Eine Welt ohne Prinzen - The School of Good and Evil Bd. 2 von Soman Chainani

Buchvorstellung und Rezension

Originalausgabe erschienen 2015 unter dem Titel The School for Good and Evil. A World without Princes, deutsche Ausgabe erstmals 2016 bei Ravensburger , 512 Seiten. ISBN 3473401412.

ab 14 Jahren

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In Kürze:

Agatha und Sophie kehren an die Schule der Guten und Bösen zurück, doch dort ist nichts mehr, wie es war. Statt Gut gegen Böse heißt es nun: Mädchen gegen Jungen! Prinzessinnen aller Märchenkönigreiche haben ihre Prinzen vor die Tür gesetzt und regieren allein. Das wollen sich die Prinzen natürlich nicht bieten lassen – und greifen an! Was die Mädchen nicht ahnen: Die größte Gefahr lauert mitten unter ihnen …

Jugendbuch-Rezension von Carsten Kuhr: »Märchen reloaded die Zweite«

Es waren einmal zwei Mädchen. Sophie war als grausame Hexe vorgesehen, Agatha sollte die glückliche Prinzessin werden, die mit ihrem Prinzen Tedros bis ans Ende ihrer gemeinsamen Tage glücklich und zufrieden leben sollte – so zumindest stand es damals im Märchenbuch. Doch dann kam alles anders.

Statt ihrem Traumprinzen die Hand zu reichen, holte Agatha ihre beste Freundin Sophie ins Leben zurück und entschwand mit ihr aus der Märchen- nach Hause in die Realwelt.
Auch dieses Happy-End hätte das Schicksal noch akzeptiert – doch dann bereut Agatha ihre Entscheidung – und schon öffnet sich das Tor zur Märchenwelt wieder weit. Mittlerweile aber ist dort alles ein wenig, nein ganz anders geworden. Statt der bekannten Schulen der Guten und der Bösen gibt es nun zwei Internate, die nach Geschlecht aufgeteilt sind. Hier die Schule der Mädchen, dort die der Jungen.

Dass letztere, angeleitet vom Nachfolger des legendär böse Schuldirektors mit allen Gewaltmitteln die Schule der Mädchen belagert, angreift und erobern will ist einer der Punkte, die Sophie und Agatha Sorgen macht. Das ist aber noch gar nichts, als sie erkennen müssen, wer das Erbe des Schulleiters angetreten hat und die von ihrem rechtschaffenen Platz verbannten Prinzen anführt – der Prinz, der es im ersten Teil am schlimmsten getroffen hat, der Prinz, den seine Herzallerliebste geopfert und zurückgelassen hat. Und er ist mächtig angepisst …

Nicht ganz das Niveau des ersten Teils aber noch recht unterhaltsam

Die erste Frage, die sich mir bereits beim ersten Teil der Trilogie aufdrängte war, ob heutzutage Märchen überhaupt noch zeitgemäß seien? Nachdem in den letzten Jahren Zauberer Internate und Dystrophien die Bestsellerlisten angeführt haben, schien die Zeit der Märchen eigentlich vorbei zu sein. Selbst Disney begab sich in Zoomania in die von intelligenten Tieren bewohnte Zukunft. Dann aber kam letztes Jahr der erste Teil von »School of Good and Evil« heraus, und siehe da, das altbekannte, verstaubte Märchen wurde modernisiert, von Patina befreit und runderneuert.

Vorliegend geht die Handlung in die zweite Runde. Geschickt bietet uns der Autor nicht etwa einen schalen Aufguss an, sondern überrascht uns mit einem komplett verdrehten Setting und neuen Figuren. Der Kniff, aus den beiden Schulen zwei Internate zu formen, die sich nach dem Geschlecht und nicht länger nach der Veranlagung ausrichten wirkt zunächst verstörend, dann aber auch interessant. Es geht unterschwellig auch um die Geschlechterrollen, aber auch darum, sich genau zu überlegen, was man sich wünscht, was man aus seinem oder ihrem Leben machen will. Schnell, allzu schnell hat man hier eine Entscheidung getroffen, ohne die Auswirkungen wirklich überdacht zu haben und findet sich dann in einem Gefängnis der eigenen Entscheidungen wieder, denen man kaum mehr entkommen kann.

Des Weiteren zeigt der Autor auf, dass in jedem zwei Seiten wohnen, dass Prinzessin und Hexe, Gut und Böse Bestandteil eines jeden Menschen sind und wir selbst entscheiden, wie wir uns verhalten. Ein wenig übertrieben hat es der Verfasser mit seinen Wiederholungen, und auch der Ausgang des Plots ist spätestens ab der Mitte des Romans absehbar.

Fazit

Konnte man beim ersten Teil der Trilogie noch von Märchen reloaded sprechen, so greift der Mittelband zwar die Handlung gut auf, überrascht mit einem interessanten Setting und neuen Figuren, langweilt dann aber bis ins vorhersehbare Finale mit zu vielen Wiederholungen.

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