Der Sohn des Neptun - Helden des Olymp (2) von Rick Riordan

Buchvorstellung und Rezension

Originalausgabe erschienen 2011 unter dem Titel The Heroes of Olympus - The Son of Neptune, deutsche Ausgabe erstmals 2013 bei Carlsen , 688 Seiten. ISBN 3551556024.

ab 12 Jahren

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In Kürze:

Die beiden römischen Halbgötter Hazel und Frank müssen ein wahnsinnig gefährliches Abenteuer bestehen: Sie müssen in die Eiswüsten von Alaska reisen und Thanatos, den Totengott, aus seiner Gefangenschaft befreien. Nur dann kann die Grenze zwischen Tod und Leben wieder stabilisiert werden. Und es wird sie noch ein dritter Halbgott begleiten, der ganz neu im römischen Camp ist und sein Gedächtnis verloren hat. Angeblich ist er der Sohn des Neptun – den er aber Poseidon nennt -, und er heißt Percy Jackson …

Jugendbuch-Rezension von Carsten Kuhr: »Packendes Abenteuer mit Wesen aus der griechischen und römischen Sagenwelt«

Wir kennen sie inzwischen aus dem ef-ef – die Halbgötter aus dem Halfblood-Camp. Von ihren göttlichen Elternteilen aus dem griechischen Pantheon anerkannt, üben sie sich im Kampf und Heldentum. Im Krieg gegen Chronos und die Titanen haben sie dem Olymp gerettet. Dass ihr größter Held, Percy Jackson dann plötzlich verschwunden ist deutete schon darauf hin, dass den griechischen Götterabkömmlingen schwere Zeiten bevorstehen würden. Hera hatte ihre intrigante Hand im Spiel bei der Entführung von Percy Jackson. Nun endlich hebt sich der Schleier um den Sohn von Neptun.

Ähnlich wie sein Widerpart Jason im ersten Teil der Helden des Olymps, findet sich Percy, ohne Erinnerung an sein bisheriges Leben, in einer lebensbedrohlichen Situation wieder. Gorgonen haben sich an seine Fersen geheftet; selbst seine dank des Bades im Styx unzerstörbare Haut kann ihn vor den Angriffen der Weiber kaum retten. Immer wenn er glaubt, sich der Verfolgerinnen entledigt zu haben, erwachen diese wieder zu neuem Leben. Die Tore der Unterwelt stehen, zumindest für einige, plötzlich weit offen.

In letzter Sekunde gelingt es Percy in einem Lager Schutz zu finden. In Camp Jupiter, so der Name, sammeln sich die Halbgötter der römischen Gottheiten. Auch wenn die Götter selbst einander bis auf den jeweiligen Namen und einige Charaktereigenschaften gleichen, hat die Vergangenheit bewiesen, dass die Abkömmlinge der Gottheiten miteinander nicht können. Generationen lang haben sich die griechischen und römischen Halbgötter erbittert bekämpft – bis die Götter entschieden, ihre Kinder voneinander zu trennen. Nun aber ist es Zeit, die Besten der Besten zu sammeln und gegen Gäa und ihre erwachenden Riesen ins Feld zu schicken. Hera, bei den Römern unter dem Namen Juno bekannt weiß, dass die Riesen nur getötet werden können, wenn Götter und Halbgötter gemeinsam in den Kampf ziehen. Vorher aber müssen die Halbgötter dem Olymp beweisen, dass sie es wert sind an der Seite der Götter zu streiten. Jason hat das Eis im Half-Blood Camp gebrochen, nun soll Percy die Römer davon überzeugen, dass auch griechische Götterkinder zu kämpfen verstehen. Eine Queste gilt es zu bestehen – der Auftrag führt Percy, begleitet von zwei römischen Halbgöttern ins gottlose Alaska. Hier, wo die Kraft der erwachenden Gäa am größten ist, wie sich die Heere der Riesen sammeln und zum Marsch auf das Camp Jupiter rüsten gilt es den verlorenen Adler der römischen Legion zurückzuholen. Mit von der Partie sind Nicos Schwester Hazel, Tochter des Totengottes Pluto und Frank, chinesisch stämmiger Sohn des Mars …

Nach mittlerweile sechs Bänden rund um die griechische Götterwelt versetzt Rick Riordan seinen Lieblingshelden Percy Jackson in ein neues Umfeld. Statt griechischen Amphoren und Versschmieden erwarten diesen plötzlich und relativ unerwartet römische Zucht und Ordnung. Geschickt nutzt der Autor dabei die Nähe der griechischen und römischen Gottheiten zueinander um diese zwar ähnlich aber eben doch ein wenig unterschiedlich zu gestalten. Das sorgt für Abwechslung und ein wenig frischen Wind rund um die alt-ehrwürdigen Gottheiten. Dass unser Held auch in der Legion mit ihrer Disziplin und ihrer Zucht und Ordnung wird bestehen können, ist klar, das ist der interessante Part des Buches. Wie reagieren beiden Seiten auf die kulturellen Unterschiede, wie geht man, tolerant oder nicht, miteinander um, wo liegen Unterscheide und, interessanter noch, wo Gemeinsamkeiten?

Wie bereits im ersten Teil der Olymp-Helden nimmt der Autor dann drei Halbgötter – und erneut nicht die angesehensten und etabliertesten Mitglieder des Camps – und entsendet diese auf eine abenteuerliche Queste. Aus dem ersten Teil ist die Grundsituation bekannt, so dass Riordan sich vorliegend noch mehr auf das Abenteuer seiner Helden konzentrieren kann. Erneut nutzt er in der Folge dann die Reise um seine Helden mit schwierigen Themen zu konfrontieren. Ein wenig hatte ich dann auch den Eindruck, dass er hier politisch korrekt das Minderheitenproblem angeht. Hazel als aus New Orleans stammende Farbige darf hier ebenso wenig fehlen, wie der Halbchinese Frank, dessen Mutter als GI in Afghanistan gefallen ist. Das ist gerade in seine Ballung fast ein wenig zu viel, wirkt nicht ganz stimmig und überfrachtet. Dafür, und das ist vorliegend der innere Schwerpunkt des Buches, nutzt der Autor die Gelegenheit intensiv, sich mit der Gefühlswelt von Heranwachsenden auseinanderzusetzen. Verlust und Enttäuschung werden dabei ausführlich und einfühlsam thematisiert, dazu geht es darum, den Erwartungen der Eltern zu entsprechen, seinen vorgezeichneten Weg zu gehen, oder vielleicht doch lieber, seinen eigenen Weg zu suchen, zu finden und diesen dann, allen Widerständen zum Trotz eigenverantwortlich zu gehen.

Das liest sich nicht etwa trocken oder aufgesetzt, sondern wurde sehr unauffällig in die temporeiche Handlung integriert. Natürlich spielen auch Probleme wie das Akzeptieren Andersdenkender eine Rolle, wobei dies wohl erst im dritten Teil, wenn die Helden aus beiden Lagern zusammenarbeiten müssen, wirklich in den Vordergrund rücken wird.

Fazit

Auch dieses Mal mischen sich packende Abenteuer mit Wesen aus der griechischen und römischen Sagenwelt, greifen Götter in die Belange von Menschen ein. Zudem gelingt es dem Autor erneut wichtige, ernste Themen unauffällig anzusprechen, und in seine abenteuerliche Handlung einfließen zu lassen.

 


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