Der Ruf des Kolibris von Christine Lehmann

Buchvorstellung und Rezension

deutsche Ausgabe erstmals 2009 bei Thienemann , 544 Seiten. ISBN 3522200233.

ab 14 Jahren

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Kurzbeschreibung:

Ein Jahr Kolumbien. Noch ahnt Jasmin nicht, was sie erwartet. Dass sie Verzweiflung kennenlernt. Sich sich von der Magie des Landes verzaubern lässt, Gewalt begegnet, den Duft der Freiheit schmeckt, an die Grenzen des Möglichen kommt. Vor allem aber trifft sie Damiàn. Damiàn, den gut aussehenden Indio, der ein dunkles Geheimnis hütet. Tief im kolumbianischen Urwald und den nebligen Bergen der Anden findet Jasmin Antworten. Und ist doch längst rettungslos in ihrer Liebe zu Damiàn verfangen.

Jugendbuch-Rezension von Corinna Abbassi-Götte: »Romeo und Julia in Kolumbien«

Der Indigo Damián und die Deutsche Jasmin – fast wie »Romeo und Julia«!

Die 16jährige Jasmin muss mit ihrer Familie für ein Jahr nach Kolumbien. Ihr Vater ist Arzt und möchte den Menschen dort helfen. Sozialromantik nennt Jasmin diesen Traum spöttisch und hat  von Anfang an Probleme, sich in Bogotá einzuleben. Glücklicherweise lernt sie direkt in den ersten Tagen den höllisch attraktiven Damián Dagua kennen. Obwohl sie ihn für einen Dieb hält, verliebt sie sich in ihn.

Sie sehen sich wieder, nur leider gehört der 20jährige Indigo Damián nicht gerade zu den Personen, mit denen ihre Eltern etwas zu tun haben. Er ist ein Dieb, vielleicht auch ein Mörder, vielleicht gehört er sogar zu einer Terrororganisation. Jasmin ist das egal. Sie ist sich sicher, die große Liebe gefunden zu haben und schmiedet sofort Zukunftspläne.

Jasmins Eltern sind davon alles andere als begeistert. »Willst du mit ihm im Dschungel leben und fünf Kinder zur Welt bringen? Ist es das, was du willst? Du kannst ja nicht mal kochen!« meckert Jasmins Mutter. Ihr Vater ist ebenfalls gegen die Beziehung, findet aber diplomatischere Worte. Jasmin lässt sich nicht beirren, obwohl sie Damián kaum kennt. Er erwidert ihre Gefühle, das weiß sie, obwohl er immer wieder sagt, dass sie keine gemeinsame Zukunft haben.

Als Jasmin ihren Vater auf einer Reise zu den Diamantmienen begleitet und beide in die politischen Streitigkeiten des Landes hineingezogen werden, ist es Damián, der sie rettet. Und endlich erhält Jasmin absolute Gewissheit: Damián liebt sie! Doch wie bei Romeo und Julia gibt es von allen Seiten extreme Einwände gegen ihre Liebe, und ein glückliches Ende scheint es auch bei ihnen nicht zu geben. Jasmin ist bereit, Damián überallhin zu folgen, doch Damiáns Rat lautet: »Hab Geduld, Jasmin.« Und außerdem gibt es da immer noch ein paar Dinge, die sie nicht über ihn weiß.

Die Geschichte ist spannend, doch es gibt auch ein paar Dinge, die mich mehr und mehr genervt haben. Dazu gehören vor allem Jasmins Stimmungsschwankungen, ihr Gefühlswirrwarr, die hin und wieder hervorblitzende Unsicherheit über ihre Beziehung zu Damián und das unreife Türenknallen als Abschluss eines jeden Streits.

Der Schreibstil von Christine Lehmann hat mich ebenfalls nicht durchweg überzeugt. Neben schönen und angemessenen Beschreibungen fließen häufig recht geschwollene Formulierungen ein, und darauf folgt dann wieder eine moderne, fast schon flapsige Ausdrucksweise. Vor allem die Benutzung des Wortes »behindert« im Sinne von »bescheuert« hat mich verärgert.

Sehr gut fand ich jedoch, dass die Autorin es geschafft hat, sämtliche Problematiken aus verschiedenen Sichtweisen zu beleuchten. Es bleibt stets dem Leser überlassen, sich ein eigenes Urteil über alle Vorgänge zu bilden. Hierzu erfährt er viel über die sozialen und politischen Probleme Kolumbiens. Vor allem die Kultur der Indigos samt ihrer Traditionen und ihre oftmals dramatische Geschichte ist eindrucksvoll dargestellt.

Doch trotz hohem Kitschfaktor und oft nerviger, unreifer Jasmin ist dieses Buch ein schöner Schmöker. Kolumbien mit seiner fremden Kultur ist sehr reizvoll, und man bekommt richtig Lust, mehr über dieses Land zu erfahren. Auch die nicht ganz einfache aber dennoch perfekte Lösung der Geschichte hat mir sehr gefallen und viele oberflächliche Verhaltensweisen der Personen wieder wettgemacht.

FAZIT

Wer eine Schwäche für »Romeo und Julia«-Geschichten (ohne tragisches Ende) hat und es ein wenig kitschig mag, sollte sich »Der Ruf des Kolibris« nicht entgehen lassen. Kolumbien und vor allem der attraktive Damián entschädigen für die ein oder andere Kritik.

Eure Meinung zu »Christine Lehmann: Der Ruf des Kolibris«

Laura zu »Christine Lehmann: Der Ruf des Kolibris« 25.08.2010
ICh fande das Buch echt atemberaubend! Es ist wirklich ein tolles Buch. Ich finde man kann sich wirklich in die Gefühle von jasmin und Damian hineinversetzen. Allerdings ist das Buch für mich noch nicht zuende! Es könnte weitergehen und ich hoffe das Christine Lehmann vill noch weiterschriebt! Außerdem versteht man jetzt die Problematik in Kolumbien. Es könnte genau so sein! Es ist toll..!!!
großes Lob..:)
Rita Hoffmann zu »Christine Lehmann: Der Ruf des Kolibris« 01.08.2010
Das Buch beschreibt die Gefühlswelt/-erlebnisse einer 16 Jährigen.
Das Ende ist enttäuschend, jedoch ist es dein Tagebuch über die Erlebnisse i Kolumbien, also ist es verständlich, dass das Danach nur im Telegramm-Informationsstil abgehandelt wird. Dabei ist sie ja auch über 20 und daher ist die Sprache nicht mehr einer 16Jährigen.
Man wünschte sich einen romatischen Schluss, aber bei welcher 16 Jährigen verläuft das Leben schon romantisch?
Entsetzt hat mich auch der Begriff 'behindert', der für alle Behinderten diskriminierend ist. Egal welche krasse Jugendsprache man akzeptieren muss, aber das ist eindeutig menschenrechtsverletzende Diskriminierung, die man auch nicht denken sollte, schon garnicht in einem Jugendbuch schreiben. Es ist eventuell ein Verschreiber?
Fabii zu »Christine Lehmann: Der Ruf des Kolibris« 11.04.2010
Mir hat das Buch sehr gut gefallen, vor allem wie wunderschön das geheimnisvolle Land Kolumbien beschrieben wird. Aber auch ich finde das Ende nicht so passend. Jasmin und Damian sollten zusammen kommen, denn ihre Gefühle füreinander sind so schön beschrieben. Außerdem wäre es toll, wenn es mehrere Teile von diesem Buch geben würde und die beiden dann endlich zusammen kommen würden.
Aber sonst ist "Der Ruf des Kolibri" mein absolutes Lieblingsbuch geworden!!!
Nati zu »Christine Lehmann: Der Ruf des Kolibris« 07.04.2010
Das Buch ist sehr schön geschrieben.
Man kann sich gut in Jasmin herreinversetzen.
Die Gefühle und der Charakter von Jasmin und auch von Damian sind manchmal etwas übertrieben dargestellt.
Man bekommt die politische Schwierigkeiten Kolumbiens mit. Dies habe ich beim ersten mal lesen auch nicht so gut verstanden.
Julia Meidinger zu »Christine Lehmann: Der Ruf des Kolibris« 09.01.2010
Mir persönlich hat dieses Buch sehr gefallen, da es eine außergewöhnliche Geschichte über die Liebe zwischen zwei Jugendlichen ist, die in zwei verschiedenen Welten leben und trotzdem nicht voneinander lassen können.
Besonders gut haben mir die Beschreibungen Kolumbiens, des Lebens der heutigen Jndios und der Liebe zu dem attraktiven Damian gefallen.Die Sprache von Christine Lehmann ist nicht ganz stilsicher, aber am meisten hat mich der Charakter der Jasmin gestört. Einmal benimmt sie sich wie ein pubertierender Teenager (schließlich ist sie ja auch erst 16) und kurz darauf trifft sie die Erkenntnis, wie erwachsen und reif sie schon ist. Ich verstehe nicht genau, was Damian an ihr genau findet, da sie keinen direkt gefestigten Charakter hat und oft ziemlich kindlich wirkt. Seltsam ist auch, dass sie, kurz nachdem sie Damian zum ersten Mal geküsst hat und sie ihn noch nicht einmal richtig kennt, ihren Eltern verkündet, sie würde diesen jungen Mann heiraten, obwohl sie keine Ahnung hat, was Damian wirklich für sie empfindet. Ich finde dass die "Liebe auf den ersten Blick"-Story ein wenig übertrieben wird und Damian zu erwachsen und reif im Gegensatz zu der verwöhnten, kindlichen Jasmin erscheint.Ich persönlich bin, während ich dieses Buch gelesen habe, innerlich selbst mit Jasmin gereist und habe ihre Geühle für Damian geteilt, da er ein wirklich außergewöhnlicher, schöner und intelligenter junger Mann ist, der eine sehr harte Biogrphie hat und sich in zwei Welten zurechtfinden kann: der seiner indigenen Familie in den Bergen und der Modernen.
Das Ende finde ich nicht befriedigend, da 8 Jahre vergehen, ohne dass sich die beiden sehen oder voneinander hören und ein endgültiges Wiedersehen mit einer Beziehung nicht sicher ist.Insgesamt hat mir dieses Buch aber doch sehr gefallen, obwohl ich mich mit Jasmin nicht identifizieren konnte und das Ende auch nicht meiner Vorstellung von einem schönen Kitschroman ensprach, was aber dieses Buch auch nicht ist.
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