Fire & Frost - Vom Eis berührt von Elly Blake

Buchvorstellung und Rezension

Originalausgabe erschienen 2017 unter dem Titel Frostblood, deutsche Ausgabe erstmals 2018 bei Ravensburger , 416 Seiten. ISBN nicht vorhanden.

ab 14 Jahren

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Jugendbuch-Rezension von Julian Hübecker:

»Als trüge ich tief in mir einen Topf voll kochendem Wasser, einen Schmiedeofen, der von einem riesigen Blasebalg befeuert wurde, einen Vulkan, der darauf lauerte, auszubrechen.«

Auf Ruby lastet ein schweres Schicksal: Sie scheint diejenige zu sein, die das Volk der Firebloods vor dem Untergang bewahren soll, indem sie die Herrschaft der Frostbloods beendet. Doch wie soll das ein Mädchen schaffen, das seine Kräfte kaum zu kontrollieren vermag? Ausgerechnet aus dem gegnerischen Feld bekommt sie Hilfe – und einen kalten Gegenpart zu ihrer heißen Natur.

Der Kampf zweier Elemente in einer Welt, die von Eis beherrscht wird – welchen Platz hat da noch das Feuer?

Feuer und Eis – zwei Gegensätze, die von Natur aus dazu bestimmt zu sein scheinen, sich gegenseitig auszulöschen. Im Königreich der Frostbloods trifft diese Gesetzmäßigkeit zu: Seit Jahrhunderten bekriegen sich solche, die das Feuer kontrollieren (die Firebloods) und die Frostbloods, die das Königreich Tempesien mit eisiger Hand reagieren.

Der Frostblood-König schickt todbringende Armeen aus, um die letzten Firebloods zu töten. Noch ein grausameres Vergnügen bereitet es ihm jedoch, die stärksten unter ihnen, die sogenannten Meister, in unausgeglichenen Kämpfen gegen Frostblood-Meister in der Arena antreten zu lassen, wo diese aufgrund der eisigen Umgebung Vorteile haben. Noch nie hat es dort ein Fireblood lebendig herausgeschafft. Das Aussterben der Feuergabe, scheint unvermeidlich.

Ruby wirkt wie ein unscheinbares Mädchen, das in einem kleinen Bergdorf mit ihrer Mutter in einer Hütte wohnt. Doch sie ist eine Fireblood. Aus Angst, entdeckt zu werden, hat sie ihr Leben lang ihre Kräfte zu unterdrücken versucht und nur ab und an heimlich trainiert. Eines Tages werden die Frostblood-Soldaten jedoch auf sie aufmerksam. Im anschließenden Gefecht wird ihre Mutter getötet und Ruby in das berüchtigtste Gefängnis von Tempesien gesteckt, wo das ewige Eis sie nach und nach auszulöschen droht. In letzter Minute wird sie jedoch ausgerechnet von zwei Frostbloods gerettet und mehr tot als lebendig in ein Kloster geschafft.

Der eine, Bruder Thistle, ist ein Frostblood-Meister und bietet ihr die Chance auf Freiheit an. Die einzige Bedingung ist, dass sie den Frostblood-König stürzen, um endlich das Gleichgewicht zwischen den Elementen wiederherzustellen. Der andere, Arcus, gibt dagegen nicht viel von sich preis. So erfährt sie auch nicht, wie genau der Plan um die Rebellion vonstattengehen soll.

Beide wollen zunächst Ruby dabei helfen, ihre Kräfte zu erlernen. Dies erweist sich jedoch schwerer als gedacht, da sie nie etwas anderes tat, als diese zu unterdrücken. Doch scheinbar ist Ruby stärker, als sie es je für möglich hielt. Nur wie soll das Feuer vom Eis lernen und umgekehrt? Und was steckt hinter Arcus undurchdringlicher Maske der Gleichgültigkeit? Als sie sich endlich näherkommen, sind ihr die Frostblood-Soldaten bereits auf den Fersen.

Eine unausgereifte Handlung verpackt in eine hochspannende Grundidee

»Fire & Frost – Vom Eis berührt« stellt den Auftakt einer Trilogie dar, dessen zweiter Teil bereits in den Startlöchern steht. Der erste Band bietet eine gute Einführung, um sich in der Welt zurechtzufinden. Das fiktive Königreich der Frostbloods wird zwar nicht detailreich dargestellt, doch spürt man die eisige Kälte, die es durchdringt. Man erfährt viel um Mythen und Legenden sowie über Götter, die den Zwist zwischen den beiden Seiten entfacht haben, und viele von diesen scheinen wahr zu sein. Der Leser erfährt genug, um ein Bild über die dortigen Verhältnisse zu gewinnen, wobei der Hass der Frostbloods gegenüber den Firebloods allgegenwärtig ist. Die Hintergrundgeschichte wirkt dadurch wohl überlegt und durchdacht.

Schon der Anfang hat mich dank Elly Blakes leichtem Schreibstil sofort gepackt. Auch das Ende war ein guter Abschluss mit einer interessanten Hintertür für den zweiten Teil. Da wäre dann aber noch der Mittelteil, und dieser war wenig nach meinem Geschmack. Die Geschichte plätscherte mehr vor sich hin und durch Rubys Wankelmütigkeit war sie mir der unbeständigste Charakter. Auch Arcus konnte mich nicht überzeugen. Ich konnte ihn nicht richtig zuordnen, weshalb ich ihm als Protagonist recht gleichgültig gegenüber stand. Erst zum Ende hin wurde es rasanter, wurden die Charaktere interessanter und entwickelten sich zu Personen mit nachvollziehbaren Stärken und Schwächen. Wenn die Autorin mit Fortlaufen der Geschichte dieses Tempo beibehält, wird die Reihe mich mit Sicherheit mehr überzeugen können.

Fazit:

Ein interessanter Konflikt zwischen zwei Mächten, für die es keine gemeinsame Zukunft zu geben scheint. Zwei unscheinbare Charaktere in einer langweiligen Handlung sollen das Gegenteil beweisen, leider erfolglos. Erst zum Ende hin nimmt das Buch an Fahrt auf, steigt die Spannung. Eine Leseempfehlung von mir mit Hoffnung auf einen rasanteren zweiten Teil.


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