Das flammende Phantom - Lockwood & Co. (4) von Jonathan Strout

Buchvorstellung und Rezension

Originalausgabe erschienen 2016 unter dem Titel The Creeping Shadow, deutsche Ausgabe erstmals 2016 bei cbj / cbt , 512 Seiten. ISBN 3-570-15964-7.

ab 12 Jahren

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In Kürze:

Im vierten Abenteuer um die Geisterjägeragentur Lockwood & Co. bekommen Anthony Lockwood und George es mit einem besonders schrecklichen Verbrechen zu tun. Die Spur hinter dessen dunklem Geheimnis führt sie mitten ins Herz der Londoner Gesellschaft. Um diesen Fall zu klären, müssen sie alle Kräfte mobilisieren und so bitten sie die in Geisterdingen hochbegabte Lucy, als Beraterin in die Agentur zurückzukehren. Doch die Freunde ahnen nicht, wie sehr diese Nachforschungen sie selbst in ihren beruflichen und persönlichen Grundfesten erschüttern werden und dass sie damit Kräfte auf den Plan rufen, die selbst sie nicht mehr kontrollieren können …

Jugendbuch-Rezension von Carsten Kuhr: »Die Geisterjäger sind zurück«

Stellt Euch einmal eine Welt vor, in der die Geister nicht in der Nachwelt bleiben, sondern in unserer realen Welt umgehen. Sobald es Nacht wird, erheben sich die unruhigen, traumatisierten oder verrückten Seelen aus ihren Gräbern und suchen die Lebenden heim. Krass, nicht? Dass diese sie in aller Regel nicht sehen können, ist ein Segen. Dass sie aber dennoch Unheil anrichten und Menschen heimsuchen können, eine Tatsache.

Hier kommen nun wir ins Bild. Besonders begabte Jugendliche – und nur solche Teens – können die Geister sehen und mittels Eisen und Silber bekämpfen. Nach Jahrzehnten der Auseinandersetzungen hat sich eine ganze Industrie um die Bekämpfung des Übernatürlichen gebildet. Zwei Agenturen beherrschen den Markt in London, daneben gibt es noch frei schaffende Agenten und einige kleine, unabhängige Agenturen. Einst gehörte auch ich einer dieser kleinen, aber feinen Agenturen an. Lockwood & Co so hieß die Agentur, die sich mit ihren Erfolgen inzwischen einen Namen gemacht hat.

Gestatten, dass ich mich endlich vorstelle – Lucy der Name, ich habe eine ganz besondere, seltene Gabe – ich kann mit Geistern reden. Im Rucksack habe ich immer einen dämonisch belebten, vorlauten Schädel dabei und die Trennung von meinen früheren Kameraden hat mir fast das Herz gebrochen. Doch seit mir ein Geist gezeigt hat, dass und wie Anthony Lockwood sein Leben, um meines zu retten opfert, weiß ich, dass nur Abstand das Leben meines Freundes retten kann.

Das heißt aber nicht, dass ich meine früheren Freunde nicht mehr mögen würde. Als wir einen Auftrag zugeschanzt bekommen, eine Heimsuchung aufzuklären, erkläre ich mich bereit, einmalig ins Team zurückzukommen. Fehler, großer, großer Fehler, denn was als einfacher Auftrag beginnt, das führt über ein kleines Dorf außerhalb Londons zu den Versuchsstätten einer der großen Agenturen und mitten hinein in die Hölle – im wahrsten Sinne des Wortes . …

Stroud hat wieder einen Bestseller vorgelegt

Jonathan Stroud ist ein sehr sympathischer Mann. Weder laut noch egozentrisch, mehr der stille, höfliche Typ, ein typischer Brite der angenehmen Art, wie ich anlässlich eines Interviews vor ein paar Jahren feststellen durfte. Ein solcher Mensch, so sollte man meinen, pflegt seine Rituale und wenn er denn Bücher schreibt, dann eher über das Blumenzüchten oder Briefmarkensammeln. Doch halt, hier täuscht der Eindruck aber ganz gewaltig. Hinter dem gepflegten Äußeren verbirgt sich ein Geist, der sich gerne und ausgiebig mit den Heimsuchungen aus dem Jenseits in all seinen mannigfaltigen Formen beschäftigt.

Mit seiner Bartimäus Reihe hat er einen Weltbestseller vorgelegt, danach folgten einige Romane, denen, nun, nennen wir es beim Namen, ein wenig die ganz große Faszination abging. Jetzt aber hat er mit Lockwood & Co wieder ein Pferd im Rennen, das ihm einen Stammplatz auf den Bestsellerlisten sichert.

Schon die Idee der Heimsuchung der Welt durch Geister und die Jagd auf diese durch und mittels Jugendlicher ist bestechend. Dann aber nutzt er diese Kulisse, um uns ebenso markante, wie liebevoll gezeichnete Figuren ans Herz zu legen. Sie alle haben ihr Päcklein zu tragen, haben Geheimnisse, wurden verletzt und sind doch verlässliche Freunde, wie man sie gerne im eigenen Bekanntenkreis hätte.

Dabei ergänzen sich ihre Gaben ebenso wie ihre Charaktere, sind sie als Team weit mehr, als ihre einzelnen Mitglieder. Das gegenseitige Necken, die Kabbeleien sind nie verletzend, sondern zeugen nur von der gegenseitigen Sympathie und tiefen Freundschaft.

Und dass sie dies, ihre Freundschaft, ihre Verlässlichkeit benötigen, dafür sorgen die Gegner, Fährnisse und Abenteuer, die ihnen der Autor in den Weg stellt. Gefährlich geht es zu, die Gegner scheinen übermächtig und immer neue Geheimnisse tauchen auf und verschlimmern ihre Lage. Das entwickelt einen Sog, der den Leser förmlich an die Seiten bannt. Dazu gesellen sich unerwartete Wendungen und viel Tempo, so dass sich das Buch – gerüchteweise das vorletzte der Reihe – in einem Rutsch durchliest. Die Gewalt- und Gruseldarstellungen bleiben dabei erfreulich altersentsprechend ohne dass dies die Faszination im Geringsten mindern würde.

Fazit

Erneut legt Jonathan Stroud einen Pageturner auf, der Humor, Grusel und Spannung auf geradezu ideale Weise verbindet.

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