Pheromon - Sie sehen dich von Rainer Wekwerth und Thariot

Buchvorstellung und Rezension

Originalausgabe erschienen 2018 deutsche Ausgabe erstmals 2018 bei Thienemann , 384 Seiten. ISBN nicht vorhanden.

ab 14 Jahren

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Jugendbuch-Rezension von Julian Hübecker: »Jeder Mensch ist von Farben umgeben, an diesen Farben kann man sehen, wer er ist und wie er sich gerade fühlt.«

Die außerirdische Bedrohung nimmt immer weiter zu und setzt mittlerweile Spione in vielen großen Unternehmen bis hin zum FBI ein. Für Jake ist es da nicht einfach, sich zu behaupten. Doch als er andere Jugendliche kennenlernt, schöpft er wieder Hoffnung. Hundert Jahre später wird die Anwältin Giovanella in diesen versteckten Krieg hineingezogen. Doch wie sieht ihre Rolle aus? Hat sie eine Verbindung zur Vergangenheit, von der sie noch nichts weiß?

Die Geschichte um eine heimliche, unsichtbare Gefahr für die Menschheit geht in die zweite Runde

Auch der zweite Band der Reihe »Pheromon« spielt in zwei weit auseinander liegenden Zeiten: 2018 und 2118. Während im Jahr 2018 altbekannte Protagonisten weiter um ihr Überleben kämpfen, darf man sich hundert Jahre später auf eine neue Figur freuen, die noch nichts von ihrer Rolle in dem tödlichen Kampf um die Erde weiß. Doch eines ist dem Leser klar: die Außerirdischen breiten sich immer weiter aus, während die Menschheit nichts von der Gefahr ahnt. Denn gegen die verborgene Waffe der Pheromone sind sie so gut wie machtlos.

Im Jahr 2018

Jakes und Amys Plan, das Hauptgebäude des Human Future Project in die Luft zu jagen, ging schief und kostete einem ihrer Freunde das Leben. Doch als sie gerade fliehen wollen, tauchen vor ihnen wie aus dem Nichts eine Frau und ein Junge in ihrem Alter auf. Auch die Polizei erscheint und will die vermeintlichen Terroristen aufhalten. Dabei wird die Frau getötet und der Junge, Skagen genannt, verhaftet. Jake und Amy können gerade so entkommen, doch müssen sie sich trennen. Von nun an auf sich allein gestellt, irrt Jake durch die Straßen, bis er auf ein blindes Mädchen trifft, das ähnliche Fähigkeiten zu besitzen scheint wie er: sie fühlt, ob ein Mensch lügt oder die Wahrheit sagt. Zeitgleich versucht Skagen, im Gefängnis zu überleben. Sein merkwürdiger, geistig zurückgebliebener Mithäftling Caleb, der jeder Person Farben zuteilt, kommt ihm da überhaupt nicht gelegen, denn er bringt ihn unabsichtlich immer mehr in Schwierigkeiten. Doch irgendwas an ihm scheint vertraut.
Sowohl Jake als auch Skagen finden schließlich heraus, dass sie für etwas Größeres auserkoren wurden, nämlich, die Menschheit vor dem Untergang zu bewahren. Doch was können Jugendliche schon gegen eine stetig wachsende Hilfsorganisation ausrichten, die unter diesem Deckmantel nichts weiter als die Eroberung der Welt als Ziel hat? Als sie schließlich Hilfe von unerwarteter Seite bekommen, wendet sich das Blatt.

Im Jahr 2118

Giovanella hat es geschafft: sie arbeitet endlich als Anwältin in einer renommierten Anwaltskanzlei und darf sich über ihren ersten eigenen Fall freuen. Doch ihr Mandant gehört zwar zu den bekanntesten Menschen der Welt, allerdings weiß niemand genau, wie er eigentlich aussieht. Stattdessen soll sie mit Carl, einem seiner Androiden, zusammenarbeiten. Nicht weniger mysteriös ist ihre eigentliche Aufgabe: Einen Menschen ausfindig machen, der seit rund hundert Jahren auf der Fahndungsliste des FBI steht, obwohl dieser schon längst tot sein müsste. Jener Mann, der im Jahr 2018 bereits als Terrorist gesucht wurde, konnte erfolgreich untertauchen und nie mehr ausfindig gemacht werden. Sein Name: Jake.
Um seine Spur aufzunehmen, wird ihr Bewusstsein in die fragliche Zeit zurücktransferiert. Doch je mehr sie über Jake herausfindet, desto mehr Fragen tun sich auf. Giovanellas Neugier ist geweckt und ruft sogar das FBI auf den Plan. Anfangs noch zu einer Kooperation bereit, entwickelt es sich immer mehr zu einer echten Bedrohung. Was hat das FBI vor? Und welche Rolle spielt der geheimnisvolle Milliardär? Warum wurde gerade sie, eine unerfahrene Anwältin, für diesen Job ausgewählt? Je mehr Fragen sie sich stellen muss, desto mehr spitzt sich die Lage zu – bis das Jahr 2018 näher erscheint, als die zeitliche Differenz vermuten lässt.

Ein starkes Ende, das die Erwartung auf den dritten Band nochmal erhöht

Das zweite Buch knüpft nahtlos an den vorigen Band an, wodurch der Leser in die rasante Handlung des ersten Kapitels förmlich hineingestoßen wird. Durch die zwei Zeitebenen ist die Story durchaus als komplex zu bezeichnen, weshalb eine kurze Zusammenfassung des ersten Bandes hilfreich gewesen wäre. Stattdessen fängt das Buch zwar sehr rasant an, jedoch mit wenig Spannung, da viele Fragezeichen auftauchen. Wer die Bücher direkt hintereinander lesen möchte, wird freilich keine Probleme damit haben.

Auch die Kapitel in »Pheromon – Sie sehen dich« wechseln zwischen den Jahren 2018 und 2118. Da die Kapitel recht kurz sind, bleibt die Handlung sehr dynamisch – vor allem, da diese des Jahres 2118 weniger temporeich sind und dadurch den Lesefluss entschleunigen. Eigentlich ein Zeichen von Spannungsabfall, wirkt es hier gut platziert, um dem Leser die Chance zu geben, den beiden Zeitebenen zu folgen.

Während der erste Band vor allem mit einem starken Anfang und schwachen Ende hervorstach, war dies bei diesem Band genau umgekehrt. Dies war vor allem aufgrund der bereits erwähnten fehlenden Einleitung geschuldet. Erst zum letzten Drittel klärt sich ein wenig der Nebel, wird der Bezug zu vergangenen Ereignissen klarer. Tatsächlich schafft es vor allem Thariot, die Spannung um seine Protagonistin Giovanella aufzubauen und zum Ende hin die Erwartung auf den dritten Band zu erhöhen.

Fazit:

Auch der zweite Band hält das Spannungslevel auf gleichbleibender Höhe. Wer zwischen den beiden Büchern zu viel Zeit verstreichen lässt, wird vermutlich Probleme beim Einstieg finden. Dennoch ist es spannend und einfallsreich; daher eine Empfehlung für Fans der außergewöhnlichen Science Fiction.


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