Aufstand in New York von Matthew J. Kirby

Buchvorstellung und Rezension

unter dem Titel An Assassin´s Creed Series. Last Descendants., deutsche Ausgabe erstmals 2016 bei Fischer , 368 Seiten. ISBN nicht vorhanden.

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In Kürze:

New York im Jahre 1863: Nach der Einführung der Wehrpflicht können reiche Bürger sich davon freikaufen, gegen die Südstaaten zu kämpfen, wer arm ist, muss in die Schlacht ziehen. Der wütende Mob startet eine blutige Revolte. Die Stadt versinkt im schlimmsten Chaos mittendrin der fünfzehnjährige Owen. Eigentlich wollte Owen nur die Unschuld seines Vaters beweisen; nur für ihn hat er den Besitzer eines Animus ausfindig gemacht und das Risiko einer Reise in die Vergangenheit auf sich genommen. Denn Owen kommt aus der Gegenwart. Doch als er begreift, dass er plötzlich Teil einer viel, viel größeren Geschichte ist, ist es längst zu spät. Und schon ist er mittendrin in der seit Jahrtausenden währenden Fehde zwischen dem Geheimbund der Assassinen und dem mächtigen Templer-Orden und ist auf der Jagd nach einem der berüchtigten Edensplittern.

Kann Owen seinen Auftrag erfüllen, und wird er seinen Vater vom Verdacht des Mordes reinwaschen können ...?

Jugendbuch-Rezension von Carsten Kuhr: »Assassinen, Templer und Zeitreisen – eine brisante Mischung«

Sie kämpfen seit Jahrhunderten darum, die Menschheit zu retten. Auf der einen Seite die Loge des Templerordens, auf der anderen Seite die Gilde der Assassinen. Bereits einmal stand die Loge kurz davor, ihren ewigen Widersacher endgültig auszuschalten – doch die Assassinen erholten sich, wenn auch mühsam, von dem verräterischen Anschlag. Nun sind beide Seiten fieberhaft auf der Suche nach einem der legendären Animus – einem Überbleibsel einer technischen Hochkultur aus der verschollenen Frühzeit unseres Planeten mit dessen Hilfe sich der Besitzer zum Herrscher der Welt aufschwingen könnte.

Beide Seiten ahnen, dass sich der Animus, vorliegend in Form eines Dolches, im Großraum New Yorks befinden muss, doch wo genau er seit Jahrhunderten verborgen ist, das ahnen sie nicht. Mit Hilfe einer Maschine können sie mittels DNA Proben Menschen geistig in die Leben ihrer Vorfahren zurückversetzen. Ein Rebell hat sich der Technologie bemächtigt und nach Kindern gesucht, deren Vorfahren einer der beiden Vereinigungen angehört haben. Mittels dieser will er sie in die Vergangenheit versetzen und nach dem Dolch suchen lassen.

Einer dieser Agenten ist Owen. Seit sein Vater wegen eines Raubüberfalls mit Todesfolge im Knast starb, ist Owen auf der Suche nach Beweisen für die Unschuld seines Dads. Als der Renegat ihm verspricht, dass er ihn in die Zeit des Banküberfalls zurückversetzt und er selbst miterleben kann, was sein Dad sich bei der Tat gedacht und gemacht hat, ist für Owen klar, dass er bei der Suche nach den Animus mitmacht.

Zusammen mit anderen Gleichaltrigen wird er ins New York des Jahres 1863 versetzt – eine Zeit, in der der amerikanische Bürgerkrieg tobte, und das Militär der Nordstaaten händeringend Rekruten suchte. Als eine Zwangsrekrutierung ausgesprochen wird, von der die Begüterten sich für 300 $ freikaufen können, ist die Empörung groß – es kommt zur Revolution der Arbeiter und Banden, die geschickt von den Agenten der Templer gesteuert wird. Mittendrin unsere Jugendlichen, die so manches Mal Mühe haben in der für sie so fremden Welt von Klassen- und Rassenhass zurechtzukommen …

Gelungene Kombination aus PC-Game, Assassinen und Zeitreise

Assassins Creed, das gefeierte PC-Game, kam Ende letzten Jahres als aufwändige Realverfilmung in die Kinos. Ein geradezu perfekter Zeitpunkt also, um den ersten Band eine Jugendbuch-Trilogie um die Assassinen und die Templer in die Buchhandlungen zu bringen. Und wirklich liest sich das Buch packend auf einen Rutsch durch. Die Idee von PC-Game-ähnlichen Maschinen, die es den Jugendlichen ermöglichen, in ein früheres Leben einzutauchen, erweist sich dabei als bestechende Idee. Durch die Augen der Jugendlichen, die sich immer altersgemäß verhalten, denken und ausdrücken, besuchen wir eine Vergangenheit, die uns heute brutal, ja unmenschlich vorkommt.

Schwarze als rechtlose Diener, die Arbeiter geknechtet während die Bonzen in Saus und Braus lebten – die nebenbei einfließenden sozialen Unterschiede sind markant aber realistisch dargestellt.

Was auf den ersten Blick angesichts flackernder Gaslaternen, Pferdekutschen und Reifröcken anheimelnd aussieht, das erweist sich bei näherer Betrachtung als Pulverfass an dem die Lunte brennt. Zu markant sind die wirtschaftlichen Unterschiede, zu ungebremst prallen die Schichten aufeinander. Auf der einen Straßenseite verhungern Kinder in ihrer Not, auf der anderen geht die Bourgeoisie ungeniert der Völlerei nach, ohne jegliches schlechte Gewissen – da ist es bis zum Aufstand nicht weit. Das wirkt manches Mal ein wenig abgedroschen, nutzt Stereotype, weiß aber insgesamt zu überzeugen und die Protagonisten wie Leser mit und durch die beschriebenen Lebensumstände zu schocken.

In diese uns auf den ersten Blick so fremde Welt, hat der Autor seinen Kampf der Agenten beider Seiten um den Animus eingebaut. Hier kommen die besonderen Fähigkeiten der Assassinen, ebenso wie ihre Waffen zur Anwendung, treffen die Agenten beider Seiten in rasanten Fights aufeinander. Dabei wertet der Autor nicht in gut oder böse, sondern stattet beide Seiten mit einer nachvollziehbaren Motivation aus. Dass es hierbei auch zu zwischenmenschlichen Verwerfungen kommt, sei erwähnt, ist aber für den eigentlichen Plot nicht wirklich bedeutsam.

Die Gewaltdarstellungen sind der Zielgruppe der ab 12-jährigen angemessen, der Plot rasant aufgezogen, die Erzähler verhalten sich wie altersgerecht.

Fazit

Insgesamt gesehen ein durchaus packendes Movie-Tie-In das auf die Zielgruppe gut zugeschnitten wurde. Inhaltlich weist der Text zwar einige stereotypische Darstellungen auf, die jedoch im Text nicht weiter auffallen.

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