Skulduggery Pleasant - Bd. 7: Duell der Dimensionen

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

Es ist schon seltsam im Leben. Solange Ash und seine jüngere Schwester Lucky sich erinnern können, werden sie von ihren Mitschülern im heimatlichen London als Inder angemacht, gehören nicht wirklich dazu. Jetzt sind sie endlich einmal bei ihrem Onkel in Indien zu Besuch, und müssen sich in ihrer vermeintlichen Heimat als Briten verunglimpfen lassen. Damit nicht genug, ist Indien so ganz anders als sie erwartet haben. Ja sicherlich, in den Kinos laufen die Komödien aus Bollywood, doch statt auf ein modernes High-Tech Land, stoßen sie all überall auf Armut, heilige Kühe verstopfen den Verkehr und der Ganges stinkt zum Himmel.

Als ihr Onkel von einem Milliardär eingeladen wird und einen Job angeboten bekommt, scheint sich das Blatt zu wenden. Im frisch renovierten Palast des alten Mäzens erhält dieser einen Scheck über 2 Millionen Dollar und einen nagelneuer Mercedes – und das alles nur für die Übersetzung eines alten Manuskripts? Ash kommt das gleich ein wenig verdächtig vor – warum bezahlt Jemand einem Geschichtsprofessor 2 Millionen nur für eine Übersetzung?

Und er hat recht gehabt mit seinem Riecher: Als Ash bei einer Ausgrabung des Mäzens auf eine verborgene Höhle stößt, wird sein Geist in den Körper eines legendären Helden aus der tiefsten Vergangenheit versetzt. Damals hat er als Prinz gegen den Dämonenfürsten gekämpft – und verloren. Doch wie sagt der Hinduismus: auf dem Rad des Lebens wird man immer wieder geboren, die Geschichte wiederholt sich.

Als er aus seinem Wachtraum wieder zu sich kommt, hat er eine antike, goldene Pfeilspitze in der Hand, die er ohne groß nachzudenken einsteckt. Nachdem sein Onkel die lukrative Anstellung fristlos kündigt, zeigt sein Auftraggeber sein wahres Gesicht – er lässt die Rakshasas, die indischen Dämonen auf sie los. Sein Onkel und dessen Frau sterben in den Trümmern des Mercedes, Lucky und er werden von einem merkwürdigen Priester gerettet, der Ash etwas von einer Verpflichtung erzählen will, den Kampf gegen den Herren der Dämonen aufzunehmen.

Verrückt, oder?

Dabei wollen die Geschwister nichts lieber, als zu ihren Eltern zurück. Stattdessen lernt Lucky in einem Waisenheim das Heilen, Ash wird zum Kämpfer ausgebildet …

Die Indische Mythologie ist uns West-Europäern etwas recht Fremdes. Während wir die irischen Feen, die Asen und die Gralssage mit der Muttermilch aufgesaugt haben, sind uns die Welt von Kali und Co recht fremd geblieben. Insoweit ist es zu begrüßen, dass wir im Gewand eines spannend aufgezogenen Fantasy-Thrillers einen entsprechenden Roman präsentiert bekommen.

Zudem erwartet den Leser eine ungewohnte Handlungsbühne. Mit dem farbenprächtigen Indien hat der Autor eine ebenso malerische, wie interessante Kulisse für seinen Plot ausgewählt. Allerdings, und das ist dann auch schon das größte Manko des Buches, bleibt er hier zu sehr an der Oberfläche. Von den Missständen in Indien, dem Kastenwesen, der Armut, dem Missbrauch und der Stellung der Frauen in der Gesellschaft ist kaum etwas zu lesen, statt dessen reduziert sich das Indische auf die phantastischen Paläste der Maharadschas und die heiligen Kühe. Einzig wenn einmal die Leiche einer armen Frau im Ganges vorbei treibt, wird die große Armut des Landes aufgegriffen, aber kaum reflektiert. Im Zentrum steht ganz der Kampf gegen den Dämonenfürsten. Ich hätte mir gewünscht, dass der Autor hier mehr die Probleme des Schwellenlandes in seinen Roman hätte einfließen lassen – so hätte es ohne große Änderungen auch in anderen Ländern Asiens spielen können.

Die Handlung selbst bietet sich als interessant und spannend dar, der Abenteuerfaktor ist hoch, die Dramatik wird groß geschrieben.

Fazit

In ungewöhnlicher Kulisse erwartet den Leser eine packend aufgezogene Handlung um indische Dämonen, Götter und einen jugendlichen Helden. Ein wenig fehlt dem Ganzen jedoch die Auseinandersetzung mit den Problemen des Landes und damit der aktuelle Bezug. 

Couch-Wertung:

8
Praktikabilität

Leser-Wertung

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Carsten Kuhr
Action-Blockbuster mit rasant und gewaltbetont aufgezogener Handlung

Buch-Rezension von Carsten Kuhr Okt 2013

Die letzten Jahre waren für Stephanie nicht eben einfach. Seitdem sie ihren Großvater, einen sehr erfolgreichen Horror-Autor beerbt hat, hat sich ihr Leben rapide gewandelt. Anlässlich der Beisetzung ihres Opas hat sie Skulduggery Pleasant kennen gelernt, einen Detektiv. Nun sich Detektive als solche schon interessant, besonders natürlich für einen Teenager, doch Skulduggery ist ein besonderer Detektiv. Im Auftrag des Sanktuariums sorgt er dafür, dass die Menschen nicht bemerken, dass Magier unter ihnen wohnen. Habe ich schon erwähnt, dass Skulduggery nicht nur einen Bentley fährt, sondern auch ein wandelndes Skelett ist?

Nun, das ist beileibe nicht das Ungewöhnlichste was Stephanie, deren wahrer magischer Name Walküre Unruh lautet, in den nächsten Jahren begegnet. Während ihr Spiegel-Ich ihr normales Schul- und Familienleben für sie übernimmt, tritt sie gegen finstere Mächte, intrigante Magier und Möchtegern-Diktatoren an und  verhindert die Wiederkehr der alten Götter.

Dieses Mal aber geht so ziemlich alles schief, was nur schief gehen kann. Alles beginnt damit, dass plötzlich ganz normale Menschen magische Fähigkeiten entwickeln. Vier Jugendliche offenbaren dabei nicht nur außergewöhnlich mächtige Gaben, sie nutzen sie auch skrupellos um Unschuldige zu verfolgen und zu ermorden.

Als Walküre und Skulduggery sich auf ihre Fährte setzen, erwartet sie eine handfeste Überraschung. Selbst ihnen gelingt es mit all ihrer Routine nicht, die Kids aufzuhalten. Doch was steckt hinter der magischen Infektion der Menschen?

Die Spur führt zu einem Mann, der vor Jahrzehnten verschwand. Ein Pazifist war er, ein Zauberer, der seinen wahren Namen kennt und damit über Kräfte wie ein Gott verfügt. Um diesen aufzuhalten, muss er zunächst einmal gefunden werden. Doch da wird Walküre in eine Parallelwelt versetzt, der Orden der Magier entsendet ungewollte Hilfe für die bedrohten irischen Zauberer, Zombies bekommen neue Körper und ein Krieg der Sanktuarien droht ...

Das ungewöhnlichste Detektivpaar der Welt ist zurück – und, wie wir dies von Walküre Unruh und Skulduggery Pleasant gewohnt sind, geht es wieder ab, dass einem bei der Lektüre kaum Zeit bleibt, Luft zu holen.

Im Verlauf der mittlerweile sechs Bände hat sich Walküre von einem schüchternen Mädchen zu einer anpackenden Heldin entwickelt – was blieb ihr angesichts solcher Gegner wie toten Göttern oder wirklich fiesen Massenmördern auch anders übrig.

Im bislang umfangreichsten Roman der Reihe fährt Landy auf, was gut und teuer ist. Alte Bekannte spielen wieder mit, längst besiegt geglaubte Gegner recken in der Parallelwelt ihr Haupt zu neuen Untaten, es gibt jede Menge unerwarteter Wendungen. Wie bereits in den letzten beiden Romanen der Reihe nimmt nicht nur das Tempo und die Action rasant zu, auch die Gewaltdarstellungen erreichen ein für ein Jugendbuch ungewöhnlich hohes Maß. Da werden Menschen in der Luft zerrissen, Gliedmaßen liegen abgerissen am Boden, Opfer geköpft. Das ist von der Darstellung her grenzwertig, zumal hier eine moralische Eingruppierung der Taten doch recht oberflächlich bleibt.

Auch die Entwicklung der Charaktere unseres Helden-Duos kommt kaum voran. Zunächst ordnet sich alles der Handlung unter, die den Leser dafür dann aber auch förmlich mitreißt. Erst sehr spät, dann dafür aus einer ganz unerwarteten Richtung, ändert sich die Fixierung auf den Kampf. Plötzlich, gegen Ende des Buches, geht es verklausuliert um Selbstbestimmung, um Freiheit und die Suche nach Selbstverwirklichung. Die Loslösung vom Elternhaus ist ebenso abgeschlossen wie die Suche nach ihrem Platz in der Welt. Hier hält das Buch nichts Weiteres für den Leser bereit.

Fazit

Erneut wartet ein Action-Blockbuster auf die Skulduggery-begeisterten Leser, in dem die rasant und gewaltbetont aufgezogene Handlung dominiert.

Skulduggery Pleasant - Bd. 7: Duell der Dimensionen

Skulduggery Pleasant - Bd. 7: Duell der Dimensionen

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