Auferstehung - Skulduggery Pleasant Band 10 von Derek Landy

Buchvorstellung und Rezension

Originalausgabe erschienen 2017 unter dem Titel Resurrection, deutsche Ausgabe erstmals 2017 bei Loewe , 480 Seiten. ISBN nicht vorhanden.

ab 14 Jahren

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Jugendbuch-Rezension von Carsten Kuhr: Skulduggery Pleasant und Walküre Unruh sind zurück, ihre Aufgabe, den Weltuntergang aufzuhalten – schon wieder!

Fünf Jahre ist es jetzt her, dass Walküre Unruh, besser gesagt ihr alter ego Darquise ganz Roarhaven dem Erdboden gleich gemacht und dabei tausende von unschuldigen Magiern getötet hat. Seitdem hat sich Walküre zunächst in den USA, später, in dem abgelegenen, von ihrem Onkel geerbten Haus zurückgezogen, getrauert und ist in Depressionen versunken.

Währenddessen ging das Leben in und um das Sanktiarium weiter. China ist die neue Anführerin, es wurde eine Kirche für die Gläubigen der Gesichtslosen errichtet, die Stadt selbst wieder aufgebaut. Dass ein Teil ihrer selbst, der böse Anteil sich in ihrem Spiegelbild manifestierte und den Weltuntergang inszenierte, hätte Walküre vielleicht noch ertragen. Dass sie aber ihre eigene Schwester ermorden musste, um Darquise aufzuhalten, das hat sie bis heute nicht verkraftet. Als Skulduggery ihre Hilfe anfordert, reagiert sie zögerlich bis ablehnend. Eine Gruppe finsterer Gesellen – ist es nicht immer eine Gruppe perverser Mörder – die sich das Gegensanktiarium nennen, versucht mit aller Macht einen Krieg der Menschen gegen die Zauberer loszutreten. Dieses Mal aber haben die Aggressoren ganz gute Karten – haben sie doch das sicherste magische Gefängnis der Welt gekapert und wollen die Ex von Skulduggery von den Toten wieder auferstehen lassen. Nachdem sie Skulduggery ausgeschaltet haben, steht Walküre erst einmal einsam und verlassen im Wald – doch sie findet neue, junge Mitstreiter – Omen, der Bruder eines verheißenen Weltenretters und Helden sowie dessen Freundin, eine ihr Geschlecht ständig wechselnde Teleporterin. Doch wird dies gegen die übermächtig scheinende Gegner reichen?

Uninspirierter, lauer Aufguss

Immer dann, wenn ein Autor seine Buchreihe abgeschlossen hat, dann aber, dem Drängen von Verlagen und Fans nachgibt und an alte Stellen zurückkehrt, ist die Fortsetzung, nun nennen wir sie einmal, diffizil.

Zunächst gilt es, dem abgeschlossenen Handlungsbogen etwas Neues, Interessantes, ja Dramatisches hinzuzufügen, das zudem auch in Verbindung zur bisherigen Handlung Sinn macht. Dann müssen alte Zöpfe abgeschnitten, neue Figuren platziert und eine glaubwürdige Motivation zum Weitermachen der Protagonisten gefunden werden.

Die Aufregung und Begeisterung in den sozialen Medien und bei Fans überall auf der Welt war groß, als bekannt wurde, dass Derek Landy seine Saga um den Skelett-Detektiv fortsetzen würde.

Nun liegt die Lektüre des mittlerweile 10. Romans um Walküre und Skulduggery hinter mir – und ich bin, ich sage es nun ganz deutlich, leider nicht wirklich begeistert.

Im Gegensatz zu dem, was uns der Waschzettel verspricht, nämlich neuen, unverbrauchten Protagonisten, konzentriert »Dandy« sich in der ersten Hälfte des Buches auf Altbewährtes.

Das Duo Walküre und Skulduggery steht im Zentrum, darum herum baut der Autor eine letztlich bekannte Geschichte. Einmal mehr bedrohen dunkle, finstere und mitleidlose Schurken die Welt und es ist an unseren Helden, die Bedrohung aufzuhalten. En Passant erfährt der Leser, dass zwei weitere Sympathieträger verblichen sind, die depressive, sich ihrer Aufgabe verweigernde Walküre ist nun auch nicht wirklich Heldenmaterial, dem wir gerne in den Plot folgen. Einzig Skulduggery agiert, so lakonisch und versiert wie wir ihn kennen, bis – Stop, kein Spoiler, sonst fiele auch die letzte Begründung, das Buch doch zu lesen auch noch weg.

Es fehlt einfach die Lockerheit, der unterschwellige Humor, das scheinbar mühelose Tempo das trotz der verschachtelten Handlung die vorhergehenden Bände ausgezeichnet hat. Alles wirkt verkrampft, gekünstelt und kompliziert.

Dabei versteht es der Autor durchaus noch, interessante Figuren zu zeichnen. Owen etwa ist hier ein gutes Beispiel, doch dieser ist zu lange Zeit nur Nebenfigur, als dass er beherrschend in die Handlung eingreifen würde. So verfestigt sich bei mir der Eindruck, dass Derek Landy ohne Verve, ohne Lust und ohne echte Ideen an die Fortsetzung gegangen ist, dass er einmal mehr die altbekannte Handlung aufgegossen hat, ohne dabei aber wirklich neue, interessante Akzente setzen zu können. Die Handlung plätschert mehr uninspiriert vor sich hin als dass sie den Leser mitreißen würde, ein willkommenes Wiedersehen sieht anders aus.

Fazit:

Die Rückkehr der Kultserie um den Skelett-Detektiv und seine Partnerin erweist sich letztlich mangels neuer Ideen und einer eher lauen Umsetzung als Enttäuschung.

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