Wicker King von Kayla Ancrum

Buchvorstellung und Rezension

Originalausgabe erschienen 2017 unter dem Titel The Wicker King, deutsche Ausgabe erstmals 2018 bei dtv , 320 Seiten. ISBN 978-3423762335.

ab 14 Jahren

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Jugendbuch-Rezension von Thomas Breuer: Zufällig, wie das Leben

Mit elf Jahren rettete Jack seinen zukünftigen besten Freund August vor dem Ertrinken. Seit jenen Tagen verbindet die beiden eine innige Freundschaft, die sie vor ihrem Umfeld verbergen. Leider beginnt Jack sich zu verändern. Er sieht eine andere Welt, in der er der Wicker King ist. August entschließt sich seinen besten Freund Beiseite zu stehen. Diese Entscheidung endet in Feuer und der Psychiatrie.

Freundschaft

August ist zunächst der feste Charakter in diesem Roman, obwohl er am Rande der Gesellschaft steht. Seine Mutter ist depressiv, des Weiteren dealt er mit Drogen an seiner Schule. Aus seiner Sicht beobachtet der Leser den Verfall seines besten Freundes Jack. Sportass, beliebter Schüler, Traumprinz aller Mädchen. Dass mit Jack etwas nicht stimmt fällt sofort auf, der letzte der diese Tatsache akzeptiert ist August.

2003

In diesem Jahr spielt die Handlung dieses Buches. Zufällig war ich in diesem Jahr beinahe gleichaltrig wie August und Jack, ich erkannte mich fast selbst. Nehmen die Probleme überhand, wie soll darauf reagiert werden?

Gerade Augusts Werdegang ist faszinierend, sowie bedauerlich. Ein junger Mensch, der für alle ein Rettungsanker sein will, gerät in die Mühlen der Probleme seiner Mitmenschen. Er selbst bleibt dabei auf der Strecke. Immer häufiger gibt sich August die Schuld nicht genug für seinen Freund zu tun.

Wicker King

Die Figur in die sich Jack im Laufe des Romans verwandelt, zeichnet eines aus – Dominanz. Auch im realen Leben ist Jack derjenige der den Ton in der Freundschaftsbeziehung angibt. Willig wie ein treuer Ritter folgt August seinem König, der meines Erachtens zum wahnsinnigen Tyrannen wird.

Verborgen blieb mir bei diesem Buch der Sinn, warum sich Jack Wicker (übersetzt: Weidenkorb) King nennt? Da Jack an einer psychischen Krankheit leidet, muss es das im Nachhinein betrachtet, nicht.

Düstere Poesie

Zu den Vorteilen dieses Buches gehört vor allem der Aufbau. Die Kapitel sind kurz, episodenhaft geschrieben, sodass jederzeit wieder in die Handlung gefunden werden kann. Immer wieder sind Abbildungen, welche die gelesene »Szene« abrunden, eingefügt. Zum Beispiel Augusts Verhaftungsprotokoll. Leider nehmen diese Bilder zu Beginn etwas die Lesefreude, da sie gefühlt zu detailreich sind.

Besonders ist auch das Seitenlayout. Von den hellen Seiten mit dunkler Schrift, taucht der Leser in die Dunkelheit von schwarzen Seiten in weißer Schrift. Ein wunderbares Stimmungselement, das die Gefühlswelt der beiden Teenager wiederspiegelt.

Erwähnenswert sind auch noch die Kapitelüberschriften. Eine Poesie, die mit jedem Wort in seinen Bann zieht.

Fazit

Ein Buch, welches ich Jung und Alt nahelege. Vor allem die Situation von den Problemen seiner Mitmenschen erdrückt zu werden, finden wir tagtäglich. Es ist keine Schwäche, zu erkennen, dass gewisse Dinge nicht alleine funktionieren und Hilfe benötigt wird. Ancrum spricht mit ihrem Buch diese Menschen an, die in ihrem Rad gefangen sind. Sie vermittelt ihnen neuen Mut und sagt: »Es ist nicht Eure Schuld.«


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