Der Fluch des Götter-Königs - Seven Wonders (4) von Peter Lerangis

Buchvorstellung und Rezension

Originalausgabe erschienen 2015 unter dem Titel Seven Wonders 04 - The Curse of the King, deutsche Ausgabe erstmals 2016 bei cbj / cbt , 336 Seiten. ISBN 3-570-17115-9.

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In Kürze:

Jack, Cass, Marco und Aly sind die Auserwählten: Nur diese vier Freunde mit ihren Superkräften können die sieben magischen Gefäße finden, die einst in den sieben Weltwundern der Antike versteckt wurden. Wenn die Mission misslingt, ist die Menschheit in Gefahr!

Kaum sind die Freunde dem Heer der Untoten im Grabmal des Halikarnassos entkommen, machen sie sich auf zum nächsten der sieben Weltwunder: der Statue des Zeus. Einmal mehr geraten sie dabei in tödliche Gefahr. Doch Hilfe kommt von völlig unerwarter Seite: Marco, der verloren geglaubte Freund, rettet Jack, Cass und Aly in letzter Sekunde. Gerade wollen sie triumphieren, denn vier der sieben magischen Gefäße haben sie jetzt in ihren Besitz gebracht – da wird erneut einer der Freunde aus ihrer Mitte gerissen. Die Auserwählten wissen: Ihre Zeit läuft ab.

Jugendbuch-Rezension von Carsten Kuhr: »Ein versunkener Kontinent, eine lebendig werdende Götterstatue und vier, nein inzwischen fünf Jugendliche, die vom Tod bedroht werden – eine explosive Mischung«

Wäre es nicht toll, wenn man vom Schicksal ausgewählt würde, eines Tages eine ganz bedeutende Rolle in der Zukunft der Erde zu spielen. Vielleicht gar mit besonderen Superkräften ausgestattet, oder ein lang verschollener Prinz zu sein? Genau so geht es den Auserwählten Jack, Cass, Marco und Aly, Sie alle haben in ihrer DNA einen besonderen Marker, der dafür sorgt, dass sie und nur sie, die einst in fernster Vergangenheit in den sieben antiken Weltwundern versteckten Loculi finden können. Nur mit diesen kann die Gefahr einer drohenden Katastrophe verhindert werden.

So, jetzt kommen wir zu Nachteilen unserer Superheroes.

Zum einen werden sie alle an ihrem jeweiligen 14. Geburtstag sterben. Zum anderen haben sie mächtige Feinde, die die drohende Katastrophe herbeiführen wollen. Sind die verrückt fragt Ihr Euch jetzt? Na ja, nicht unbedingt. Sicherlich, die Überflutung weiter Küstengebiete der USA und Europas mit Millionen von Opfern, Tsunamis und Erdbeben, aber eben auch die Geburt eines neuen, alten Kontinents, bedeutet: Es geht um nicht weniger, als darum, Atlantis aus den Fluten zu heben.

In den bisherigen Abenteuern haben unsere Helden sich mit Untoten in der Nachwelt angelegt, sind Greifen und anderem unglaublichem Getier begegnet und haben drei der sieben Gefäße an sich gebracht. Jetzt finden sie auf einer kleinen griechischen Insel eine Zeus Statue mit dem Loculus der Stärke – dumm nur, dass die Statue gar nicht nur aus Marmor besteht, sondern unsere Helden plötzlich höchst lebendig verfolgt. Dass diese – je näher sie ihrem 14. Geburtstag kommen – immer kränker werden, trägt auch nicht unbedingt dazu bei, die neue Bedrohung durch Zeus, hinter dessen marmornen Antlitz sich niemand geringeres, als der letzte Atlantische König verbirgt, gechillt zu betrachten.

Als ihre Gegner, die Massa, sie gefangen nehmen und auf die Insel des Mount Onyx bringen, erwarten sie dort Folter, Beeinflussung und Gefahren – aber auch Jacks Mutter, die sich vor Jahren schon den Massa angeschlossen hat. Doch können sie ihr trauen, und was, wenn Zeus auf die Insel gelangt?

Ein wenig verliert der Autor seinen roten Faden aus dem Visier

Im vierten Band der Seven Wonders Reihe geht es mit Riesenschritten voran. Standen die ersten drei Romane ganz im Zeichen der Suche nach den oftmals verschollenen Überbleibseln der antiken Weltwunder, angereichert natürlich durch packende Jagden der Massa auf unsere Helden, so geht es vorliegend ans Eingemachte.

Atlantis wird deutlicher als bisher in das Zentrum gerückt, ein erster, lang im Stein schlafender Atlanter betritt die Bühne – wobei der Running-Gag, diesen Englisch, das er aus TV-Serien gelernt hat, sprechen zu lassen, der dann mit entsprechenden Zitaten um sich schmeißt, auf Dauer eher nervt als zu Lachanfällen hinreißt.

Statt also weiter den Luculi nachzujagen, kommt es zum direkten Aufeinandertreffen unserer jugendlichen Helden mit ihren Gegnern. Dabei sind die Positionen klar verteilt – hier unsere Freunde, dort die natürlich bitterbösen Massa. Das ist fast ein wenig zu schwarz-weiß, da bleibt eine glaubwürdige, heißt nachvollziehbare Motivation auf der Strecke.

Dazu kommt, dass sich unsere Protagonisten nicht wirklich fortentwickeln. Sicherlich, die Zeit läuft ihnen davon, das ganze Buch deckt einen Zeitraum von wenigen Wochen ab, doch die drohende Gefahr zu sterben sollte sie mehr als beschrieben beschäftigen. Stattdessen setzt der Autor ganz auf die Karte Action. Doch selbst da boten die ersten drei Bände deutlich packendere Beschreibungen. Alles wirkt ein wenig, als würde Larangis mit angezogener Handbremse schreiben. Viele Informationen werden uns präsentiert, neue Ansätze vermittelt, dies aber zu Lasten des Plots.

Fazit

Zwar bringt der Autor im vierten Teil seine Serie voran, verschiebt den Fokus weg von der Jagd nach den Relikten hin zur drohenden Katastrophe, doch hat er dies ohne überzeugende Ausarbeitung der Folgen für die Psyche unserer vom Tod bedrohten Helden getan. Die Charakterentwicklung wurde den Info-Dumps geopfert, die Handlung lässt an Faszination ein wenig nach.

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