Scorpia Rising. Alex Riders neunter Fall

Erschienen: Januar 2011

Bibliographische Angaben

  • Ravensburger, 2011, Titel: 'Scorpia Rising', Originalausgabe

Couch-Wertung:

8

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Corinna Abbassi-Götte
Mit einem würdigen Finale geht eine Ära zu Ende!

Buch-Rezension von Corinna Abbassi-Götte Okt 2011

Das meint Jugendbuch-Couch.de: "Mit einem würdigen Finale geht eine Ära zu Ende!"

Seitdem Alex Rider 14 Jahre alt ist, wird er immer wieder vom MI6 in unterschiedlichste Fälle eingeschleust. Dass es dabei laut Alan Blunt (Direktor der Abteilung für Spezialoperationen) nicht gefährlich werden soll und doch immer wieder im lebensgefährlichen und mehr und mehr persönlichen Desaster für Alex endet, ist nicht verwunderlich. Da helfen zwar die Gadgets, die er zur Unterstützung erhält, weiter, aber entkommen tut er den meist doch ziemlich widerwärtigen Verbrechern nicht.
Am 5. Band ist Alex bereits mit der Verbrecherorganisation Scorpia in Berührung gekommen, die er arg aufgemischt hat. Dass Alex dafür gesorgt hat, dass wichtige Köpfe der Organisation unschädlich gemacht wurden, dass es also ein 14-jähriger geschafft hat, ihr zu schaden, hat Scorpia nie verwunden.
Wie der Titel bereits verrät, bekommt es Alex im neunten und leider letzten Band der Serie erneut mit Scorpia zu tun, die es sich zum Ziel gesetzt hat, das Ansehen Großbritanniens ein für allemal zu zerstören. Der Plan, der dazu gefasst wird, klingt zwar völlig verrückt, Fakt ist allerdings, dass Alex darin eine besondere Rolle spielen soll: Er soll sterben. Nicht weiter verwunderlich, und zu unserer aller Besorgnis lässt sich der britische Geheimdienst tatsächlich hinters Licht führen – und Alex tappt genau in die Falle.

Viel kann man nach acht Bänden "Alex Rider" eigentlich nicht mehr sagen. Alex Rider ist nach wie vor ein intelligenter, sportlicher, mutiger und überaus sympathischer junger Mann, der schon lange dazu in der Lage ist, seine eigenen Entscheidungen zu fällen. Die Erfahrungen, die er dank der Einsätze gemacht hat, haben ihm allerdings mittlerweile auch einen großen Teil seiner Unbeschwertheit genommen, so dass er ernster und ein wenig bedrückter daherkommt. Mehrere Male musste er bereits um sein Überleben kämpfen, wurde angeschossen, musste sich vor Haien und Krokodilen in Acht nehmen, landete nach einem etwas absurden Ausflug ins All im australischen Meer und und und ...
Natürlich hat ihn das verändert, und als schließlich noch die wahren Hintergründe um den Tod seiner Eltern ins Spiel gekommen sind, er die berechnende Vorgehensweise des MI6 immer mehr durchblickt und alles anfangs noch irgendwie Spielerisches bei seiner "Arbeit" längst verschwunden ist, war seine Jugend spätestens unwiderruflich vorbei. Dabei hat Alex am Ende des achten Bandes "Crocodile Tears" gerade erst seinen 15. Geburtstag mit ein paar Freunden gefeiert.

In der Hoffnung, die Zeit als jugendlicher Geheimagent sei endlich und endgültig vorbei, führt er zunächst wieder das Leben eines ganz normalen Jungen.
Nicht erst als ein Scharfschütze ausgerechnet in der Schule auf Alex schießt wissen wir Leser, dass der Frieden trügerisch war. Horowitz spannt uns hier ganz schön auf die Folter, denn im gesamten ersten Teil des Buches geht es um Scorpia und ihren perfiden Plan, Großbritannien zu schaden.
Mit anzusehen, wie Alex zwar in Sicherheit gebracht wird, letztendlich aber genau in die Falle tappt, ist natürlich ebenfalls sehr spannend. Da hilft es wenig, dass Alex dieses Mal Jack Starbright, sein Au Pair Mädchen, dabei hat, die ihn einfach nicht alleine lassen will, obwohl sie schon länger große Zweifel an ihrem Stellenwert in Alex’ Leben besitzt. Und auch Smithers, von dem Alex seine Gadgets erhält, steht ihm dieses Mal zur Seite. Es wird also gewohnt spannend und actionreich, ein wenig vorhersehbar ist der Handlungsverlauf allerdings doch, trotz diverser Schock- und Überraschungseffekte. 
Alex muss Opfer bringen, die ihm auch den letzten Rest seiner Unbeschwertheit nehmen. Natürlich begehrt man innerlich dagegen auf, doch ganz ohne würde es wohl nicht funktionieren. "Muss das wirklich sein?", fragt man sich, aber die Reihe ist inzwischen eben auch erwachsener geworden, was man vor allem am Gewaltpotenzial und an den kranken Ideen seiner Gegner sieht.
Es geht also ganz schön zur Sache, mal wieder, aber das ist auch gut, denn nicht nur Alex’ Leben, sondern das Ansehen des ganzen Landes steht dieses Mal auf dem Spiel. Im Vergleich zu den Vorgängerbüchern ist dies jedoch nicht die größte aller durchgestandenen Gefahren, aber dennoch brisant genug, um wieder einen explosiven Fall zu liefern.
Dass die ein oder andere überraschende Information um die Personen in Alex’ Umfeld einfließt, bietet einige interessante Aspekte, die schmunzeln lassen, die Sympathie und das Mitgefühl für Alex aber auch noch einmal rapide in die Höhe schnellen lassen.
"Scorpia Rising" ist demnach ein würdiges Finale, allerdings hat Alex in der Vergangenheit schon den ein oder anderen Fall gelöst, der spannender und interessanter als der vorliegende war. Dafür greift Horowitz äußerst angenehm, manchmal sogar ein wenig provozierend und natürlich sehr geschickt, noch einmal den ein oder anderen Faden aus anderen Büchern auf, so dass sich mit "Scorpia Rising" der Kreis schließt und das abschließende Fazit lautet:

Mit einem würdigen Finale geht eine Ära zu Ende!

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