Trollhunters von Guillermo del Toro & Daniel Kraus

Buchvorstellung und Rezension

Originalausgabe erschienen 2015 unter dem Titel Trollhunters, deutsche Ausgabe erstmals 2016 bei Heyne , 416 Seiten. ISBN 3-453-27049-5.

ab 12 Jahren

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In Kürze:

An Monster unter dem Bett glaubt der 15-jährige Jim schon lange nicht mehr. Er hat ganz andere Probleme und Träume, wie z. B. seinen Loserstatus an der Schule zu verlieren, in Mrs.Pinktons Matheunterricht möglichst nicht an die Tafel gerufen zu werden und endlich, endlich, endlich die Aufmerksamkeit von Claire Fontaine, dem schönsten und coolsten Mädchen der Schule, zu erregen. Das ändert sich jedoch, als eines Abends eine gewaltige, haarige Pranke mit Krallen, so lang wie ein Unterarm, unter Jims Bett hervorschießt und ihn an den Füßen packt. Vor lauter Schreck wird Jim ohnmächtig und wacht kurz darauf in einer feuchten, schimmeligen Höhle wieder auf er ist im Reich der Trolle gelandet …

Jugendbuch-Rezension von Carsten Kuhr: »Die Trolle sind los – Kinder verschwinden und zwei Loser sind gefordert, den Kampf aufzunehmen«

Alles begann vor mehr als dreißig Jahren: Mein Dad war damals selbst noch ein Steppke, der sich, zusammen mit seinem älteren Bruder, die Zeit vertrieb. Seit einigen Wochen verschwanden immer wieder Kinder in und um San Bernadino, so dass sie von ihren Eltern die strikte Anweisung hatten, auch ja bei Dunkelheit zu Hause zu sein. Anlässlich seines Geburtstags hatten sie die Zeit vergessen und waren auf ihren kunterbunten Bikes in einer Unterführung unterwegs, als etwas zuschlug. Mein Dad entkam, mein Onkel aber blieb, wie die vielen anderen Kinder vor ihm, verschwunden.

Seitdem ist mein Dad, nun nennen wir es, ein wenig merkwürdig. Er verrammelt jede Nacht unser kleines Häuschen wie eine Festung, und wenn ich nicht gleich nach der Schule heimkomme, dann ist so richtig die Hölle los. Was er in der Dämmerung von dem Angreifer gesehen hat, davon spricht er nicht.

So, jetzt komme ich ins Spiel. Mein Name ist Jim Sturges, aus der Sippe der Sturgeons, bin 15 Jahre alt und ein Versager. Mathe ist mir ein Graus, im Sport bin ich zusammen mit meinem besten und einzigen Freund Tub immer hinten dran, der örtliche Basketball-Star verprügelt uns regelmäßig und nimmt uns aus wie eine Weihnachtsgans. Wenn wir ihm nicht jeden Tag 5 $ geben, dann setzt es etwas – na ja, ihr kennt das sicher aus eigener Erfahrung.

Eines Nachts aber erhalte ich Besuch. Nein, nicht etwa die aus Schottland in meine Klasse gewechselte, hinreißend bezaubernde Claire, sondern eine haarige Pranke kommt unter meinem Bett hervorgeschossen und zerrt mich in die Unterwelt.

Aber Hallo, plötzlich stehe ich im Pyjama und panisch schreiend vor einer ganzen Phalanx von Trollen und einem Trolljäger. Hinter dem martialischen Äußeren, das er sich selbst gebastelt hat, versteckt sich niemand anderes, als mein verschollener Onkel.

Dass dieser seit seiner Entführung nicht gealtert ist, dass er mit seinen Schwertern angibt ohne Ende wäre noch zu ertragen, wenn er nicht zwei intelligente, wenn auch nervende Trolle an seiner Seite hätte. Erklären mir die doch, dass ich mit meinem Verwandten als Trolljäger gegen ein wieder erwachendes Ungeheuer antreten darf – und, soll ich Euch was sagen? Unsere Chancen sind nicht so toll, besser gesagt, Ihr könnt schon mal den Trauergottesdienst bestellen …

Nicht ganz überzeugendes Romandebüt eines gefeierten Regisseurs

Guillermo Del Toro hat tolle Filme gedreht. Jetzt hat er seinen ersten Roman, ein Jugendbuch, vorgelegt und, wie kann es auch anders sein, es ist ein Horror-Roman geworden. Nun sagt man immer so schön, Schuster bleib´ bei deinen Leisten – doch mit Daniel Kraus hat sich der Regisseur fachkundige Unterstützung ins Boot geholt.

Das Ergebnis aber hinterlässt bei mir zwiespältige Gefühle. Zwar machen die beiden Autoren zunächst so gut wie alles richtig. Sie setzen einen Loser als Identifikationsfigur ein, der an seiner Aufgabe wächst, mit dem der Leser triumphieren kann und der sich im Verlauf der Handlung immer weiterentwickelt. Dazu kommen die Trolle als große Gefahr, die verschwundenen Kinder, die gesucht und gerettet werden müssen und im Finale die große Schlacht.

Doch irgendwie wirkt das Ganze ein wenig, nun, nennen wir es bekannt. Ähnliches haben wir in den letzten Jahren oft, öfter, ja häufig und zumeist überzeugender gelesen.

Was mir gefehlt hat, war die glaubhafte Darstellung der Gefühlswelt unseres Jim. Nicht nur, dass sein Vater sie Nacht für Nacht hermetisch im Haus einschließt müsste seine traumatischen Spuren hinterlassen haben, auch die Entführung in die Welt der Trolle, die Kämpfe, sollten ihn eigentlich schocken. Davon aber ist wenig zu spüren. Jim und sein Freund stürzen sich ins Abenteuer, ohne wirklich zu reflektieren oder zu hinterfragen. Das wirkt oberflächlich, nur auf den Effekt ausgerichtet und damit nicht immer ganz glaubwürdig.

Fazit

Es wartet ein munteres Abenteuer Marke: »Zwei Loser gegen die übermächtigen Trolle« auf den Leser, das rasant und actionreich abläuft, aber von der Charakterzeichnung her zu oberflächlich angelegt ist, um wirklich überzeugen zu können.

Eure Meinung zu »Guillermo del Toro & Daniel Kraus: Trollhunters«

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