Liebe ohne Punkt und Komma von Jodi Picoult & Samantha van Leer

Buchvorstellung und Rezension

Originalausgabe erschienen 2015 unter dem Titel Off the Page, deutsche Ausgabe erstmals 2016 bei Boje , 336 Seiten. ISBN nicht vorhanden.

ab 12 Jahren

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In Kürze:

Was wäre, wenn du dich in den Helden deines Lieblingsbuchs verlieben würdest? Und er es tatsächlich schafft, in deine Welt zu gelangen, um bei dir zu bleiben?

Es könnte das perfekte Happy End sein: Delilah und Oliver, der Prinz, der buchstäblich einem Märchen entsprungen ist, können endlich zusammen sein. Doch so einfach ist es leider nicht. Olivers Verschwinden hat die Märchenwelt ins Chaos gestürzt. Das Buch wehrt sich gegen diesen heftigen Eingriff und fordert seine eigentliche Geschichte zurück. Doch was wird dann aus Delilah und Oliver? Wird er je bei ihr in der realen Welt leben können, für immer?

Jugendbuch-Rezension von Andrea Delumeau: »Auch der Folgeband ist ein hochwertiger Hingucker«

Delilah und ihr Märchenprinz Oliver haben es endlich geschafft, in der realen Welt zusammen zu sein. Doch die »Befreiung« Olivers aus dem Märchenbuch bringt einige Probleme mit sich, u.a. hat sein Weggehen das Gleichgewicht der Geschichte gestört, so dass das Buch ihn zurückfordert und er in die Märchenwelt zurück muss. Wird es für die beiden trotz aller Widernisse ein happy-end geben?

Delilah und Oliver ist es nach vielen Irrungen und Wirrungen endlich gelungen, Oliver aus der Märchenwelt zu befreien und in der realen Welt ein Liebespaar zu sein. Oliver genießt außerdem die neugewonnene Freiheit, nicht mehr in der zweidimensionalen Märchenwelt zu leben, in der er der vorgeschriebenen Handlung der Autorin folgen muss und keine eigenen Entscheidungen treffen darf und ein Tag dem anderen gleicht. Um weggehen zu können, hatte Oliver mit dem gleichaltrigen Sohn der Autorin namens Edgar getauscht. Oliver gleicht Edgar wie ein Ei dem anderen, hatte die Autorin ihrem Sohn das Märchen quasi auf den Leib geschrieben, um ihn in einer schwierigen Lebensphase zu trösten Dieser, ein begeisterter »Gamer«, war mit dem Tausch einverstanden – unter der Bedingung, dass die Handlung entsprechend seiner heißgeliebten Video-Spiele umgeschrieben würde,, so dass jetzt »Aliens« die Welt erobern wollen und Edgar als rettender Prinz kein Wams mehr, sondern einen Raumanzug trägt. Oliver gibt sich als Edgar aus und wohnt als Sohn der Autorin, Jessamyn Jacobs, bei ihr und geht an Edgars statt in dieselbe Schule wie Delilah, was ein Glück ist, denn so kann sie ihm leichter helfen, sich in der ungewohnten »High School«-Umgebung zurechtzufinden. Und der Schulalltag birgt so seine Tücken.

Alles könnte perfekt sein, wenn da nicht diese seltsamen Botschaften wären, die Oliver um Hilfe bitten. Schließlich finden Delilah und Oliver heraus, dass diese Hilferufe vom Buch selbst kommen, das durch Olivers Weggang aus dem Gleichgewicht geraten ist. Dass es in der Märchenwelt kriselt zeigt sich auch daran, dass es an mehreren Stellen zu seltsamen Einstürzen von Gebäuden kommt. Edgars Mutter erkrankt und Edgar, obwohl es ihm in diesem neuen Universum gefällt, will zu ihr. Die Märchenprinzessin Seraphima gerät versehentlich in die reale Welt und an ihrer statt holt sich das Buch Delilahs kratzbürstige Punkerfreundin Jules. Seraphima ist es als Prinzessin gewohnt, von vorne bis hinten bedient zu werden, auch die Kleidung ist anders, als sie es gewohnt ist. Jules kommt in der Märchenwelt zwar besser zurecht und trägt jetzt das Prinzessinnenkleid zu ihren Springerstiefeln, aber auch sie kann nicht bleiben, wo sie ist. So suchen die Märchenfiguren verzweifelt nach einer Möglichkeit, die Sache ins Lot zu bringen und kämmen die Welt des Märchenbuches wie in einem Video-Spiel nach einem »Osterei« oder »Portal« ab, das sie, wie schon Seraphima, in eine andere Ebene, hier in die wirkliche Welt, befördern soll. Auf der Suche danach kommen sich Edgar und Jules näher und verlieben sich ineinander. Doch was wird aus dem Liebespaar Oliver und Delilah?

Auch der Folgeband ist ein hochwertiger Hingucker

Hinter dem Buch Liebe ohne Punkt und Komma steckt wie schon beim Vorgängerband Mein Herz zwischen den Zeilen wieder das Mutter/Tochtergespann bestehend aus der erfolgreichen US-Autorin Jodi Picoult zusammen mit ihrer Tochter Samantha van Leer, die nicht viel älter als ihre Hauptfiguren ist und erst vor kurzem selbst auf die »High-School« gegangen ist. Zwar kann dieser Fortsetzungsband auch eigenständig bestehen und unabhängig gelesen werden (in die Handlung sind auf geschickte Weise genügend Hinweise auf vorangegangene Ereignisse eingebaut, um dem Geschehen folgen zu können), jedoch empfiehlt sich für ein besseres Leseverständnis, den ersten Band Mein Herz zwischen den Zeilen zu lesen.

Wie beim Vorgängerband ist auch hier die Ausstattung sehr hochwertig, das Papier ist edel, schwer und fühlt sich gut an. Die Handlung wird wieder aus verschiedenen Perspektiven erzählt, die zum leichteren Zuordnen in unterschiedlichen Farben gedruckt sind. Die hochwertige Ausstattung zeigt sich auch in den liebevoll illustrierten farbigen Bildplatten auf Hochglanzpapier, die Szenen aus der Märchenwelt zeigen und in ihrem Stil an alte Märchenbücher erinnern. Die Kapitel, die in der realen Welt spielen, werden dagegen von einfarbigen, scherenschnittartigen Silhouetten-Illustrationen begleitet. Zu erwähnen ist auch das praktische Lesebändchen, das ebenfalls zu einem gewissen Lesekomfort beiträgt.

Überzeugendes Teamwork

Der geschickte Kunstgriff, neben Delilah Oliver und seinen Tauschpartner Edgar zu Wort kommen zu lassen, verleiht der Handlung psychologische Tiefe und steigert das Lesevergnügen. Bei den etwas sehr dramatischen Handlungselementen gegen Schluss merkt man den Einfluss der amerikanischen Erfolgsautorin Jodi Picoult, dem gegenüber ist im ganzen Buch die Feder ihrer Tochter zu spüren, die nur wenig älter als die Helden der Geschichte ist, so dass deren Nöte und Ängste auf sehr überzeugende Art beschrieben werden.

Sehr glaubwürdig wirkt z.B. Olivers Überlebenskampf im Dschungel einer amerikanischen »High-School« oder wie die bisherige Außenseiterin Delilah an der Seite ihres Märchenprinzen plötzlich im Rampenlicht steht und Angst haben muss, Oliver an eines der Mädchen der angesagtesten Clique zu verlieren. Eher nebenbei wird der Leser zum Nachdenken herausgefordert durch kleine, fast philosophisch angehauchte, aber leicht verdauliche Fragestellungen zur Handlung, die ein allwissender Erzähler an einigen Stellen in das Geschehen einbaut. Überhaupt kommt die Handlung eher leichtfüßig daher, werden doch trotz der ernsten Themen wie Verlust, Krankheit und Tod, Pathos und eine schwulstige Sprache vermieden. Und auch Delilahs und Olivers Liebesgeschichte wirkt insgesamt nicht kitschig und übertrieben. Witz und Situationskomik entstehen vor allem, wenn sich eine Märchenfigur wie ein Fisch auf dem Trockenen in der realen Welt behaupten muss, so zum Beispiel Olivers Kampf mit der Waschmaschine, als er viel zu viel Waschpulver nimmt und die Waschmaschine zum Überschäumen bringt.

FAZIT

Eine phantasievolles modernes Märchen, in dem sich Fantasie und reale Welt auf humorvolle Art überschneiden.

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