Long-Lost Friend von Sara Zarr

Buchvorstellung und Rezension

unter dem Titel Sweethearts, deutsche Ausgabe erstmals 2009 beiISBN 3423713690.

ab 12 Jahren

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Kurzbeschreibung:

Ihr eigener Geburtstag bringt Jenna jedes Jahr aufs Neue aus der Fassung. Denn dann erinnert sie sich wieder daran, dass sie nicht immer hübsch, schlank und allseits beliebt war. In ihren Kindertagen hieß sie Jennifer, lispelte und wurde als Außenseiterin gehänselt. In dieser Zeit war Cameron ihr innigster und einziger Freund. Doch an Jennifers 9. Geburtstag passierte etwas, das beide traumatisierte, und bald darauf war Cameron verschwunden. Jenna hielt ihn für tot. Umso aufgewühlter reagiert sie, als sich Cameron an ihrem 17. Geburtstag aus dem Nichts meldet und bald darauf als neuer Schüler an Jennas Schule auftaucht. Nachdem sie jahrelang an ihrem neuen, populären Image gearbeitet hat, setzt ihr die Erinnerung an früher zu, und auf keinen Fall sollen ihre jetzigen Freunde von ihrer unschönen Vergangenheit erfahren. Langsam bewegen sich die beiden aufeinander zu und versuchen ein neues Verhältnis zueinander zu finden. Das lang Verdrängte kommt an die Oberfläche und damit auch die Frage, ob aus ihrer kindlichen Verbundenheit Liebe werden kann.

Jugendbuch-Rezension von Corinna Abbassi-Götte:  »Ein Buch über die Liebe in einer Freundschaft«  

Als Kinder waren Cameron und Jenny unzertrennlich, bis Cameron plötzlich verschwand. Jenny hat ihn für tot gehalten, acht lange Jahre. Und dann, an ihrem 17. Geburtstag, ist er plötzlich wieder da. Jenny muss sich nicht nur ihren Gefühlen, sondern dem schlimmsten Tag ihres Lebens stellen: ihrem neunten Geburtstag.

Als kleines Mädchen hat Jenny gelispelt und war übergewichtig, eine Außenseiterin. Doch dann kam Cameron! Zu zweit gegen den Rest der Welt, und die Hänseleien der Mitschüler waren gleich viel weniger schlimm. 
An Jennys neunten Geburtstag geschieht etwas, das sie auch Jahre später noch nicht verarbeitet hat. Kurz danach verschwindet Cameron, und Jenny hält ihn für tot.

Acht Jahre später ist von der Außenseiterin nicht mehr viel übrig. Jenny nennt sich jetzt Jenna, lispelt nicht mehr, hat abgenommen, kleidet sich modisch, hat Freundinnen, sogar einen Freund. Ihre Leben verläuft in geregelten Bahnen, Überraschungen hasst sie, Kontrolle ist alles.  Da ihre Mutter neu geheiratet hat und die Familie weggezogen ist, war es ihr möglich, ein komplett neues Leben zu beginnen. Niemand weiß etwas von der Außenseiter-Jenny, von Cameron oder von dem, was an ihrem neunten Geburtstag geschehen ist.

Und dann kommt ihr 17. Geburtstag, und Cameron ist plötzlich wieder da. 
Warum ist er damals so plötzlich verschwunden und hat sich nie gemeldet? Was ist an ihrem neunten Geburtstag geschehen? Was war so schlimm, dass Jenna acht Jahre später immer noch darunter leidet?

Mit Jenny warm zu werden ist durch ihre Beherrschtheit und ihre kühle Fassade anfangs etwas schwierig. Dass sie die wirklich wichtigen Ereignisse ihrer Vergangenheit zurückhält, macht die Sache nicht einfacher, stachelt die Neugier des Lesers aber permanent weiter an. 
Jenny entpuppt sich jedoch als überaus starker Charakter. Sie hat es immerhin geschafft, sich neu zu erfinden. Nicht gut ist natürlich, dass sie sich nie wirklich mit der Vergangenheit auseinandergesetzt hat. Für ihre 17 Jahre ist sie viel zu kontrolliert und zeigt niemanden ihr wahres Ich. »Dank« Cameron bröckelt die Fassade, und dies bleibt auch ihren Freunden nicht verborgen. Dabei ist es schön zu sehen, wer wirklich an ihr interessiert ist. Und endlich hat Jenny die Chance, ihren neunten Geburtstag zu verarbeiten.

Durch die Andeutungen auf ein zurückliegendes Drama beginnt das Buch in recht gedrückter Stimmung. In wohldosierten Rückblicken erfährt man, was Cameron und Jenny erlebt haben. Die Offenbarungen sind schockierend, die Ereignisse dramatisch, die Offenlegung schließlich befreiend, das Ende ein wenig deprimierend und doch gut. Zurück bleibt ein wehmütiges Gefühl, und die Betroffenheit lässt sich nicht so leicht abschütteln.

Jenny hat gelitten, doch was Cameron durchgemacht hat, kann man sich nur ansatzweise vorstellen. Die Sympathie für ihn wächst mit jeder Offenbarung. Da verzeiht man ihm am Ende bereitwillig, dass er acht Jahre gebraucht hat, um sich bei Jenny zu melden. Was die beiden einander bedeuten, berührt zutiefst. 

Zwischen all den Freundschaftsgeschichten fällt »Long-Lost Friend« sofort auf. 
Jennys und Camerons Geschichte zeigt überdeutlich, wie besonders und unvergänglich die Liebe zwischen besten Freunden sein kann. Mit dem besten Freund oder der besten Freundin teilt man alles, und eine schwere Bürde wiegt gleich viel weniger, wenn man sie gemeinsam trägt. Den besten Freund oder die beste Freundin vergisst man nie, auch wenn Jahre später vielleicht nur noch sporadischer Kontakt besteht. Die Spur, die der eine im Leben des anderen hinterlässt, wird niemals verschwinden.

FAZIT

Was wäre gewesen, wenn Jenny und Cameron sich nicht gehabt hätten? Diese Frage stellt man sich mit jeder entsetzlichen Offenbarung. Auf berührende Weise führt Sara Zarr dem Leser vor Augen, wie wichtig es ist, jemandem zu haben, der stark ist, wenn man es selbst nicht sein kann – und wie unvergänglich die Liebe zu dieser Person ist.

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