Die Begabte - Night Academy (1) von Inara Scott

Buchvorstellung und Rezension

Originalausgabe erschienen 2012 unter dem Titel The Talents - Delcroix Academy 1, deutsche Ausgabe erstmals 2012 bei Egmont INK , 320 Seiten. ISBN nicht vorhanden.

ab 14 Jahren

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Jugendbuch-Rezension von Carsten Kuhr: »Eine magische Dreiecksgeschichte«

Danville, Washington, 100 Meilen nördlich von Seattle gelegen, ist ein Örtchen, in dem sich Fuchs und Hase Gute Nacht sagen. Hier wächst nach dem Unfalltod ihrer Eltern die mittlerweile 13-jährige Dancia bei ihrer Oma auf. Geld haben sie wenig. Hinzu kommt, dass Dancia ganz bewusst keine Freundschaften pflegt und versucht, sich mit ihren gebrauchten Klamotten, die meist in Braun- oder Schwarztönen gehalten sind, nicht aufzufallen. Denn Dancia hat ein Geheimnis. Sie kann Dinge bewirken, die ihr selbst Angst machen. Wenn sie sich oder Menschen, die ihr wichtig sind, bedroht sieht, reagiert irgendetwas in ihr aus Reflex – eine Kraft, die dafür sorgt, dass die Bedrohung ausgeschaltet wird. Seit einem versuchten Überfall im Krankenhaus, bei dem Dancias Reflex eingegriffen hat, liegt der Täter im Koma. Unauffällig sein und bleiben ist ihr oberstes Ziel.

Als eines Tages der Leiter der elitären Night Academy zusammen mit einem Vertrauensschüler im Wohnzimmer ihrer Oma auftaucht und ihr ein Stipendium anbietet, glaubt sie zu träumen. Warum ausgerechnet sie, die schulisch nie sonderlich herausgeragt hat, die immer nur Durchschnitt war?
Ihrer Oma zuliebe stimmt sie zu, das Internat für besonders begabte Jugendliche zu besuchen. Dass ihr der Vertrauensschüler Cam gefällt, trägt zu ihrem Entschluss natürlich in keinster Weise bei.

Schon im Bus ins hermetisch abgeriegelte Schulanwesen trifft sie auf Jack, einem Jungen, der wie sie nicht zu den anderen, reichen Schülern passt, und dem sie bereits einmal mit ihren Kräften aus der Bredouille geholfen hat. Auch er ist weder ein hochbegabter Überflieger, noch ein übermäßig talentierter Künstler, hat keine Eltern die in der Regierung arbeiten. Warum nur hat man sie beide zu den anderen Schülern gesteckt? Was macht sie besonders? Was steckt hinter der ehrwürdigen Fassade der Academy?

 

Einmal mehr ein phantastischer Internatsroman – oder mehr?

Wir kennen sie, die vielen Bücher über mehr oder minder normale Internate. Hogwarts stieß da eine Tür auf, in der seitdem viele Autoren ihre Geschichten platzierten.
Nun also dient einmal mehr ein Internat für besonders Begabte als Kulisse für den Auftakt einer neuen Jugendbuchreihe. Dabei geht es nicht etwa – nur – um Genies, sondern, wie der Titel bereits andeutet, eben auch um Jungen und Mädchen, die eine besondere, übernatürliche Begabung haben. Sie sollen, zum Wohle der Menschheit (oder zum Wohle der Leiter der Organisation) geschult und beeinflusst werden.
Hinter dieser Grundthematik verbergen sich dann aber wirklich interessante Personen. Während wir im Auftaktband der Serie über die Menschen hinter dem Internat noch nichts erfahren, nehmen die drei Hauptpersonen schon deutlich Kontur an.

Man könnte den Roman dann auch unter der Überschrift – eine Frau zwischen zwei Männern – präsentieren. Hin- und hergerissen zwischen Jack, Typ einsamer Wolf mit schwerer Kindheit, und Cam, dem umschwärmten, gut aussehenden Mädchenhelden, den alle anhimmeln, fühlt sich unsere Hauptperson von beiden angezogen. Jeder auf seine Art fasziniert sie, und dabei hatte sie bislang mit Jungs gar nichts am Hut. Wie wäre es wohl, sie zu küssen? Kann sie es sich erlauben, sich einem anderen zu öffnen? Kann sie ihnen vertrauen, und will sie es überhaupt? Fragen, die sie umtreiben, zumal sie immer wieder Anzeichen dafür findet, dass sie überwacht wird.

Hier geht es einmal mehr, verborgen unter der faszinierenden Suche nach den Geheimnissen rund um das Internat, um die Fragen, die viele in diesem Alter beschäftigen: Wem kann ich mich anvertrauen? Wem darf, soll, ja muss ich mich öffnen? Bei wem gehe ich das Risiko ein, letztlich enttäuscht zu werden?
Es geht also um Vertrauen – Vertrauen schenken, aber auch sich selbst anderen anvertrauen, und natürlich auch um das ewige Spiel der Geschlechter.

Geschickt und in sich überzeugend porträtiert die Autorin dieses Verliebtsein, die Schmetterlinge im Bauch, aber auch die Sorge, was wenn er mich nicht will, nur ausnutzen oder gar sich über mich lächerlich machen will?
Das sind Sorgen und Ängste, mit denen sich Jugendliche in der Pubertät tagtäglich beschäftigen. Fragen, die sie plagen, und die sie so mühelos in den Text eintauchen lassen.
So manches, vor allem was die Hintergründe des Internats anbelangt, wird im Buch nur angedeutet. Hier wird man auf die weiteren Bände der Reihe warten müssen.

FAZIT

»Die Begabte – Night Academy (1)« liest sich flüssig und interessant, bietet inhaltlich zwar nichts wirklich sensationell Neues, wartet aber mit griffigen Gestalten auf, in die sich der Leser gut hineinversetzen kann.

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