Harry Potter und das verschwundene Kind von Joanne K. Rowling

Buchvorstellung und Rezension

Originalausgabe erschienen 2016 unter dem Titel Harry Potter and the cursed Chield, deutsche Ausgabe erstmals 2016 bei Carlsen , 334 Seiten. ISBN nicht vorhanden.

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In Kürze:

Die achte Geschichte. Neunzehn Jahre später. Das Skript zum Theaterstück! Harry Potter und das verwunschene Kind, basierend auf einer neuen Geschichte von J.K. Rowling, John Tiffany und Jack Thorne, ist ein neues Theaterstück von Jack Thorne. Es erzählt die achte Geschichte in der Harry-Potter-Serie und ist gleichzeitig die erste offizielle Harry-Potter-Geschichte, die auf der Bühne präsentiert wird. Das Stück feiert am 30. Juli 2016 im Londoner West End Premiere. Es war nie leicht, Harry Potter zu sein  und jetzt, als überarbeiteter Angestellter des Zaubereiministeriums, Ehemann und Vater von drei Schulkindern, ist sein Leben nicht gerade einfacher geworden. Während Harrys Vergangenheit ihn immer wieder einholt, kämpft sein Sohn Albus mit dem gewaltigen Vermächtnis seiner Familie, mit dem er nichts zu tun haben will. Als Vergangenheit und Gegenwart auf unheilvolle Weise miteinander verschmelzen, gelangen Harry und Albus zu einer bitteren Erkenntnis: Das Dunkle kommt oft von dort, wo man es am wenigsten erwartet. Das Special Rehearsal Edition Script wird bis zum Erscheinen der erweiterten Ausgabe 2017 erhältlich sein.

Jugendbuch-Rezension von Carsten Kuhr: »Harry Potters Sohn will sich behaupten und hat eine geniale, aber dumme Idee«

Einst, als Junge war er legendär – Harry Potter, der Einzige, der je dem, der nicht genannt werden kann getrotzt hat. Er kam, trotz widrigster Umstände nach Hogwarts, fand Freunde und seine Bestimmung. Im letzten Kampf gegen Voldemort retteten er und seine Verbündeten die magische Welt vor der Diktatur des Ungenannten.

Mittlerweile ist er ein treu sorgender Familienvater und sendet bereits sein drittes Kind, seinen etwas schwierigen Sohn Albus nach Hogwarts. Doch der Junge hat Probleme. Probleme mit seinem übergroßen Vater, mit den Erwartungen, die an ihn, als dem Sohn des großen Harry Potter gestellt werden, mit seinen Geschwistern wie auch der Tochter von Hermine aber am meisten mit seinem Vater.

Als der Zauberhut ihn dann auch noch nach Slytherin schickt, scheint das Desaster perfekt. Er freundet sich ausgerechnet mit einem gewissen Scorpius Malfoy an, und dann haben sie eine ganz, ganz dumme Idee: Mit einem naturgemäß höchst illegalen Zeitumkehrer wollen sie den vor 19 Jahren getöteten Cedric zurückholen – und schon beginnt Harrys Narbe wieder zu schmerzen &

Das Comeback des Potter-Universums in einer ungewöhnlichen und so leicht verdaulichen Version

Habt Ihr in der Schule auch die Schauspiele in den kleinen, gelben Reclam Heftchen lesen dürfen – oder dürft es noch? Nathan, der Weise oder die Werke Goethes und Shakespeares stehen da auf dem Lehrplan. Das ist nicht sehr interessant angesichts der Aufzüge, Akte, der wörtlichen Reden und langwierigen Dialoge!

Nun, im Prinzip wartet mit dem neuen Harry Potter nichts anderes auf den Leser. Nur, dass der Inhalt wesentlich interessanter daher kommt – vor allem für alle Potter-Fans, die sich über eine langersehnte Fortsetzung freuen.

Interessant bei dieser etwas anderen Fortsetzung ist, dass der Perspektivwechsel dem Plot durchaus gut tut. Mit Albus, dem jüngsten Sohn des großen Harry Potter, haben wir einen Protagonisten, den wir verstehen, dem wir folgen können – auch und gerade weil er nur zu leicht vom geraden Weg abkommt. Wie so viele Altersgefährten rebelliert er gegen sein Elternhaus, gegen die Gängelung, das scheinbar fest-zementierte Schicksal, das ihm bevor steht.

Einmal an das ungewöhnliche Format des neuen Romans gewöhnt, gelingt es ganz mühelos, sich in seine Welt hineinzuversetzen und nachzuvollziehen, wie und warum es so in ihm aussieht. Dabei ist sein Schicksal schon fast ein Klassiker: Albus findet einfach keinen Zugang zu seinem gestressten Vater – aller gegenseitigen Liebe zum Trotz. Hinzu kommt, dass er sich trotz seiner Geschwister auf verlorenem Posten fühlt, allein gelassen im übergroßen Schatten seines Vaters. Er fühlt sich als Versager, weil er selbst, außer seinem Namen, nichts vorzuweisen hat.

So ist es keine Überraschung, dass er verzweifelt einen Weg sucht, sich und seine Fähigkeiten unter Beweis zu stellen, um mit seinem Vater mitzuhalten. Das hat zur Folge, dass er die Gelegenheit beim Schopf packt und etwas streng Verbotenes tut; von dem er aber glaubt, er würde damit etwas Gutes erreichen. Wären nur die Folgen nicht so fatal. Ebenso wie die Wahl seiner Freunde – ausgerechnet Malfoys Sohn – also wirklich. Einmal auf dem Pfad seiner neu gewonnenen Eigenständigkeit, rebelliert er natürlich gegen alle gut gemeinten elterlichen Versuche, ihn auf den rechten Weg zurück zu bringen.

Dabei beweist Albus gerade durch seine Sturheit einen starken, mutigen Charakter. Wäre es doch viel einfacher für ihn, sein vermeintlich geplantes Schicksal zu akzeptieren und sich stromlinienförmig und die Zauberer-Riege einzureihen. Aber Albus möchte ein eigenes Leben und er möchte seine eigenen Fehler machen – offensichtlich. Da hat er sie. Denn die Folgen der umgewandelten Vergangenheit sind nicht so einfach umzukehren, wie die logischen Brüche und Paradoxien entstehen zu lassen.

Jugendliche Leser können sie sich in Albus Dilemma, das nun einmal zum Erwachsenwerden gehört, unschwer wiederfinden. Und sie können sich angesichts der Erwartungen, die ihnen tagtäglich zu Hause vom Elternhaus begegnen, nur zu gut in ihn hineinversetzen.

Fazit

Das Schauspiel, das zurzeit in London aufgeführt wird, ist ein Riesenerfolg und tagtäglich ausverkauft. zu Recht, denn Rowling hat – mit ein wenig Unterstützung von zwei Co- Autoren – eine gelungene Fortsetzung ihrer berühmten Schöpfung erschaffen, ohne sich dabei selbst zu kopieren. Obwohl es kein atmosphärisch-vielschichtiger Roman ist, wie ihn sich viele erhofft haben, können Fans auch mit diesem Schauspiel wieder ganz in die Potter-Welt eintauchen.

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