Die unheimlichen Fälle des Lucius Adler - Der goldene Machtkristall von Bernd Perplies & Christian Humberg

Buchvorstellung und Rezension

deutsche Ausgabe erstmals 2016 bei Thienemann , 288 Seiten. ISBN nicht vorhanden.

ab 12 Jahren

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In Kürze:

Dass er kurz nach seiner Ankunft in London im größten Abenteuer seines Lebens steckt, hätte Lucius nie geahnt. Zum Glück sind seine neuen Freunde mit allen Wassern gewaschen: Theodosia besitzt übersinnliche Kräfte, Sebastian hat schon gegen Löwen gekämpft und Harold, der junge Erfinder, hat einen Automatenmann gebaut. Zusammen machen sie sich auf die Suche nach einem geheimnisvollen Kristall, der aus dem Museum gestohlen wurde und der von dunkler Magie erfüllt ist!

Jugendbuch-Rezension von Carsten Kuhr: »Holmes staunt Bauklötzchen«

Irgendwo haben Sie doch den Namen Irene Adler schon einmal gehört? Vielleicht haben sie ihn auf einem Plakat gelesen, auf dem die sensationelle Theater-Show der einzigartigen Illusionisten angekündigt wurde, vielleicht gar entsprechende Bemerkungen in den illustren Kreisen der Gesellschaft aufgeschnappt. Oder, sie arbeiten bei der Polizei und sind hinter der besten Diebin der Welt her – vergeblich, wie ich anmerken darf.

Als letzte Variante, bei dem der Name ihnen vielleicht untergekommen sein könnte, habe ich das Strand Magazine in Petto, in dem ein gewisser Dr. Watson die Ermittlungen, pardon Deduktionen eines Sherlock Holmes für die breite Öffentlichkeit aufbereitet. Was das Ganze mit mir zu tun hat wollen Sie wissen?

Nun, ich bin Irene Adlers Sohn, helfe ihr bei ihren Auftritten auf der Bühne und begleite sie auf der ganzen Welt. Dumm ist allerdings, dass meine Mutter mich just bei eben jenem Privatdetektiv Holmes abgeladen hat, zu nahe sind ihr die Häscher auf den Fersen. Jetzt sitze ich, von Mrs. Hudson wunderbar verpflegt, bei zwei alten, merkwürdigen Männern und langweile mich zu Tode. Gut, dass Sherlocks Bruder Mycroft vorbeikommt und mich mit in seinen Club nimmt. Zwar ist dort jegliches Reden verboten, im Turm des Bauwerks aber treffen sich drei Jugendliche, die, wie ich, neu in der Stadt sind.

Theodosia besitzt nicht nur eine leibhaftige Schlange sondern auch übersinnliche Kräfte, Sebastian ist ganz der Sohn und Enkel seiner Vorfahren, den Quatermains. Er ist schon in vergessenen Stätten einstigen Hochkulturen und im tiefen Dschungel gewesen. Harold ist ein Bastler und Erfinder der Superklasse.

Als im Britischen Museum eingebrochen, und aus der Sammlung- die Allan Quatermain dort vorbereitet – ein magisches Kleinod entwendet wird, mit dessen Hilfe man Unschuldige dazu zwingen kann, Morde zu begehen, ist es an uns vier, die Verdächtigen aufzuhalten – auch wenn dies Sherlock und Lestrade so gar nicht gefällt …

Eine neue, frische Generation mit detektivischem Spürsinn

Die beiden Autoren haben sich schon vor einiger Zeit zusammengetan, um ihre junge Leserschicht mit packendem Futter zu versorgen. Mit ihrer Drachengasse 13-Reihe haben sie dafür gesorgt, dass junge Menschen an das Medium Buch herangeführt wurden und das Schmökern für sich entdeckt haben. Nun starten sie im Thienemann Verlag eine neue Reihe. Statt aber blind dem großen Vorbild Arthur Conan Doyle und seinen Figuren zu folgen, setzen die Beiden auf deren Kinder. Der Sohn Irene Adlers und der Alan Quatermains, da verbinden sich die spannendsten Geschichten der entsprechenden Ära miteinander.

Detektivische Deduktion und verschollene Urwaldkulturen aus fernen Ländern, das übt selbst heute noch seinen Reiz auf die Leser aus. Dazu gesellen sich an Steampunk angelehnte Ideen. Etwa einen Robotbutler oder Séancen, dann als Kulisse das Victorianische London, das hat schon etwas. So läuft die Handlung spannend und rasant vor den Augen der Leser ab, werden diese förmlich ins Abenteuer hineingezogen.

Ganz behutsam versuchen die Autoren ihre Figuren dann auch mit ein wenig Tiefe auszustatten. Auch wenn der packende Plot natürlich das Buch dominiert, tauchen immer wieder einmal nachdenkliche Betrachtungen auf. Einsamkeit spielt eine Rolle, das Gefühl, von den Erwachsenen nicht ernst genommen zu werden, ausgegrenzt zu werden, oder aber auch die Macht der Freundschaft, die Halt bietet.

Fazit

So besuchen wir im Roman nicht nur ein faszinierendes London, sondern wir lernen unsere mutigen jungen Helden kennen und folgen diesen ins erste von hoffentlich vielen Abenteuern: Wartet in diesem ersten doch viel Potential darauf, noch gehoben zu werden.

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