Gerstenberg

Der Gerstenberg Verlag gehört zu den traditionsreichsten Verlagshäusern Deutschlands. Schon 1792 gründete Johann Daniel Gerstenberg in Sankt Petersburg eine Verlagsbuchhandlung. 1797 siedelte er nach Hildesheim über, wo das Verlagshaus bis heute am historischen Marktplatz steht. Der Gerstenberg Verlag verlegte Bücher, die er auch über die Gerstenbergsche Buchhandlung vertrieb; bald war eine Druckerei angegliedert. Zum wichtigsten Verlagszweig wurde jedoch die Hildesheimer Allgemeine Zeitung, die übrigens die älteste noch bestehende Tageszeitung Deutschlands ist. Bis heute ist die Firma Gerstenberg ein Familienunternehmen – inzwischen in der siebten Generation.

Als Buchverlag hat der Gerstenberg Verlag eine wechselvolle Geschichte erlebt; seine letzte Häutung erlebte er im Jahre 1981 mit dem Aufbau des Kinderbuchprogramms. Wenig später wurde Eric Carles Kleine Raupe Nimmersatt erstmals in Hildesheim veröffentlicht, neben Rotraut Susanne Berners Wimmelbüchern das bekannteste aller Gerstenberg-Bücher. Carles Bilderbuch-Kunst erscheint im deutschsprachigen Raum exklusiv bei Gerstenberg. In den letzten Jahren entwickelte der Verlag die eigenen Kindersachbuchreihen Abenteuer! Maja Nielsen erzählt und Lesen-Staunen-Wissen, Sachhausbücher wie Marco Polo und Die Kelten und viel beachtete Sachbilderbücher, z.B. Achtung, fertig, Baustelle!

In der Kinder- und Jugendliteratur sind erfolgreiche Autorinnen und Autoren wie Timothée de Fombelle, Herbert Günther, Sylvia Heinlein, Kate Klise, Jan de Leeuw, Gunnel Linde, Frida Nilsson, Gudrun Pausewang, Harald R. Eeg, Lilli Thal, Sigrid Zeevaert und Floortje Zwigtman vertreten.

1999 erschien mit der von Rotraut Susanne Berner illustrierten Gedichtsammlung für Kinder Dunkel war’s, der Mond schien helle das erste von Gerstenbergs »Hausbüchern«, die sich zu einem wichtigen Programmsegment entwickelten. Neben Rotraut Susanne Berner finden sich unter den Illustratoren so anerkannte Künstler und Künstlerinnen wie Hans Baltzer, Jutta Bauer, Erhard Dietl, Julian Jusim, Claudia Lieb, Kat Menschik, Reinhard Michl, Renate Seelig, Philip Waechter und Linda Wolfsgruber.

Die Bilderbücher des Gerstenberg Verlags sind von renommierten Künstlern wie Rotraut Susanne Berner, Eric Carle, Katy Couprie und Antonin Louchard, Antje Damm, Ulf K., Miriam Koch, Antje von Stemm, Olivier Tallec, Einar Turkowski und Henrike Wilson gestaltet. International außerordentlich erfolgreich sind die einzigartigen Wimmelbücher von Rotraut Susanne Berner, ein Zyklus von Bilderromanen, die über 80 Figuren im Jahres- und Tagesverlauf vorstellen. Sie erscheinen in 17 Ländern.

Parallel zum Kinderbuchprogramm hat sich bei Gerstenberg ein Programm für Erwachsene entwickelt, das inzwischen ideell und wirtschaftlich für den Verlag ebenso wichtig ist: darunter Bildbände aus den Bereichen Natur und Garten, Wohnen, Lifestyle und Kultur wie Frauen und ihre GärtenDie schönsten Buchhandlungen Europas und Bücherwelten. Foto-Text-Bände von Ute Karen Seggelke wie Frauen über 50 sind Dauerseller. Illustrierte Bände in besonderer Ausstattung hat Robert Nippoldt gestaltet: Gangster. Die Bosse von Chicago, Jazz im New York der wilden Zwanziger und zuletzt Hollywood in den 30er Jahren. Sein Jazz-Buch wurde von der Stiftung Buchkunst als schönstes Buch des Jahres ausgezeichnet.

Ein erfolgreiches Kochbuchsegment wurde mit illustrierten Krimisammlungen mit Rezepten wie Mord zwischen Messer und Gabel begründet und mit illustrierten Kochbüchern wie La nonna, la cucina, la vitaÀ table!, Arte in cucina, Afiyet olsun!, Der Duft meiner Heimat, der Homemade-Reihe und anderen Koch-Geschichten-Bilderbüchern fortgeführt. Erfolgreich sind auch die internationalen Bestseller von Sophie Dudemaine wie Sophies Cakes. Reinhard Michl hat Krimi-Klassiker von Glauser, Chesterton und Christie illustriert. Als kulinarische Zugabe werden Rezepte zu den Krimis serviert.

Auch die im Gerstenberg Verlag entwickelte und in vielen Ländern erscheinende Sachbuchreihe 50 Klassiker hat sich mit über 30 Bänden längst einen festen Platz im Sortiment erobert.

Ein neues Segment zeigt, dass sich der Verlag kreativ weiter entwickelt: 2009 kam zum 40. Geburtstag der Kleinen Raupe Nimmersatt erstmals ein Nonbook-Sortiment auf den Markt, erfolgreich erweitert durch diverse Produkte zu den Bestsellern Fiete Anders, den Wimmelbüchern und neuerdings auch zu Titeln aus dem Erwachsenen-Programm.

Der Name Gerstenberg steht heute dafür, dass inhaltlich anspruchsvolle und ästhetisch reizvolle und innovative Bücher auf dem Markt erfolgreich sein können.

Adrian Mayfield - Versuch einer Liebe Geschrieben von Floortje Zwigtman

London, November 1894. Endlich hat Adrian gefunden, wonach er so lange gesucht hat - die große Liebe: Vincent Farley, Kunstmaler, bis über beide Ohren in ihn verliebt - und ein Mann von Moral und Prinzipien. Adrian ist bereit, alles zu tun, nur damit Vincent niemals von seiner düsteren Vergangenheit in der Little College Street erfährt. Dennoch wird die Luft um sie herum immer dünner - während des Prozesses gegen Oscar Wilde kommen Dinge ans Licht, die nicht nur die Existenz des Dichters, sondern auch die seiner Freunde und Bekannten gefährden und die Liebe zwischen zwei Männern schier unmöglich erscheinen lassen. Haben Adrian und Vincent überhaupt eine Chance? Ungeheuer fesselnd und farbenprächtig schildert die Autorin auch im 2. Teil ihrer faszinierenden Trilogie um Adrian Mayfield das viktorianische London und erzählt eine fast tragisch zu nennende, zutiefst anrührende Liebesgeschichte

Schlagworte (Tags)

homosexuell london oscar wilde


Floortje Zwigtman: Adrian Mayfield - Versuch einer Liebe

Eure Wertung

9 von 10

Au revoir, bis nach dem Krieg Geschrieben von Gudrun Pausewang

Sein Name war Philippe, einer der französischen Kriegsgefangenen. Der Schmächtigste vermutlich. Einer der kaum für harte Arbeit taugt. Ein Student aus Paris. So kommt es, dass Philippe in der Familie Hensel landet. Die Hensel-Männer sind alle im Krieg, bis auf Alfred, der ist noch zu jung und darf nur die Fähnchen auf der Landkarte verrücken, um die Front zu markieren. Die Hensel-Frauen sehen das Naziregime eher kritisch. Der junge Franzose tut ihnen Leid. Aber fraternisieren mit den Kriegsgefangnen ist streng verboten. Der jungen Hanni fällt das ganz besonders schwer. Philippe ist nur ein paar Jahre älter als sie und er hat so wunderschöne  Augen mit langen Wimpern und er ist so freundlich, fleißig und spielt so wunderschön Klavier. Philippes Anwesenheit zaubert ein bisschen Glück in die Familie Hensel zurück. Dabei ist diese Welt so merkwürdig. In Frankreich wartet Philippes Mutter sehnsüchtig auf ihren Sohn, und die Hensel-Frauen wünschten, ihre Männer wären aus Frankreich zurück. Wie seltsam so ein Krieg ist.

Schlagworte (Tags)

2. weltkrieg drittes reich


Gudrun Pausewang: Au revoir, bis nach dem Krieg

Unsere Wertung

9 von 10

Eure Wertung

von 10

Caulfield Geschrieben von Harald Rosenlow Eeg

Als Klaus mit seiner Mutter nach Oslo zieht und das erste Mal das neue Haus betritt, in dem die beiden künftig wohnen werden, kommt ihm das schon wie ein schlechtes Omen vor. Alt, abgewohnt, unrenoviert und irgendwo in der hintersten Reihe am Stadtrand gelegen, wirkt dieses Haus eher abweisend als einladend. Und dann ist da noch das Problem mit der neuen Schule, in die Klaus kommt. Eine neue Klasse, in die er sich einfügen muss, neue Mitschüler, die er erst kennenlernen muss und die ihm eines voraus haben: Sie kennen sich bereits, wissen mit wem man sich einlassen kann und von wem man am besten Abstand hält. Und dann ist seine Mutter zu allem Überfluss auch noch die neue Schulpsychologin an dieser Schule, denn das ist der eigentliche Grund für den Umzug und den damit verbundenen Schulwechsel für Klaus. Doch der introvertierte Klaus ist fest entschlossen: Sein Start an der neuen Schule soll ein voller Erfolg werden, denn er hat es satt, überall als der Loser dazustehen. Da scheint es eine günstige Fügung des Schicksals zu sein, als Klaus dann recht schnell Sturla kennenlernt, einen seiner zukünftigen Klassenkameraden. Doch Sturla reagiert abweisend, verhält sich seltsam und trotzdem sucht Klaus seine Freundschaft -  nicht ganz ohne Eigennutz, erhofft er sich doch durch diese Freundschaft einen besseren Start in der neuen Klasse. Doch bevor es dazu kommt, ist Sturla plötzlich tot. Unfall, Selbstmord oder gar Schlimmeres? Klaus, der zufällig in den Besitz von Sturlas Tagebuch gelangt, glaubt nicht an einen Unfall oder gar einen Selbstmord, und er beschließt, der Sache auf den Grund zu gehen. Dabei gerät er sehr schnell in ein gefährliches Spiel.


Harald Rosenlow Eeg: Caulfield

Unsere Wertung

9 von 10

Eure Wertung

10 von 10

Ich, Adrian Mayfield Geschrieben von Floortje Zwigtman

Der 17-jährige Adrian Mayfield arbeitet als Ladendiener bei einem Herrenausstatter. Die Arbeit gefällt ihm nicht, doch aus dem armen East London stammend kann er nicht wählerisch sein. Als der exentrische Maler Augustus Trops Adrian bei der Anprobe seines bestellten Anzugs zu nahe tritt, ändert sich alles. Adrian ist zunächst noch entsetzt, bemerkt dann aber mit gemischten Gefühlen, dass er sich eigentlich nie so recht für Mädchen interessiert hat. Dass er eher bei Jungs zweimal hinschaut, merkt er spätestens, als sich ein hübscher Italiener immer wieder in seine Gedanken schleicht. Als er seine Arbeit verliert, führt ihn sein Weg direkt zu Augustus Trops, und damit eröffnet sich ihm eine ganz neue Welt. Als Malermodell erhält er Zutritt zu den Künstlerkreisen Londons, die vorzugsweise im Café Royal zusammenkommen, trifft sogar auf Oscar Wilde, der die illustre Gesellschaft anzuführen scheint. Trops vermittelt Adrian schließlich an den zurückhaltenden Maler Vincent Farley, dem er ebenfalls Modell sitzt. Obwohl Adrian großen Gefallen an seinem neuen Leben findet, spürt er doch immer wieder deutlich, dass er auf sich allein gestellt ist. Außerdem gelingt es ihm nur mühsam, das dichte Netz aus Verschwörungen, Intrigen und Geheimnissen zu durchblicken. Homosexualität stand im London des 19. Jahrhunderts unter Strafe, und so wird es auch für Adrian immer gefährlicher.


Floortje Zwigtman: Ich, Adrian Mayfield

Unsere Wertung

9 von 10

Eure Wertung

9 von 10

Prison Island Geschrieben von Hilde K. Kvalvaag

Als Kusine Mai auf unbestimmte Zeit zu Besuch kommt, reagiert die fünfzehnjährige Idun wenig erfreut. Mit der älteren Mai will sie eigentlich nichts zu tun haben, weil diese, so Idun, eine Schlampe ist und Sex für sie eine alltägliche Begebenheit ist wie Hallo sagen. 


Hilde K. Kvalvaag: Prison Island

Unsere Wertung

9 von 10

Eure Wertung

von 10


nach oben

Inhalte von www.jugendbuch-couch.de:

über die Jugendbuch-Couch: