Der Stein des Raben von Stephan M. Rother

Buchvorstellung und Rezension

Originalausgabe erschienen 2010 bei cbj / cbt , 256 Seiten. ISBN 3-570-22110-5.

ab 12 Jahren

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Jugendbuch-Rezension von Corinna Abbassi-Götte: »seinem Traum muss man folgen«

Der Fischerjunge Skagen lebt in einem kleinen Dorf an der Küste. Das Leben geht seinen gewöhnlichen Gang, ihm fehlt es an nichts, und seine Träume von Abenteuern liegen in weiter Ferne. Aufregend wird es, als eines Tages der Großherzog von Dakia mit seinem Gefolge ausgerechnet in seinem Dorf strandet. Skagen ist fasziniert, doch nicht so sehr vom eindrucksvollen Großherzog, sondern vielmehr vom Hofbarden. Aventin der Schöne besitzt die außerordentliche Gabe, die Menschen mit seinem Gesang und den auf diese Weise erzählten Geschichten in seinen Bann zu ziehen.
Skagen, der selbst eine einfache Harfe besitzt, träumt davon, selbst ein großer Barde zu werden, und durch die aufmunternden Worte Aventins wird dieser Wunsch immer größer.
Doch dann blamiert er sich vor seinem Vater und den Dorfbewohnern und reißt aus. Sein Schicksal ändert sich schlagartig, als er die Hexe Ormuz rettet, die sich in Rabengestalt in einem Baum verfangen hat. Drei Wünsche hat er nun frei, und natürlich drehen sich alle um seinen Herzenswunsch, ein berühmter Barde zu werden. Die Hexe weiß, dass dies nur der sogenannte Bardenstein bewerkstelligen kann, doch alles hat seinen Preis.

Stephan M. Rother entführt den Leser in eine mittelalterliche Welt, in der es von Trollen, Gnomen, Hexen, Zauberern, Elben, Zwergen und natürlich Menschen nur so wimmelt!
Dabei greift er glücklicherweise auf die gängige Darstellung dieser immer wieder gern gesehenen Figuren zurück und stattet sie mit individuellen Charaktereigenschaften aus.
Skagen ist ein toller Junge, der wie wahrscheinlich jeder Junge davon träumt, berühmt zu werden. Seine Reaktion, nach der Blamage einfach wegzulaufen, ist absolut nachvollziehbar. Seine Leidenschaft für das Bardenhandwerk macht ihn zu etwas Besonderem. Barden als die »Popstars des Mittelalters« zu bezeichnen ist vielleicht etwas gewagt, aber in den meisten mittelalterlichen Schmökern träumen die Jungs davon, große Krieger, Eroberer oder Entdecker zu werden.
Skagen ist da eben ein wenig anders, dadurch umso sympathischer, und man begleitet ihn gern auf seinem Weg raus aus dem Dorf und hinein in seine kuriose Wunscherfüllung.
Dabei ist er natürlich nicht allein. An seiner Seite sind Ormuz, der Gnom Brandy und Zwerge, die man getrost als seine Fans bezeichnen kann.
Dass viel Chaos entsteht und man viel zum Staunen hat, ist in erster Linie Ormuz zu verdanken. Ihre lebensfrohe, offene, leicht plapprige Art ist erfrischend, und so ganz genau nimmt sie es mit bestehenden Regeln nicht und bringt sich deswegen immer wieder in Schwierigkeiten.
Wunderbar ist auch der leicht dramatisch veranlagte Gnom Brandy, der eine ausgesprochen große Vorliebe für gutes Essen und ein bequemes Bett hat.
Leider bleiben die Zwerge im Vergleich zu den anderen ein wenig blass.

Während um die Gefährten herum das Land wegen kriegerischer Trolle im Krieg versinkt, muss Skagen sich irgendwann mit einem ganz anderen Problem auseinandersetzen: Der Bardenstein hat ihn zwar zum berühmtesten Barden des Landes gemacht, doch er tut ihm nicht gut. Skagen wird krank, und es ist unklar, wie und ob er wieder gesund werden kann.
Die Trolle rücken immer näher, Skagen wird immer schwächer, und man ahnt bereits, dass Skagens Weg ihn zu dem Ort führen wird, an dem letztendlich über Sieg oder Niederlage entschieden werden wird. Doch wie und warum bleibt natürlich ein Geheimnis.
Sicher ist jedoch, dass Skagen zwar nicht zum imposanten Helden wird, dafür aber in ganz eigener Weise über sich hinauswächst.

Fazit

Facettenreiche und vor allem liebenswerte Figuren, amüsante bis berührende Dialoge, eine spannende, unterhaltsame Geschichte – Stephan M. Rother schickt den Leser mit »Der Stein des Raben« an der Seite von Skagen in ein fantastisches Abenteuer. Dabei zeigt er, dass ein normaler Junge kein großer Held sein muss, dass Berühmtheit nicht zwingend glücklich macht, und wie wichtig Freundschaft und Loyalität sind.

 

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