Herz aus Dunkelheit - Witch Hunter (2) von Virginia Boecker

Buchvorstellung und Rezension

Originalausgabe erschienen 2016 unter dem Titel The King Slayer, deutsche Ausgabe erstmals 2016 bei dtv , 384 Seiten. ISBN 3423761512.

ab 14 Jahren

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In Kürze:

Zwischen Liebe und Verrat.

Was bleibt der gefürchteten Hexenjägerin Elizabeth Grey, nachdem sie ihr Stigma und damit ihre magische Unverwundbarkeit verloren hat? Ihr Kampfgeist. Und ihre Liebe. Doch nicht alle trauen der ehemaligen Gegnerin. Und was hat John, der Heiler, gewonnen, nachdem die Kraft des Stigmas auf ihn übergegangen ist? Sein Leben. Und eben jene Unverwundbarkeit. Aber diese Kraft verändert ihn. Und schon bald erkennt Elizabeth ihn kaum wieder. Denn seine neue Macht treibt ihn in den tobenden Krieg. Wird Elizabeth John vor dem Sog des Stigmas schützen können? Ohne ihre einstige Stärke, aber mit dem Mut der Verzweiflung?

Jugendbuch-Rezension von Carsten Kuhr: »Die Hexenjägerin im Kampf gegen ihren Förderer«

Einst war sie die berühmteste, gleichzeitig die gefürchtetste Hexenjägerin des Königreichs. Im Auftrag des Inquisitors Blackwell hat sie nicht nur das Schlafzimmer des Königs besucht, er hat sie auch ausgebildet und für seine Zwecke missbraucht. Durch ihn erhielt sie ihr Stigma, ein magisches Zeichen, das sie unverwundbar machte. Als Blackwell nach der Macht greift, sich selbst als Usurpator zum König ernennt, stellt sich Elizabeth gegen ihren einstigen Förderer. Durch Übertragung ihres Stigmas rettet sie den Mann, der ihr alles bedeutet, den Heiler John, wird aber auch selbst schwer verwundet und verliert in der Folge ihre Kräfte.

Nach ihrer Genesung wird sie vor den Rat von Harrow gerufen. Hier soll über sie gerichtet, ihre Rolle untersucht und sie vielleicht gar verbannt werden. Schon auf dem Weg zur Anhörung aber, wird sie von Attentätern Blackwells überfallen. Nur zu bald wird deutlich, dass es Blackwell um zwei Dinge geht – er will den widerspenstigen Landstrich Harrow seinem Reich einverleiben und er will Elizabeth gefangen nehmen.

Während sich die Bevölkerung der Harrows auf einen Krieg vorbereitet, muss Elizabeth zunächst das Kämpfen wieder lernen. Dass sich John verändert, dass er sich von ihr immer weiter abwendet, verletzt sie, dass ein Verräter in den eigenen Reihen ihren Feind mit Informationen versorgt, lässt in ihr einen wagemutigen Plan reifen – sie will alleine versuchen Blackwell umzubringen …

Weniger Action, dafür konzentriert sich die Autorin mehr auf ihre Figuren

Der abschließende Roman des Zweiteilers liegt hinter mir. Nach einem etwas gemächlichen Beginn, der auch viel Platz für Rückblenden ließ, kommt durch die Anschläge auf Elizabeth'  Leben, aber auch ihr Training, wieder Spannung auf. Jedem Leser, der schon einmal in die Fantasy hineingeschnuppert hat ist klar, dass alles auf ein großes Finale Elizabeth / John gegen Blackwell hinausläuft.

Auf dem Weg dahin streut die Autorin so einige emotionale Achterbahnfahrten ein, die uns Leser zunächst einmal ein wenig ratlos zurücklassen. Wo nur ist unsere selbstbewusste Protagonistin des ersten Bandes abgeblieben, wo bleibt das so hart und unter Verlusten erkämpftest Happy End der beiden Liebenden?

Erst mühsam erobert sich Elizabeth dank der Unterstützung ihrer Freunde Fifer und Skyler ihre Kampfeskünste zurück, wird vom fremdbestimmten Opfer wieder zur aktiv Handelnden. Dass sie dann aber Entscheidungen trifft, die aller Logik und dem Rat ihrer Freunde widersprechen, reitet sie erst recht in die Bredouille.

Ab dem Zeitpunkt, als die ihr Training wieder aufnimmt und in eine aktivere selbstbestimmte Rolle schlüpft, wird sie als Identifikationsfigur für den Leser wieder griffiger. Die Zeit der Selbstfindung, der Zweifel und Verletztheit hat ihren Charakter zwar abgerundet und facettenreicher gemacht, den Lesefluss aber gleichzeitig ein wenig gestört. Dazu kommt, dass sich John nicht eben zu seinem Vorteil verändert.

All dies verlangt vom Leser ein wenig Sitzfleisch, rundet aber gleichzeitig die Zeichnung der Figuren ab und versorgt diese mit zusätzlicher Tiefe. Der Weg zurück zu alter Stärke, der Kampf gegen die Zweifel, ist anschaulich und nachvollziehbar geschildert. Ihr Dickkopf wird erneut liebevoll und anschaulich in Szene gesetzt. Im Vergleich zum Auftakt hat die Autorin das Tempo ein wenig zurückgenommen, lässt sich mehr Zeit ihre Figuren mit Tiefe auszustatten. Zwar ist das Finale ein wenig arg vorhersehbar, die Veränderung der beiden Hauptcharaktere sorgt im Plot jedoch für genügend unerwartete Wendungen, so dass die Spannungskurve hoch blieb.

Fazit

Erneut gelingt es der Autorin ihre Leser mit einer ganz eigenen Geschichte um eine mittelalterliche Welt, Hexen und Inquisition sowie die Suche nach der Liebe einzunehmen. Zwar ließ das Tempo verglichen mit dem Auftakt ein wenig nach, doch versöhnten unerwartete Drehungen der Figuren.

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