Purpurmond von Heike Eva Schmidt

Buchvorstellung und Rezension

Originalausgabe erschienen 2012 bei PAN , 352 Seiten. ISBN 3-426-28366-2.

ab 12 Jahren

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Jugendbuch-Rezension von Andreas Kurth: »zurück in die Zeit der Hexenverbrennungen«

Caitlin – von allen nur Cat genannt – ist mit ihren Eltern nicht zum ersten Mal umgezogen. Nun ist die Familie in Bamberg gelandet. Cat findet die Stadt ziemlich öde, zumal es ihr in der Schule überhaupt nicht gefällt. Der Grund dafür sind die arrogante Sina und ihr »Hofstaat«. Die Riege von schnippischen Mädels macht Cat das Leben zur Hölle – nicht nur wegen ihrer feuerroten Haare wird sie zum Objekt des gnadenlosen Mobbings. Als Sina sie eines Tages zu einer Party in das so genannte Drudenhaus einlädt, ist Cat deshalb zunächst äußerst misstrauisch, geht dann aber doch hin. Nachdem sich Sina mit ihrer Truppe einen üblen Scherz auf ihre Kosten gegönnt hat, wird Cat auch noch in dem finsteren Gemäuer eingesperrt. Als sie nach einem Ausgang sucht, findet sie in einer Mauernische einen mittelalterlichen Halsreif aus Kupfer. Weil Cat ihn wunderschön findet, denkt sie sich nichts dabei und legt den Reif kurzerhand um ihren Hals – und löst damit eine ungewollte Zeitreise aus.

Cat wird in einen Strudel gerissen und liegt plötzlich auf einer Straße mitten in Bamberg. Als sie die stinkenden Müllberge und die mittelalterliche Kleidung der Menschen sieht, wird ihr schnell klar, dass sie in die Vergangenheit gereist ist. Den Höhepunkt des Schreckens erlebt sie, als auf dem Marktplatz eine Hexenverbrennung stattfindet. Doch plötzlich ist alles vorbei, und in völlig zerschlissener Kleidung wacht sie in ihrem eigenen Zimmer auf. Cat glaubt nun an einen merkwürdigen Traum, aber dann merkt sie, dass sie den Halsreif immer noch trägt – und zu ihrem Entsetzen lässt er sich nicht mehr abnehmen. Das mit diesen Ereignissen verbundene Geheimnis muss Cat unbedingt lösen, denn irgendwann fängt der Reif auch noch an enger zu werden. Bei ihren Nachforschungen trifft sie auf die alte Frau Hahn, die der Magie mächtig sein soll.

Die weise Frau erklärt dem jungen Mädchen, dass die Zeitreise kein Zufall ist. Vielmehr liegt ein Fluch auf dem Halsreif, und den muss Cat lösen. Vor ihr liegen weitere Ausflüge in die Vergangenheit, und dort findet sie in Dorothea eine gute Freundin. Beide Mädchen haben lebensgefährliche Abenteuer zu bestehen, bevor es ihnen gelingt, das Rätsel um den Fluch und den Halsreif zu lösen.

Die zwei Zeitebenen stellen den Leser vor einige Rätsel. Man muss sich erst einmal orientieren und konzentriert lesen, um die ganze Geschichte sortiert zu bekommen. Cat ist eine ziemlich hektische Heldin, mit frecher Schnauze und viel Wortwitz. In meinen Augen macht sie das aber sehr sympathisch; die mittelalterliche Dorothea kommt da eher betulich daher. Im Grunde ergänzen sich die beiden aber ganz gut, und bei den männlichen Protagonisten sind die Rollen eher schnell verteilt. Während der Richter der Schurke ist, sind Daniel und Jakob eher die »Ritter in schimmernder Rüstung«, die sich für das Gute einsetzen. Etwas klischeehaft, aber man fiebert irgendwann mit und hofft eben auf einen guten Ausgang.

FAZT

Heike Eva Schmidt hat mit »Purpurmond« einen wirklich gelungenen Erstlingsroman vorgelegt. Es ist ein fantastischer Abenteuerroman – oder eine Mischung aus Fantasy- und Abenteuerroman, je nachdem, wie man den Schwerpunkt setzen will. Die Autorin hat einen gut lesbaren Stil, die Sprache ist der jeweiligen Person und Situation angemessen. Mit Cat und Dorothea hat sie ein gegensätzliches Paar in den Mittelpunkt der Geschichte gestellt, was für reichlich Abwechslung sorgt. Die Männer sind dabei eher schmückendes – aber notwendiges – Beiwerk. Dennoch ist »Purpurmond« keinesfalls nur ein Roman für junge Mädchen, sondern einfach spannende Unterhaltung, die verschiedene Genres berührt.

Eure Meinung zu »Heike Eva Schmidt: Purpurmond«

Silberfee zu »Heike Eva Schmidt: Purpurmond« 05.07.2012
Wieder mal geht es um das Thema Zeitreise, wie schon bei x – gefühlten Jugendromanen der letzten Zeit ebenfalls.
Hier liegt der Fokus aber anders. Gereist wird ins Jahr 1630, in die Zeit der Hexenverfolgung. Ein brisantes Thema hat sich die Autorin da ausgesucht. Dazu noch ein geschichtlich schwierig zu verpackendes Thema wie ich persönlich finde.
Caitlyn , so heißt die Hauptfigur kommt dabei als typischer Teenie rüber. Mit der Redensart eines Teenies aus dem Jahre 2012 bekommt sie im Jahre 1630 natürlich des Öfteren Probleme, was mich persönlich aber mehr als einmal beim Lesen zum Schmunzeln gebracht hat. Sie ist mir auf ihre Art einfach total ans Herz gewachsen während ich die Geschichte las.
Die anderen jungen Charaktere wirken aber nicht minder sympathisch auf mich. Jeder für sich hatte einfach das besondere Etwas das den Leser dazu bringt die Figuren zu mögen. Gemeinsam sind sie unschätzbar wichtig für die Geschichte und geben ihr Leben.
Sicherlich spielt Vater Zufall den Figuren im Laufe der Geschichte mehrfach sehr deutlich in die Hände, aber nun gut es ist ein Jugendroman mit Fantasyelementen. Entschädigt wird man mit einem gutem Plot und einer Geschichte die von allem was zu bieten hat. History, Romantasy und Crime.
Man zittert mit, man freut sich mit, man liebt mit und man erfreut sich an gut recherchierten historischen Fakten über eine der ältesten Städte Deutschlands (Bamberg).
Gut gefallen hat mir ebenfalls das es sich um einen abgeschlossenen Roman handelt und nicht wieder um den ersten Teil einer Trilogie, deren zweiter Teil erst in gefühlten 5 Jahren erscheint.
Durch den lockeren Stil kann man das Buch ohne Aufwand recht flüssig lesen, was wiederum bedeutet dass die gut 300 Seiten mitunter an einem Tag zu Ende sein können. Dafür ist der Preis der gebundenen Ausgabe recht hoch. Aber wegen der tollen Charaktere und Story gibt es keinen Abzug.

FAZIT :
Ein wirklich schöner Jugendroman aus der Sicht eines Teenagers mit viel Charme und Humor geschrieben. Leider zurzeit nur als gebundene Ausgabe erhältlich, dafür mit einem wunderschönen Cover das einen als Leser schon magisch anzieht.
monika62 zu »Heike Eva Schmidt: Purpurmond« 03.06.2012
Ein toller flott zu lesender Zeitreiseroman.
Caitlin lebt mit ihrer Familie seit kurzem in Bamberg und hat Schwierigkeiten sich einzugewöhnen.
Von mehreren Mädchen aus ihrer Klasse wird sie und einem Vorwand in ein altes Gemäuer gelockt. Hier findet Caitlin einen alten Halsreif und einen alten Vers. Als sie sich den Reif um den Hals legt und den Vers liest, reist sie ins Bamberg des 17. Jahrh.. Hier muss sie nun verhindern, dass Dorothea auf den Scheiterhaufen kommt.
Es gibt natürlich auch eine Liebesgeschichte, oder besser 2.
Es hat mir Spaß gemacht diesen frech frischen Roman zu lesen!
Dein Kommentar zu Purpurmond

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