Marissa Meyer: Renegades - Gefährlicher Freund von Marissa Meyer

Buchvorstellung und Rezension

Originalausgabe erschienen 2017 unter dem Titel Renegades, deutsche Ausgabe erstmals 2018 bei Heyne , 640 Seiten. ISBN 978-3-453-27178-4.

ab 14 Jahren

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Jugendbuch-Rezension von Julian Hübecker: Für sie waren Wunderkinder entweder nur gut oder nur böse, während der Rest der Menschheit sozusagen neutral war.

Nova ist noch ein kleines Kind, als ihre Eltern und ihre kleine Schwester ermordet werden. Sie überlebt dank ihrer Superkraft nur knapp. Doch sie trägt jenes Trauma auch als junge Frau noch mit sich und wird nunmehr von Rachegedanken getrieben. Auf einmal gerät das alles in den Hintergrund, als sie Geborgenheit erfährt – und das ausgerecht unter den Feinden.

Eine neue Ära von Superhelden – die Renegades

Nachdem Marissa Meyer bereits millionenfach ihre Luna-Chroniken in mehreren Ländern verkaufen konnte, startet sie mit »Renegades – Gefährlicher Freund« eine neue Jugendbuch-Reihe nach auf dem ersten Blick bekanntem Muster. Doch während der Trend vieler Jugendbücher in Richtung Dystopie oder Magie geht, wagt sich die Autorin an die Superhelden-Thematik auf neue Art und Weise heran.

Nova ist 17 und Teil einer im Untergrund agierenden Gruppierung, den Anarchisten, die einige Jahre zuvor von den Menschen gefürchtet wurde. Dann kam es jedoch zur alles entscheidenden Schlacht gegen die Renegades, einer Superheldengruppe, die wegen ihrer Heldentaten als Stars gefeiert werden. Zerschlagen und nur noch aus sechs Mitgliedern bestehend, ziehen sich die Anarchisten schließlich in die Dunkelheit zurück. Dennoch halten sie an ihren Plänen fest, die Renegades zu vernichten. Vor allem Nova hat guten Grund dazu, da ihre Familie aufgrund eines Fehlers der Renegades ums Leben kam. Seitdem agiert sie auf der Seite der selbst ernannten Freiheitskämpfer unter dem Namen Nachtmahr, den sie aufgrund ihrer Superkraft erhalten hat.

Neben den normalen Menschen gibt es nämlich noch solche, die über Kräfte verfügen. Novas Fähigkeit besteht darin, dass sie niemals schläft, aber durch Hautkontakt schnell andere in Tiefschlaf versetzen kann. Ihre passive Kraft gleicht sie zudem durch ihr Geschick im Kampf und im Umgang mit Waffen aus. Diese Fähigkeiten will sie nutzen, um die Renegades von innen heraus zu zerstören, weshalb sie sich bei diesen bewirbt und schließlich aufgenommen wird. Womit sie jedoch nicht gerechnet hat, ist, dass einige Renegades ihr ans Herz wachsen würden.

Da wäre zum einen Ruby, die Rote Assassine, deren Blut zu scharfkantigen Kristallen aushärtet, oder Oscar alias Blendnebel, der nach Belieben Rauch und Nebel bilden kann. Vor allem aber Adrian alias Sketch hat es ihr angetan: der sympathische Junge, der seine Zeichnungen zum Leben erwecken kann, ist so viel anders, als sie ihn sich vorgestellt hat. Denn als Sohn zweier Mitglieder des Rates sollte er doch genauso manipulativ sein und nur in eigenen Interessen handeln, oder? Nova ist hin- und hergerissen zwischen ihrer Pflicht den Anarchisten gegenüber und ihrem Wunsch nach einem normalen Leben.

Ein Wort reicht: Gigantisch!

Was bleibt noch viel zu sagen über ein Buch, das von vorne bis hinten absolut stimmig ist? Marissa Meyer weiß einfach zu überzeugen. Sie schreibt nicht nur überaus lebendig, sondern sie schafft es auch, ihre vielen Protagonisten individuell auszubauen, sodass man diese klar unterscheiden kann. Die Figuren sind mit einzigartigem Charakter und ebensolchen Fähigkeiten ausgestattet. Es macht Spaß, diese zu entdecken und sich von dem Einfallsreichtum der Autorin überraschen zu lassen.

Besonders die beiden Quintessenzen eines Buches sind wunderbar gelungen: der Anfang und das Ende. Der Beginn eines Buches entscheidet darüber, wie leicht oder schwer man in die Geschichte hineinfindet und bereit ist, sich auf diese einzulassen. Hier wird man förmlich reingesogen in Novas Kindheit, die gleich dramatisch beginnt und sie in die Hände der Anarchisten treibt. Aber auch das Ende überzeugt und wirft spannende Fragen auf, die in einem hoffentlich bald erscheinenden Folgeband beantwortet werden.

Fazit:

Marissa Meyer schreibt wie keine Zweite: actionreich und lebendig. Hier steht keine klassische Liebesgeschichte im Vordergrund, sondern eine ausgewogene Geschichte aus Freundschaft, Verrat, Superhelden und ganz viel Herz.


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