R.J. Anderson


Rebecca J. Anderson, 1970 in Uganda geboren, ist in Kanada aufgewachsen. Schon mit 12 tippte sie ihre erste Geschichte in die Schreibmaschine ihrer Eltern. Nachdem sie geheiratet, drei Kinder bekommen und ihnen zahllose Bücher vorgelesen hatte, machte sie sich erneut ans Werk. "Bryony – Rebellin unter Feen" ist ihr Debüt.

Bryony - Rebellin unter Feen (1) Geschrieben von R.J. Anderson

Liebesgeschichten zwischen Mensch und Vampir, Werwolf und Außerirdischem kennt man ja schon. Doch ein Fabelwesen wurde bis jetzt nicht beachtet: Die Fee. Ein Kulturaustausch der besonderen Art pflegt R. J. Anderson in ihrer Feen-Trilogie um das Eichenvolk. Den Beginn mach die Rebellin Bryony. Seit das Feenvolk ihre Zauberkraft verloren hat, versteckt sich der Stamm unter Königin Amaryllis in einer Eiche. Nur zur Nahrungssuche verlassen die Feen ihren Baum, ansonsten sind Ausflüge für die zarten und vom Aussterben bedrohten Wesen zu gefährlich. Doch die junge Draufgängerin Bryony will nichts lieber, als die Welt außerhalb der Eiche kennen zu lernen, und erhält dazu mit ihrer Ausbildung zur Jägerin auch Gelegenheit.   Doch kaum im Garten, beginnt sie sich auch für die Menschen zu interessieren. Schnell entwickelt sich zwischen Bryony und dem querschnittsgelähmten Jugendlichen Paul eine enge Freundschaft und mehr. Das muss aber im Geheimen bleiben, denn der Kontakt zu Menschen ist den Feen verboten. Doch warum? In alten Aufzeichnungen findet Bryony Hinweise, dass Feen und Menschen früher eng zusammenlebten. Das Cover des Buches "Bryony – Rebellin unter Feen" wirkt einfallslos und trist. Aber der Schein trügt. Die Geschichte zwischen den Buchdeckeln ist alles andere als langweilig. Autorin Rebecca J. Anderson geht weit über die klischeehafte Vorstellung der kleinen Fabelwesen hinaus, indem sie das Leben des Eichenvolks liebevoll beschreibt. Feen, das macht sie uns schnell klar, sind mehr als nur tanzende Gute-Laune-Macher. Sie fliegen nicht – viel zu gefährlich. Das Volk lebt vom Tauschhandel. Freundschaft oder Güte kennen sie nicht. Bei ihnen wird nur mit Gegenleistung gehandelt. Das führt bei Bryonys Begegnung mit dem Menschen Paul zu Missverständnissen. So versucht die kleine Byrony beispielsweise, ihm eine Federspitze abzuhandeln, die sie als Waffe im Kampf gegen die tödlichen Raben verwenden will. Paul will ihr das für ihn wertlose Ding schenken – das Prinzip eines Geschenks versteht Bryony nicht. Feen sagen auch nicht "Danke". Dass Paul dieses Wort so oft benutzt, findet Bryony verrückt: In der Feenwelt bedeutet ein einfaches Danke eine lebenslange Verpflichtung. Doch bei all dem Kultur- und Größenunterschied wird ihre Beziehung immer enger. Und nur zusammen können sie das Rätsel lösen, warum sich Menschen und Feen entzweit haben. Obwohl der Erzählstil manchmal ein wenig konfus wirkt und Situationen ohne nennbare Trennung ineinander überlaufen, ist "Bryony – Rebellin unter Feen" ein gutes Buch. Anders als epische Fantasy-Bücher, in denen gleich die ganze Welt gerettet wird, konzentriert sich die Autorin R. J. Anderson auf eine Eiche und ein kleines Volk. Sie schafft somit große Nähe zu den Figuren und erzählt eine große Geschichte.


R.J. Anderson: Bryony - Rebellin unter Feen (1)

Eure Wertung

9 von 10

Timothy - Weggefährte der Feen (2) Geschrieben von R.J. Anderson

Blieben die Feen im ersten Band von Rebecca J. Andersons Trilogie über das Eichenvolk noch daheim, gehen sie jetzt, im zweiten Teil, auf Reisen. Die junge Fee Linde soll Hilfe bei anderen Feenstämmen suchen. Die Königin liegt im Sterben. Da Königin Amaryllis die letzte Fee mit Zauberkraft ist, hängt von ihr auch die das Wohl des ganzen Stammes ab. Feen können ohne Zauberkraft nicht überleben. Sie erhoffen sich, bei anderen Feenstämmen Hilfe zu finden. Leider ist die Feenkaiserin in London nicht allzu begierig darauf, ihnen zu helfen. Ganz im Gegenteil. Die letzte Hoffnung legen Linde und ihr menschlicher Weggefährte Timothy in die Kinder des Rhys. Diese Feen gelten selbst unter dem geflügelten Volk als Legende. Es wird dunkler im zweiten Band "Timothy – Weggefährte der Feen" - und die Feinde mächtiger. Die Londoner Feen leiden unter der Zwangsherrschaft der Kaiserin. Linde und Timothy treffen auf Widerstandskämpfer; doch viel ausrichten können sie nicht. Da die Kaiserin die wahren Namen der Feen kennt, kann sie sie beherrschen. Mit dieser neuen Dimension, der Einführung eines mächtigen Gegners, steht das Buch dem ersten Teil in nichts nach. Obwohl mit der jungen Fee Linde und Timothy neue Hauptcharaktere eingeführt werden, bleiben die bekannten Gesichter aus dem ersten Band erhalten: Timothy ist der Neffe von Paul und Bryony, die inzwischen verheiratet sind. Linde wurde damals von Bryony aufgezogen. Rebecca J. Anderson gibt ihren Charakteren viele Gesichter. Timothy ist in Uganda großgeworden und gläubiger Christ. Der Glaube an sich wird auch immer wieder als Thema aufgegriffen, zum Beispiel, als Linde und Timothy in einer walisischen Gemeinde übernachten. Noch immer bietet der Kulturaustausch, auch nach der Ehe von Bryony und Paul, Momente der Verwunderung. Da unterhalten sich die Feen über das Internet und ihre Bibliothekarin beschreibt souverän: "Das ist eine Art Bibliothek in einem Kasten, und man kann sich dort Informationen aus der ganzen Welt beschaffen." Vereint muten Themen wie Glaube, Technik und Fantasy komisch an. Was im ersten Moment wie ein Widerspruch klingt, lässt Autorin Anderson mutig zu einer Einheit verschmelzen, die am Ende rund wirkt.


R.J. Anderson: Timothy - Weggefährte der Feen (2)

Eure Wertung

von 10


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