Der beste Tag meines Lebens

Erschienen: Januar 2012

Bibliographische Angaben

Irgendwann in der nahen Zukunft. Der Staat ist Days Feind. Er lebt im Untergrund, ist Rebell, Dieb und Aufständischer. Sein schwächster Punkt ist seine Familie, die er mit allen Mitteln schützen will. Als sein kleiner Bruder an einer fast unheilbaren Seuche erkrankt, muss Day seine geheime Identität aufs Spiel setzen, um ihn zu retten. Und deckt dabei eine viel größere Intrige auf, als die nette Propaganda-Fassade des Staates vermuten lässt.

June ist in den Händen des Staates groß geworden. Sie ist Wunderkind und Hoffnungsträger in den Militärrängen der soggenannten "Republik". Ihre Auftrag: Day finden und unschädlich machen. Day, der Mörder ihres Bruders. Doch dieser Auftrag fordert von der jungen June viel mehr als gedacht, und sie muss sich fragen: Wie weit kann ich dem Staat trauen, der mich großgezogen hat? Und wie weit diesem mysteriösen Jungen Day?

Fallender Himmel ist ein spannender Zukunftsroman, der sich in eine lange Tradition dystopischer Werke einreiht. Schon seit hunderten von Jahren erforschen Autoren geistig, wie in Zukunft ein Staat aufgebaut sein könnte. Die "Republik", in der die beiden jugendlichen Figuren aufwachsen, wirkt zwar perfekt – doch Day hat früh erfahren, mit welch furchtbaren Methoden diese Fassade aufrecht erhalten wird. Der Staat überwacht seine Bürger und verfährt mit ihnen wie mit billiger Ware. Der Konflikt zwischen dem Staatsapparat und der Freiheit der Menschen beginnt in diesem ersten Band und wird hoffentlich in den Folgenden fortgesetzt.

Day und June sind beide liebenswerte Charaktere, deren Handlungen leicht nachzuvollziehen sind. Sie vertreten beide ein Extrem – während June in den Händen des Staates aufgewachsen ist, gründet sich Days Leben auf dessen Bekämpfung. Die Konfrontation dieser beiden Meinungen ist ebenso interessant und schmerzhaft wie die zarte Liebe, die sich zu entwickeln beginnt.

Die Handlung ist packend und spannend erzählt. Leider greift die Autorin ein oder zweimal auf gängige Klischees zurück, so dass man glaubt, das schon einmal gelesen zu haben. Dennoch ist der Kampf der Jugendlichen eine dramatisch erzählte Geschichte um Freiheit, Widerstand und ihren Weg zum eigenständigen Menschen.

Fazit

Legend - Fallender Himmel ist ein ergreifender Jugendroman, den man den dystpoischen Science-Fiction-Werken zuordnen kann. Er vereint den Kampf gegen einen übermächtigen Überwachungstaat mit dem Aufkeimen der ersten Liebe und stellt im Zukunftsgewand wichtige Fragen nach Gehorsam und Auflehnung. Themen, die auch in der heutigen Zeit mehr als brisant sind. Dabei behält das Buch aber seinen Charme als packender Jugendthriller.

Couch-Wertung:

6

Leser-Wertung

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Rita Dell'Agnese
Das Buch der vielen Fußnoten

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Dez 2012

Es ist ein Versuch, den Lesern das Wesen eines Jungen mit Asperger-Syndrom näher zu bringen. Ashley Edward Miller und Zack Stentz gehen dafür einen eigenen Weg. Sie wählten den vierzehnjährigen Colin, um ihren Versuch zu starten. Wie bei den Menschen mit Asperger üblich muss sich Colins Leben nach genauen Vorgaben abspielen. Alles muss in logische Fakten eingeteilt sein, einem bestimmten Muster folgen. Das macht Colin in der Schule zum Sonderling. Für den Jungen, dem Gefühlsregungen weitgehend verschlossen bleiben und der alles auf seine Logik überprüft, ist es nahezu unmöglich, Freundschaften zu schließen. Seine persönliche Welt dreht sich um den Superdetektiven Sherlock Holmes, den er tief verehrt. Als sich nach einem Gerangel in der Schule ein Schuss löst, macht sich Colin mit detektivischer Gründlichkeit auf die Suche nach dem Schützen. Das aber passt nicht allen.

Colin ist also die ideale Figur für das Vorhaben von Miller und Stentz. Die beiden Autoren holen denn die Leser auch gleich ab und lassen sie – sozusagen als unsichtbare Begleiter – mit Colin die ersten unangenehmen Begegnungen hinter sich bringen. Während sich aber der Leser durch seine eigene Gefühlswelt kämpfen muss, geht Colin mit analytischen Betrachtungen über die Situation hinweg. Hier offenbart sich bereits der Unterschied in der Denkstruktur. So erscheint es also zunächst, als wäre der Versuch von Miller und Stentz gelungen: Die Leser erfahren das "Anderssein" von Colin unmittelbar und anhand eigener Emotionen. Dies kann sich zu Beginn des Romans durchaus festigen und eine solide Grundlage bieten, sich mit dem Asperger-Syndrom auseinander zu setzen.

Leider aber scheinen die Autoren ihrer eigenen Geschichte nicht voll zu vertrauen. Sie doppeln nach und liefern zu allen möglichen Themenbereichen immer umfangreichere Fußnoten und Erklärungen. Dies mag zwar zum Wesen des Asperger-Menschen passen, ist aber für den "normalen" Leser letztlich so nervig, dass es der Geschichte einen faden Beigeschmack gibt, der sich langsam zur ärgerlichen Langeweile steigert. So ist der Versuch, das Asperger-Syndrom direkt zu spiegeln, nicht tauglich genug, den – hier eindeutig angesprochenen – jugendlichen Lesern das Anderssein näher zu bringen. Im Gegenteil: Durch die analytisch formulierten Fußnoten wird eher das Signal gegeben, sich von allem fern zu halten, das mit Asperger zu tun hat. Die Fehlinterpretation, mit den Fußnoten den Gesamteindruck verstärken oder die Denkstruktur des von Asperger betroffenen Menschen den Lesern näher bringen zu können, mag ihren Ursprung im eigentlichen Beruf der beiden Autoren haben. Als Drehbuchautoren erfolgreich, scheinen sie gewohnt, Bilder durch Zusatzelemente zu intensivieren. Doch das funktioniert auf Romanebene nicht.

Wesentlich besser gelungen ist dem Autorenpaar, die Familienkonstellation darzustellen, die durch Colins Autismus – Asperger ist eine Form von Autismus – geprägt ist. Colins jüngerer Bruder Danny kann sich mit der Situation nur schwer abfinden. Er fühlt sich zurück gesetzt und übernimmt nur zu gerne die von außen spürbare Ablehnung des "Anderssein". Während die Eltern pragmatisch mit der Tatsache, dass ihr älterer Sohn beeinträchtigt ist, umgehen, nimmt Danny jede Gelegenheit wahr, den Bruder an seinen empfindlichen Stellen zu treffen. Dieser Geschwisterkonflikt ist das eindrückliche Bild einer Situation, die von allen Betroffenen viel abverlangt.

Altersgerecht – Der beste Tag meines Lebens dürfte sich an Jugendliche von 12 bis 14 Jahren richten – ist die Geschichte an sich. Nahe an der Realität bewegen sich die Rangeleien in der Schule, die Gruppenbildung und Ausgrenzung Einzelner. Auch die sofortige Schuldzuweisung nach einem negativen Vorfall an den bisher verhaltensauffälligen Schüler aus sozial schwachem Umfeld ist eine typische Situation. Sie sollte alle zum Nachdenken über Vorurteile anregen.

FAZIT

Gut gemeint ist nicht immer gut getan. Mit der Kombination von Geschichte, Tagebucheinträgen und Fußnoten stellen die Autoren ihre Leser auf eine Geduldprobe. Ihnen dadurch das Wesen von Asperger näher zu bringen, ist misslungen. Schade, denn ansonsten könnte der Roman durchaus überzeugen.

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