zu Angelia aufbaut, doch man versteht ihre Art der Weltsicht und kann sich immer mehr darauf einlassen. Die Autorin stellt ein gewisses Verschmelzen der extremsten Weltansichten da, indem sie die starke Beziehung zwischen Jeremy & Angelia, die unterschiedlicher und trotzdem ähnlicher einander nicht sein könnten, so eindrücklich macht.Tanya Stwener scheint viel Ahnung von Popmusik und Lyrik bzw. Philosophie zu haben, manche Passagen, in denen es um klassische Musik geht, haben mich aber nicht ganz überzeugt. Ich selbst spiele seit ich 5 Jahre alt bin Klavier und konnte mich in das Geschrieben teilweise nicht einfühlen. Und ich finde auch nicht, dass die Mozart-Sonate einfach nur ruft: "Alles ist gut. Du musst keine Angst haben." Aber das sind spezifische Kleinigkeiten, die jeder anders interpretieren kann (: Was das Zwischenmenschliche und den Sinn des Lebens betrifft, ein absolut geniales Buch! :))
malathy zu »Tanya Stewner: Das Lied der Träumerin« 06.01.2012
Ahhh ich kann auch nicht aufhören an das buch zu denken. Ich denke jeder, der das buch liest, fängt an zusammen hänge zwischen der geschichte und seines eigenen lebens zu suchen und überdenkt es einfach. Die geschichte oeffnet einfach die augen und lässt dich über deinen traum und dein leben gruebeln. ich meine man liest doch immer wieder ' hoer auf dein herz, lebe deinen traum, lebe dein leben' aber die meisten eltern oder auch andere leute sagen dann wieder mach was vernünftiges aus deinem leben, sichere dir deine zukunft, verdiene viel geld, blablabla
dieses buch ist einfach der hammer und das richtige für die, die halt nicht immer mitspielen und mal auch ihren eigenen kopf haben oder einfach den sinn oder antworten im leben suchen!! *.*
Weya Lune zu »Tanya Stewner: Das Lied der Träumerin« 29.12.2011
Ich habe dieses Buch wie wohl die meisten von euch quasi verschlungen. Ich konnte einfach nicht mehr aufhören. Das Buch hat mich traurig gestimmt, weil einem klar wird, dass man in einer Welt lebt in der man für jeden Traum kämpfen muss und trotzdem nicht toleriert wird.
Dieses Buch kann man nur empfehlen !!!
Bea zu »Tanya Stewner: Das Lied der Träumerin« 29.12.2011
Diese Buch ist der Hammer. Ich habe 1 Nacht gebrauch um es zu lesen. Danach war ich föllig aufgelösst, ich wusste aber nicht wiso, ich fing einfach an zu Weinen...!
Danach habe ich den ganze Tag über die geschicht und den Sinn des Lebens nachgedacht.Ich bin erst 16.
Seit dem Liebe ich diese Buch. Und lese meine Lieblingstellen immer wieder.
krissy14 zu »Tanya Stewner: Das Lied der Träumerin« 30.07.2011
ich hab dieses buch gestern abend angefanfen und mein dad hat mich kurz
vor 2 ins bett geschickt.ich konnte einfach nicht aufhören an das buch zu denken.als ich ungefähr am nachmittag
fertig wurde,hab ich mich hingesetzt und einfach über den zusammenhang des buches mit dem leben nachgedacht.
anschließsend setzte ich mich hin und las meine lieblings stellen nocheinmal.
und selbst am abend ging mir das buch nicht aus dem kopf!!!!
Sille71 zu »Tanya Stewner: Das Lied der Träumerin« 02.04.2011
Sobald ich einmal angefangen hatte, konnte ich nicht mehr aufhören. Was für ein Buch! Es hat mich tief berührt und dazu gebracht, mein eigenes Leben zu überdenken. Besonders gut fand ich, dass die Autorin es dem Leser überlässt, welche Weltsicht er letztlich hat. Auch ein bürgerliches Leben im Gegensatz zu "großen Träumen" wird nicht als weniger wert dargestellt (Alice). Besonders spannend fand ich die Liebesgeschichte zwischen Jerenmy und Angelia. Es knistert und brodelt und man wird unweigerlich in den Sog dieser explosiven Begegnungen hineingezogen ... Obwohl ich keine Jugendliche mehr bin, hat mich dieser Roman absolut gepackt und lässt mich auch viele Tage, nachdem ich mit lesen fertig bin, noch nicht los. Ein Traum von einem Buch!
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