Iskari - Der Sturm naht von Kristen Ciccarelli

Buchvorstellung und Rezension

Originalausgabe erschienen 2017 unter dem Titel The Last Namsara, deutsche Ausgabe erstmals 2017 bei Heyne , 416 Seiten. ISBN 3-453-27123-8.

ab 14 Jahren

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Jugendbuch-Rezension von Carsten Kuhr: Die Verräterin, die Drachen und ein intriganter König

Asha könnte ein Leben in Luxus und Sicherheit führen – schließlich ist sie die Tochter des Königs. Doch Asha ist auch die Iskari, die Drachenjägerin. Und sie ist das Mädchen, das vor Jahren das Unglück über die Königsstadt brachte.

Es begann damit, dass ihre Mutter ihr gegen die nächtlichen Alpträume Geschichten erzählte. Dass diesen Geschichten Macht innewohnt, das wusste man. Wer immer sie erzählte, zahlte dafür einen Preis, einen hohen Preis. Mit jeder Geschichte wurde die Königin schwächer, bis sie eines Tages qualvoll starb.

Asha trat in ihre Fußstapfen. Sie liebte es den Drachen Geschichten zu erzählen, bis das Dekret ihres gramgebeugten Vaters das Geschichtenerzählen unter Todesstrafe stellte. Die Drachen, allen voran Kozu, der erste der Drachen, nahmen die Änderung nicht hin – Kozu überfiel die Königsstadt Firgaard und brannte mit seinem vernichtenden Odem die halbe Stadt nebst ihren Bewohnern nieder.

Asha selbst, die den Drachen gerufen hatte, wurde schwer verletzt.

Um Buße zu tun, für das Unheil, das sie mit dem Rufen des Drachen über die Stadt und ihre Bewohner gebracht hat, versprach Asha zum Einen den Erben des obersten Heerführers ihres Vaters, den nun aufgrund des Angriffs elternlosen Jarek zu ehelichen, sie versprach aber auch alle Drachen auszurotten. Unter dem Namen der finsteren Göttin Iskari entwickelte sie sich zur tödlichsten Bedrohung aller Lindwürmer.

Nun aber ist die Zeit gekommen, den despotischen Jarek, den sie zu hassen gelernt hat, zu heiraten. Der einzige Ausweg von der Zwangsehe mit dem Sadisten erlöst zu werden läge darin, ihrem Vater vor der Hochzeit den Kopf Kozus zu bringen – dann aber mischt sich der Große Alte, der verbotene Gott der Stadt und das Schicksal in Form eines Sklaven ein, der ihr Herz angreift – von einem Jungdrachen, den sie schützen soll, wollen wir einmal gar nicht reden. Und sie entdeckt einen Verrat, der weit tiefer reicht und sie persönlich trifft.

Es kommt wie es kommen muss – Asha und Jarek geraten aneinander und das nicht auf die nette, zärtliche Art, sondern mit scharfem Stahl in der Hand &

Geschickt gemixt, für eine breite Leserschicht packendes Abenteuer

Drachenromane gibt es Viele. Die Fantasy-Autoren habe sich immer wieder mit den geflügelten, zumeist Feuer speienden Lindwürmern beschäftigt, haben ihre eigenen Geschichten und Märchen gesponnen.

Auch die Kanadierin Kristen Ciccarelli erfindet hier das Rad nicht neu. Ins Zentrum ihrer Erzählung stellt sie eine junge Frau, mit der der Leser einfach Mitleid haben muss. Nicht nur, dass sie vom Angriff des Drachen in ihrer Jugend schwer verletzt und jetzt Zeit ihres Lebens von den zurückgebliebenen Narben gezeichnet ist, ihre eigenen Untertanen, ihr Volk wirft ihr zurecht auch noch vor, am so verlustreichen Angriff Schuld zu sein. Zu dieser auf ihren Schultern lastenden Schuld kommt die Zukunftsangst vor dem sadistischen Ehemann, dem sie versprochen ist. Ihr künftiges Martyrium scheint unabwendbar, die Hilflosigkeit und gleichzeitig die Aggression in ihr sind gut nachvollziehbar herausgearbeitet.

Im Hintergrund der Bühne lauert ein Konflikt mit einem einst verbündeten Steppenvolk, die karge Umgebung der Stadt dient als Kulisse für die Trostlosigkeit, die die Hauptperson ob ihres Schicksals fühlt.

Ebenfalls hat die Autorin Götter eingebracht, die direkt in das Schicksal ihrer Völker eingreifen – nicht etwa zugunsten eines ihrer Gläubigen, mehr um die Herde auf den rechten Weg zurückzuführen. Dabei sind diese in ihren Mitteln nicht unbedingt zimperlich und setzten ihre Forderungen an die auserwählten Helden vehement durch. Beigegeben ward noch eine herzergreifende Love-Story über eine Liebe, die nicht sein darf und die Mixtur, sie mundet gar wohl. Jede Menge unerwarteter Wendungen, tragischer Verluste und notwendiger Opfer später kommt es zum erwarteten Show-Down.

Fazit:

Iskari hat das Potential nicht nur die Romance-Fantasy-Fans anzusprechend, sondern auch die Anhänger der Drachen und bindet dabei mutige weibliche Erzählerinnen ein. Die Geschichte um Lügen, Verrat und Liebe entfaltet sich zunächst behutsam, dann aber unwiderstehlich bis ins überraschende Finale.

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