Im Land des Voodoo-Mondes von Kathleen Weise

Buchvorstellung und Rezension

Originalausgabe erschienen 2011 bei Planet Girl , 288 Seiten. ISBN nicht vorhanden.

ab 14 Jahren

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Jugendbuch-Rezension von Julia Behrens: »Eine magische Liebesgeschichte in einer traumhaft exotischen Welt«

[Jugendbuch des Monats – Februar 2012]
Saint Domingue 1789. Französische Plantagenbesitzer beherrschen die traumhafte Insel mitten in der Karibik und verdienen mit dem Anbau von Zuckerrohr ein Vermögen. Ein Vermögen, das sich auf dem Schweiß und der Arbeitskraft von Sklaven begründet. Die Sklaven rebellieren gegen ihre Unterdrückung. Die weißen Aristokraten greifen mit harter Hand durch und schüren den Hass zwischen den Fronten noch mehr. Doch nicht nur in der Karibik brodelt es. Daheim in Frankreich steht die französische Revolution kurz bevor. In dieser Stimmung erreichen Éloise de Bouillé und ihr Vater, der Marquis de Bouillé, die Karibikinsel. Nach dem Tod seiner Frau will der Marquis ein neues Leben auf der Plantage seines Bruders beginnen und nimmt seine junge Tochter mit. Doch das Leben auf der Insel ist so ganz anders. Die Hitze ist nahezu unerträglich. Die Wildnis erstreckt sich überall. Die Stimmung ist gereizt. Und mit den Traditionen und Kulten der schwarzen Einwohner und der aristokratischen Etikette prallen Welten aufeinander, die unterschiedlicher nicht sein können.

Die junge Éloise muss sich mit vielen neuen Dingen auseinandersetzen. Da ist zum Beispiel Gabriel, der junge Mann mit dem Engelsgesicht und den schmetterlingsblauen Augen, der ihr nicht mehr aus dem Kopf geht, und dessen Schicksal auf geheimnisvolle Weise mit ihrem verstrickt zu sein scheint. Doch so sehr sie sich auch nach ihm verzehrt: Gabriel ist ein Mulatte und für eine französische Adlige nicht standesgemäß.
Als wäre das nicht genug spürt Éloise schon bald, dass ein seltsamer Fluch auf der Insel und auf ihr lastet. Immer wieder passieren Unfälle, denen sie nur knapp entgehen kann. Warum ist ihr Vater auf einmal so schwer erkrankt, dass sie um sein Leben bangen muss? Und was hat es mit der geheimnisvollen Münze auf sich, einem Geschenk ihrer Mutter, die sie als Kette trägt, und die hier alle Ureinwohner zu fürchten scheinen, sobald sie sie sehen? Éloise sieht sich vielen Fragen gegenüber, die sie nicht beantworten kann. Ihre Suche nach Lösungen führt sie immer wieder zu Gabriel und schließlich tief in die Voodoo-Kulte der schwarzen Ureinwohner. Nach und nach muss sie in Frage stellen, was sie einst selbstverständlich als richtig erachtete.

Schon das Cover des Buches macht Lust zu lesen: exotische rote Blüten zieren den Umschlag. Der Titel ist in geschnörkelter Schrift aufgedruckt und spätestens wenn man den Totenschädel entdeckt, der sich heimlich in das Idyll geschlichen hat, ist die Neugierde geweckt.
Und man wird nicht enttäuscht. Von der ersten Zeile an zieht Kathleen Weise ihre Leser in den Bann. Sie entfaltet dabei eine dichte, magische Atmosphäre, die sich durch das gesamte Buch zieht und immer wieder zwischen Realität und Traum schwanken lässt.
Es gelingt ihr auf fantastische Weise, das Besondere, das Magische des Voodoo-Kultes einzufangen, ohne dabei Klischees abzugreifen, und zieht den Leser so tief in den exotischen Zauber der Karibikinsel und ihrer Geschichte.

Man fiebert mit der sympathischen Heldin Éloise von der ersten bis zur letzten Seite mit und sehnt sich mit ihr gemeinsam nach dem geheimnisvollen Gabriel.
Im Land des Voodoo-Mondes liest sich schnell, man mag es kaum weg legen. Nach dem Lesen fällt es fast schwer, aus dem Buch zurück in die richtige Welt zu finden, so spannend und schön ist es geschrieben.

Kathleen Weise lässt nicht nur ihre Charaktere lebendig werden, sie lässt auch beim Lesen einen fernen, fremdartigen Ort entstehen, den man gemeinsam mit Éloise ergründet.
Gleichzeitig erfährt man viel über die Problematik der Sklaverei in den Zuckerrohrkolonien und über den damaligen Zeitgeist, der dazu beigetragen hat, dass Saint Domingue von der »Perle der Antillen« zu der Insel wurde, die sie heute ist – Haiti.

FAZIT

Kathleen Weise ist es gelungen, eine Geschichte und Charaktere zu erschaffen, die dazu einladen, sich in eine abenteuerliche Welt voller Romantik und Exotik davon zu träumen. Dabei wirkt sie jedoch nicht weltfremd, sondern weist auf sanfte Art immer wieder auf die gesellschaftlichen Probleme zur Kolonialzeit hin. Ein fantastisches Buch – nicht nur für Mädchen.

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