Die Seiten der Welt - Nachtland von Kai Meyer

Buchvorstellung und Rezension

deutsche Ausgabe erstmals 2015 bei Fischer , 592 Seiten. ISBN 3841421660.

ab 14 Jahren

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In Kürze:

Schon seit Wochen roch Furia nach Büchern: Sie war auf dem besten Weg, eine erstklassige Bibliomantin zu werden.

Immer tiefer dringt Furia in die magische Welt der Bücher vor. Das phantastische Reich mit seinen uralten Bibliotheken und Geschichten wird von den tyrannischen Drei Häusern regiert. Von einem geheimen Ort aus, dem Sanktuarium, herrschen sie über die Geschicke aller Bibliomanten und Exlibri. Doch Furia und ihre Gefährten leisten Widerstand. Um ihre Welt von den Unterdrückern zu befreien, begeben sie sich auf die gefährliche Suche durch die verborgenen Refugien nach dem Zentrum der Macht und stoßen auf das größte Geheimnis der Bibliomantik.

Jugendbuch-Rezension von Carsten Kuhr: »Willkommen in der ganz eigenen, magischen Bücherwelt des Kai Meyer«

Lieben Sie Bücher? Üben die frischen oder alt-ehrwürdigen Seiten, der Geruch der Bindung, der Satz in einer ansprechenden Type und am wichtigsten natürlich der Inhalt auf Sie auch einen ungeheuren Reiz aus? Dann sind Sie in Kai Meyers Seiten der Welt richtig. Hier treffen Sie auf Artgenossen, Buchverrückte, Bibliophile und Exlibris – doch all dies ein ganz klein wenig anders, als erwartet. Doch beginnen wir, wie jedes Buch, am Anfang.

Im ersten Band stellte uns der Autor eine Welt vor, wie sie phantastischer kaum sein könnte. Eine Welt, in der Exlibris aus Büchern fallen und ein eigenes Leben annehmen, in denen Seiten gespalten und aus den so freigesetzten Herzen mittels besonderer Kräfte von den Bibliomanten eine gar eigene Büchermagie gewirkt werden kann.

Einst gehörten die Rosenkreuz´ zu einer der fünf großen, die Welt der Bibliomanten beherrschenden Familien. Dann fielen zwei der Familien einem Genozid zum Opfer, die verbleibenden Häuser beherrschen vom legendären Sanktuarium ihre geheime Welt. Schon länger rumort es beim Volk. Zu despotisch, zu gewaltsam und unterdrückend ist die Herrschaft der Clans.

Furia Krosenkreuz, die letzte ihres Namens, hat sich den Rebellen angeschlossen. Verfolgt von den Häschern des Sanktuariums kommen sie und ihre Freunde einer Verschwörung innerhalb der herrschenden Clique auf die Spur. Mit einer seltenen Zielstrebigkeit, die jegliche moralische Rechtfertigung entbehrt, jedes Nachsinnen um Recht und Getz verbietet, soll ein Umsturz von innen für radikale Veränderung sorgen. Dazu kommt die Bedrohung von außen. Ein altes, längst besiegt geglaubtes Übel reckt sein Haupt, eine Bedrohung, von der man glaubte, sie eigentlich im letzten Krieg endgültig besiegt zu haben.Eine Bedrohung, die die Existenz der Bücherwelt bedroht mit etwas gar Unerhörtem – mit Veränderung!

Phantasie trifft auf Tiefgang – und dabei liest sich das Buch noch super spannend!

Nach einem mehr als fulminanten Auftakt, der Leser wie Buchhändler zu Begeisterungsstürmen hinriss, erscheint nun der zweite Teil der Geschichte um Furia und die Welt der Bibliomanten.

Wie bereits im Auftaktband der Trilogie hält Kai Meyer sich wahrlich nicht zurück. Das Tempo ist hoch, die Actionszenen reihen sich aneinander, Gewaltschilderungen sind ebenso Bestandteil der Handlung wie leise, nachdenkliche Momente und wieder gilt es Abschied von liebgewonnenen Figuren zu nehmen. Geschickt lüftet der Autor immer wieder neue Geheimnisse, installiert frische, die Handlung vorantreibende Gestalten und legt den Grundstein für die weiteren Abenteuer.

Dabei hat mich ein wenig verwundert, dass er die Antagonisten auf Seiten des Sanktuariums doch recht eindeutig dunkel angelegt hat. Während Furia und ihre Freunde durchaus ambivalent gezeichnet werden, auch ihre dunklen Seiten haben und mit diesen auskommen müssen, sind ihre Gegner doch nur eines – böse, egoistisch und verdorben bis ins Mark. Nun, dies hat natürlich den Vorteil, dass wir uns im Kampf um die Welt der lebenden Bücher ganz eindeutig zu positionieren wissen.

Wie dies bei Kai Meyer so üblich ist, fügt er seinen Abenteuern, quasi in der zweiten Reihe immer auch eine ernsthafte Aussage bei. Dieses Mal geht es um das Thema Veränderung. Während die Honoratioren des Establishments, allen voran die Führer und Beamten des Sanktuariums eine statische Welt ohne jede Entwicklung anstreben, ihre Pfründe sichern wollen, allenfalls einmal kosmetische Korrekturen, den Austausch der vorgeschobenen Marionetten in Erwägung ziehen, droht auf der anderen Seite Chaos. Doch eben jenes Chaos hält auch das Potential in sich, dass sich etwas Neues, etwas Besseres entwickeln könnte, dass sich neue Wege und Chancen auftun, die Dinge verbessern. Dies ist der immerwährende Konflikt alt versus jung, der sich hier, in der Welt der Bibliomanten widerspiegelt.

Fazit

Einmal mehr beweist Kai Meyer seine unangefochtene Sonderstellung als Deutschlands führender Phantast. Mit ganz eigener Phantasie, einem ebenso mitreissenden, wie bewusst eingesetzten Stil und einem Plot, der den Leser packt überzeugt er auf der ganzen Linie.

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