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Yvonne Schulze
Manchmal ist einem der Tod näher als man glaubt

Buch-Rezension von Yvonne Schulze Feb 2012

Das meint Jugendbuch-Couch.de: "Manchmal ist einem der Tod näher als man glaubt"

Die 17jährige Charlie führt eigentlich ein glückliches Leben. Ihre Eltern haben sich zwar vor einiger Zeit getrennt und ihre Mutter kümmert sich seitdem nur noch um ihr Geschäft anstatt um ihre Tochter, doch Charlie hat ja noch ihre ältere Schwester Miriam, die für sie der wichtigste Mensch und Ansprechpartner ist. Als Flinn in Charlies Leben auftaucht, verliebt sie sich sofort in ihn, und diese Liebe wird auch erwidert. Alles hätte so schön sein können, wären da nicht die ominösen Schwächeanfälle, unter denen Charlie neuerdings leidet und auch das eigenartige Herzklopfen scheint nicht nur mit Flinn zu tun zu haben. Eine Untersuchung bringt die schreckliche Wahrheit ans Licht: Charlie ist schwer herzkrank und braucht dringend ein Spenderherz, ansonsten muss sie sterben. Während sie immer schwächer wird, steigt zugleich ihre Angst, dass Flinn sie irgendwann verlässt. Doch dann kommt eines Tages die erlösende Nachricht: Es gibt ein Spenderherz für sie.  

Während Siebzehnjährige in der Regel von der Zukunft träumen und sich kaum Gedanken um den Tod machen, muss sich Charlie bereits mit ihm auseinandersetzen. In dem Debütroman der beiden Autorinnen Jennifer und Jessica Hauff geht es um das Thema Organspende. Die Botschaft dieses Buches ist klar: Es ist ein Appell an die Leser, sich über das Thema Organspende Gedanken zu machen. Die Wartelisten für Spenderorgane sind lang, und so muss auch Charlie lange auf ein Spenderherz warten. Zeit, die sie eigentlich nicht hat. Denn jeder Tag des Wartens bringt sie dem Tod ein Stückchen näher. Dabei hätte das Leben so schön sein können, erlebt sie doch mit Flinn gerade ihre erste große Liebe, die nun durch ihre Krankheit vor der ersten Zerreißprobe steht. Doch Flinn hält zu ihr und steht ihr in dieser schweren Zeit bei.

Charlies Mutter ist in erster Linie Geschäftsfrau und kümmert sich kaum um die Tochter. Sie bleibt auch ziemlich schablonenhaft und wird nur auf die ichbezogene Karrierefrau reduziert. Man nimmt es den Autorinnen nicht ab, dass einer Mutter - und sei sie noch so karriereversessen - ihr Geschäft wichtiger bleibt als die sterbenskranke Tochter. Charlies wichtigste Bezugsperson ist ihre ältere Schwester Miriam, zu der sie ein ganz besonders inniges Verhältnis hat. Da die beiden Autorinnen ebenfalls Schwestern mit einer besonders engen Bindung zueinander sind, verwundert es nicht, dass das Thema Geschwisterliebe eine wichtige Rolle in dieser Geschichte spielt.  

Die erste Hälfte des Romans ist sehr gut gelungen, man ist als Leser nah dran an der Geschichte, spürt das Hoffen und Bangen und ist erleichtert, als es endlich ein Spenderherz für Charlie gibt. Licht und Schatten, Hoffnung und Resignation wechseln sich ab in diesem ersten Teil, der von den beiden Autorinnen mit viel Empathie und Einfühlungsvermögen erzählt wird.

In der zweiten Hälfte des Buches driftet die Handlung dann aber in ein realitätsfernes Konstrukt und bekommt den faden Beigeschmack des Trivialen. Statt zu zeigen, was es für jemanden wie Charlie bedeutet, mit einem Spenderherz zu leben, schicken die Autorinnen ihre Heldin auf die Suche nach dem Spender. Die Geschichte schlägt eine Richtung ein, die Charlies Krankheit zu einer Lappalie degradiert, die sie scheinbar mühelos wegsteckt, um aus fadenscheinigen Gründen wie besessen nach dem Spender zu suchen, wobei der Leser dessen Identität sehr schnell errät. Es ist nichts dagegen einzuwenden, dass die Autorinnen der Geschichte in der zweiten Hälfte eine positive Richtung geben wollen. Was spricht aber dagegen, hier trotzdem realistisch zu bleiben und zu zeigen, dass das Leben mit einem Spenderorgan zwar nicht einfach, aber trotzdem lebenswert ist? Der drastische Richtungswechsel in die Kitschecke und der Angriff auf die Tränendrüsen des Lesers ist kaum nachzuvollziehen und die Überdosis "Heile Welt" in diesem Roman kaum zu ertragen.

FAZIT

Schade, dass die Autorinnen ihren jungen Lesern nicht etwas mehr Realitätssinn zutrauen.  
Es wäre ein rundherum gelungener Roman gewesen, wenn sie das Konzept der ersten Hälfte auch bis zum Ende konsequent beibehalten hätten, statt die Geschichte in der zweiten Hälfte zu verkitschen. Von Vorteil wäre es sicher auch gewesen, wenn die Autorinnen das Gespräch mit Betroffenen gesucht hätten, was anscheinend nicht geschehen ist. Romantikerinnen mit einem Faible für emotionsgeladene Herz-Schmerz-Geschichten werden an diesem Roman ganz sicher ihre Freude haben. Unmittelbar Betroffenen sollte man vom Lesen dieses Buches dagegen eher abraten.

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