Die Seiten der Welt - Blutbuch von Kai Meyer

Buchvorstellung und Rezension

deutsche Ausgabe erstmals 2016 bei Fischer , 528 Seiten. ISBN nicht vorhanden.

ab 14 Jahren

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In Kürze:

Das Sanktuarium ist untergegangen, aber schon wird die bibliomantische Welt von einer neuen, übermächtigen Gefahr bedroht. Die Ideen steigen aus dem goldenen Abgrund zwischen den Seiten der Welt auf und verschlingen ein Refugium nach dem anderen. Bald ahnt Furia, dass sie die einzige ist, die die Vernichtung der Welt aufhalten kann und dass sie dafür einen sehr hohen Preis zahlen muss. Doch ist sie dazu bereit?

Jugendbuch-Rezension von Carsten Kuhr: »Aktuelle gesellschaftliche Probleme integriert der Meister des magischen Realismus problemlos in seine Schöpfung«

Stellen Sie sich eine Welt vor, in der Figuren aus Büchern fallen und lebendig sind, in der Exlibris, Origami und Tintenlinge um ihre Freiheit und Anerkennung kämpfen und in der Bibliomanten mittels Bücher der Schöpfung Macht über die reale Welt erlangen – willkommen in Kai Meyers Seiten der Welt.

Ja, es ist schon etwas Besonders, was der Meister des magischen Realismus sich für seine Leser und Fans hat einfallen lassen. Er entführt uns zum mittlerweile dritten und letzten Mal in seine ganz eigene Schöpfung, aus der seine Liebe zum gedruckten Wort, sein Faible zu Büchern und sein Anspruch, seinen Lesern etwas mitzugeben, spricht.

Dabei nutzt er nicht nur bekannte Figuren – insbesondere hat es ihm dieses Mal Jim Hawkins, sie erinnern sich sicherlich an den Schiffsjungen der Hispaniola, angetan – sondern hält jede Menge Abenteuer, Dramatik und, ja auch überaus schmerzhafte Verluste für seine Leser bereit.

Ich möchte an dieser Stelle nicht viel von der Handlung verraten; wer die ersten Bücher nicht gelesen hat, der wird dem Plot nicht folgen können, und diejenigen unter Ihnen und Euch, die die Seiten der Welt bereits bereist haben, ahnen sicherlich, was auf sie zukommt.

Kai Meyer führt seine Handlung um den Aufstand der Unterdrückten gegen die Herrschaft der Familien, sowie der Bürokratie, zu einem Ende. Der Freiheitskampf der Exlibris gegen Unterdrückung und Diskriminierung wird ebenso zu einem in sich logischen Schluss gebracht, wie der drohende Genozid an den Tintenlingen.

Hier hat der Autor, fein und unauffällig – aber überzeugend, seine Anschauung zu dem Drang nach Freiheit, Selbstbestimmung und einer zumindest gewissen Gerechtigkeit im Leben Ausdruck gegeben.

Mit den Tintenlingen nimmt er darüber hinaus das Thema Flüchtlinge, ob bewusst oder, da schon lange geplant, unbewusst auf, zeigt, dass diejenigen, die alles verloren haben, vom Schicksal Geschundene sind, die sich nur nach einem Leben in Freiheit, Sicherheit und Frieden sehnen. Sie sind Opfer, nicht Täter, sie haben alles verloren und suchen doch so wenig. So ist dies auch ein Buch, das den Leser zum Nachdenken anregen möchte, das neben dem unbestrittenen Unterhaltungswert seine ruhigen, stillen, ja traurigen Momente hat, in denen es gilt Abschied zu nehmen.

Abschied nicht nur von liebgewonnenen Figuren, Abschied auch von dem Glauben, dass eine Seite gewinnen, die Andere verlieren wird. Bei Kai Meyer ist es wie im richtigen Leben – einfache Lösungen gibt es keine, alles ist immer ein Kompromiss. Charaktere ändern sich, manche zum Guten, andere zu ihrem Nachteil. Und doch ist dies ein Zeichen des Lebens, dem die Bücher, wie immer, ihre Referenz erweisen.

Fazit

In einem wunderbar stimmigen Finale legt Kai Meyer erneut ein Buch vor, das weit abseits der gängigen Pfade eine packende Handlung mit interessanten Charakteren und einer nachdenkenswerten Aussage verknüpft.

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