Karriere - Superheldin. Wearing the Cape von Marion G. Harmon

Buchvorstellung und Rezension

Originalausgabe erschienen 2011 unter dem Titel Wearing the Cape, deutsche Ausgabe erstmals 2017 bei Feder & Schwert , 366 Seiten. ISBN nicht vorhanden.

ab 12 Jahren

kaufen bei amazon.de

Jugendbuch-Rezension von Carsten Kuhr: Die Welt braucht Superheldinnen

Am 18. August fehlten jedem Menschen auf der Erde 3,2 Sekunden. Danach ging das Leben weiter, wie vorher. Doch für ein paar wenige Menschen, war nichts mehr, wie zuvor. Sie hörten die Stimmgabel Gottes, entwickelten Superkräfte und wurden berühmt. Die Einen, weil sie als Superschurken für Mord und Totschlag sorgten, die Anderen, weil sie eben jene Superschurken bekämpften.

Meine beste Freundin war sich sicher, selbst Superkräfte zu besitzen. Da sich diese regelmäßig erst in Extremsituationen offenbarten, sprang sie von einem Hochhaus. Die anschließende Beerdigung bewies, dass ihre Vermutung nicht wahr war – leider.

Auf dem Weg in die Galerie meiner Mutter wurde ich in einen Unfall verwickelt. Unfall wie in Bombenexplosion, Unfall wie, eine Brücke stürzt auf mein kleines Auto und quetscht mich ein. Unfall wie Schreien, Jammern, Blut und Sterben um mich herum. Unfall wie, ich hebe 10 Tonnen Stahlbeton um Verletzte zu befreien. Unfall, wie – ich bin eine Superheldin!

Eigentlich wollte ich mit meinen drei besten Freundinnen auf die Uni, Studieren, Karriere, Familie gründen und so was. Alles vorbei, jetzt muss ich mich entscheiden. Bleibe ich inkognito, oder schließe ich mich den Superhelden meiner Heimatstadt Chicago an?

Nun, lange Zeit zum Überlegen habe ich nicht, denn die Kollegen drängen, angesichts weiterer Attentate des Teatime-Anarchisten, auf meine Entscheidung. Ich weiß, dass es vorbei ist mit Privatsphäre, wenn ich dem Cape beitrete, ich zum gefeierten Superstar werde, mit all dem Ruhm, dem Geld und Glitter aber auch den Stalkern, der Presse und den wirklich fiesen Gegnern …

Erfreulich eigenständige Schöpfung abseits Marvel und DC

Das Superhelden-Sub-Genre hat es in unseren Landen nicht leicht. Während in den USA jedes Kind mit den bunten Bildern aus den Marvel und DC Comics aufwächst, im Zweifel in der Sonntagszeitung auf die Comics stößt, fehlt bei uns dieser Hintergrund fast gänzlich. Hier bestimmen Mickey Mouse, Asterix und Fix & Foxi die Comic Szene, angereichert vielleicht noch durch Hansrudi Wäschers klassische Serien um Tibor, Falk und Sigurd den Markt.

Superhelden gab und gibt es wenige an den Deutschen Kiosken – entsprechend hält sich der Zuspruch derartiger Werke eher in Grenzen. Selbst an den Kinokassen, die dem Cineasten massenweise Superhelden-Filme offerieren, bleiben die Einspielergebnisse weit hinter den in den Staaten zurück.

Dennoch versuchen die Verlage, die Erfolgswelle aus den USA aufzugreifen und im heimischen Markt umzusetzen.

Feder & Schwert war immer ein Vorreiter, wenn es darum ging, neue Trends zu etablieren. Und so haben die Herausgeber sich auch dieses Mal bemüht, eine entsprechende Serie aufzutun. Gefunden haben sie eine Eigenkreation, fernab der Marvel oder DC Vorgaben.

Neben den üblichen Beigaben derartiger Serien – den Capes, den Masken und den Schurken – beleuchtet die Autorin auch die anderen Seiten des Ruhms. Diese Beschäftigung mit den Schattenseiten des Daseins als gefeierter Star unterscheidet dann die Serie auch markant von den Vorbildern. Hier schafft es die Autorin, uns ihre Protagonistin, ein kleingewachsenes Mädchen mit den typischen Problemen, Wünschen und dem Leben einer Heranwachsenden, näher zu bringen.

Dazu gesellen sich dann Superhelden und Heldinnen mit ungewöhnlichen Kräften. Hier bricht die Autorin eine Lanze für die Gleichberechtigung, ohne dass sie dabei oberlehrerhaft wirkt. Ihre Heldinnen sind gleichberechtigt unterwegs, ohne dass dies besonders herausgestellt, oder gar in Frage gestellt wird. Dabei werden alle Figuren liebevoll mit kleinen Macken und Schwächen gezeichnet, und wachsen dem Leser so schnell ans Herz. Inhaltlich wartet ein bunter Reigen voller Abenteuer, Action und Dramatik auf die Leser, einzig die Romantik wirkt ein klein wenig aufgesetzt.

Fazit:

Der Auftakt kann sich sehen, pardon, lesen lassen. Nicht nur Fans des Sub-Genres werden dem Abenteuer von Astra, wie unsere neue Heldin sich nennt, fasziniert folgen, auch auf Neueinsteiger wartet jede Menge packender Lesespaß!


nach oben

Inhalte von www.jugendbuch-couch.de:

Mach es Dir auch auf unseren anderen Online-Angeboten der Literatur-Couch gemütlich:

  • Krimi-Couch.de
  • Phantastik-Couch.de
  • Histo-Couch.de
  • Belletristik-Couch.de
  • Kinderbuch-Couch.de
  • Kochbuch-Couch.de
Jugendbuch-Couch.de ist ein Projekt der Literatur-Couch Medien GmbH & Co. KG.
Copyright © 2010–2018 Literatur-Couch Medien GmbH & Co. KG.