Die Prophezeiung des magischen Steins von Stephan M. Rother

Buchvorstellung und Rezension

Originalausgabe erschienen 2018 deutsche Ausgabe erstmals 2018 bei Thienemann , 400 Seiten. ISBN 3522202449.

ab 12 Jahren

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Jugendbuch-Rezension von Julian Hübecker: Doch die Zauberer waren nur noch Schatten ihrer selbst, seitdem Morolt alle Farben der Magie in seiner Hand vereinigt hatte.

Dafydd, ein junger Barde, hat stets davon geträumt, außerhalb des königlichen Schlosses die Welt zu bereisen. Als er schlussendlich auf eine Mission geschickt wird, ahnt er nicht, dass ihm das größte Abenteuer seines Lebens bevorsteht. Gemeinsam mit seinen Gefährten kommt er einem zerstörerischen Plan eines mächtigen Zauberers auf die Spur, der die Welt nach seinen Vorstellungen formen will. Dazu fehlt ihm jedoch noch der Singende Stein – und dieser befindet sich im Besitz von Dafydd.

Ein singender Stein, der über die Zukunft des Reiches entscheidet

Güldenthal, die Stadt der Könige, ist Heimat des jungen Bardenlehrlings Dafydd, und enger Vertrauter von Prinzessin Livia. Ohne Eltern aufgewachsen und daher ohne Stamm und Namen, war er auf die Gnade des Königs angewiesen, der ihn im Schloss aufwachsen ließ. Doch das Reich ist bedroht, da immer wieder von Trollangriffen an den Grenzen berichtet wird. Sollte sich der eisige Zauberer Montezuma etwa wieder erheben, nachdem er Jahrhunderte zuvor in einer zerstörerischen Schlacht besiegt und in einen ewigen Schlaf versetzt wurde? Um den Gerüchten auf den Grund zu gehen, begeben sich Dafydd, sein Lehrmeister Palatin und der Gnom Memphy auf die Reise zu den Küstenstädten. Dort begegnen sie dem Zwerg Fhargolf und der Hexe Morgat. Letztere bewacht seit rund 300 Jahren in Gestalt einer Kröte den Singenden Stein, der seinem Besitzer große Macht verleiht. Überraschenderweise hat sich der Stein ausgerechnet Dafydd als rechtmäßigen Träger ausgesucht. Ursprünglich geschaffen von den Elben, scheint er der Schlüssel zu sein, um einen drohenden Krieg zu verhindern. Denn im Laufe der Reise stellt sich heraus: nicht Montezuma ist die eigentliche Bedrohung, sondern Morlot der Albino, ein weißer Zauberer, der fast alle Farben der Magie in sich vereint. Dafydd scheint der einzige zu sein, der ihn aufzuhalten vermag. Und so begeben sich die Gefährten direkt in die Höhle des Löwen.

Wenig überzeugende Handlung, jedoch liebevoll gestaltete Protagonisten

Obwohl Stephan M. Rother ein erfolgreicher Autor mit zahlreichen veröffentlichen Romanen ist, ist »Die Prophezeiung des magischen Steins« mein erstes Buch von ihm – umso gespannter war ich darauf.

Das Cover ist sehr ansprechend und hat tatsächlich einen direkten Bezug zur Geschichte. Dadurch hat der Leser eine gewisse Vorstellung über die Welt, in der sie spielt.

Dass mir das Buch im Endeffekt nicht sonderlich zugesagt hat, liegt vor allem an einer falschen Erwartungshaltung, die ich nicht ganz ablegen konnte. Ich habe mir eine tiefgreifende Fantasygeschichte ausgemalt, die mehr in Richtung Heldenepos geht. Stattdessen hatte die Geschichte eher Märchencharakter – von der Zauberin, die sich in eine Kröte verwandelt, bis hin zu ganzen Gesangsstrophen (die jedoch künstlerisch überzeugten).

Dabei ist die Grundidee nichtsdestotrotz spannend und einfallsreich: ein junger Barde avanciert zum Helden, wobei sich seine Kraft über die Macht der Worte äußert. Nur leider war dies für mich nicht deutlich genug, hat er diese »Kraft« nicht wirklich nutzen können. Vom mächtigen »Singenden Stein« war kaum etwas zu spüren, ebenso wenig davon, wie dieser Dafydd und seine Stärke beeinflusst.

Das Lesen empfand ich auch nicht als sehr flüssig. Besonders als später zwei bzw. drei Handlungsstränge parallel erzählt wurden, wurde es konfus. Zum einen brauchten die Helden von einem Ort zum anderen gefühlt kaum eine Stunde, obwohl an einer Stelle von einer Tagesreise die Rede ist. Zum anderen passten die Handlungen nicht zusammen und es war stellenweise verwirrend, ob diese sich nun kreuzten oder nicht.

Die Charaktere waren gut porträtiert und mit Witz ausgestattet. Vor allem die Hexe Morgat war in ihrer schrulligen Art lustig und sympathisch. Der Zwerg jedoch entsprach überhaupt nicht meiner Vorstellung dieser Gattung, die wohl doch zu sehr von Tolkien und Co. beeinflusst ist. Mit seiner blumigen Ausdrucksweise konnte ich mich leider gar nicht anfreunden: »Ich rat uns zur Hut vor der Spitzohren Spiel, warnte Fhargolf. Voll Rätsel, fürwahr, ist das feenhaft Volk.« – Nein, so redet ein Zwerg nicht, der für mich ruppig und grummelig die Spitzhacke schwingen muss.

Fazit:

Ein einfach gehaltener Fantasy-Roman, der nicht mit Stereotypen arbeitet, sondern diese bricht. Wer damit klar kommt, dem mag dieses Buch zusagen. Schreibstil war nicht einfach zu lesen, wenngleich die lyrischen Elemente von Können zeugen.


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