Zwischen dir und mir die Sterne von Darcy Woods

Buchvorstellung und Rezension

Originalausgabe erschienen 2016 deutsche Ausgabe erstmals 2017 bei Fischer , 384 Seiten. ISBN nicht vorhanden.

ab 14 Jahren

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Jugendbuch-Rezension von Melanie Reichert: »Steht die wahre Liebe in den Sternen?«

Die 17jährige Wilamena schlägt sich mit ihrer Großmutter, die einen erfolgreichen Backshop führt, allein durch das Leben, nachdem ihre Mutter gestorben ist. Das geschah, als Will sechs Jahre alt war. Sie hat sich damit arrangiert und liebt ihre Großmutter über alles. Die ist aber wenig davon begeistert, dass sich ihre Enkelin von der Besessenheit ihrer Mutter hat anstecken lassen, dass jede Entscheidung nach der Konstellation der Sterne ausgerichtet wird. Da ist es wenig hilfreich, dass sich in den nächsten 22 Tagen das Zeitfenster schließt, um die wahre Liebe zu finden. Zumindest für die nächsten zehn Jahre.

Auf der Suche nach ihrem Traumprinzen stößt sie dabei gleich auf zwei Anwärter, die sie verzaubern. Der privilegierte Seth legt ihr alles zu Füßen, was sie sich nur wünschen kann, während der verwegene Grant sie zum Schmelzen bringt. Aber wen von beiden haben die Sterne für sie auserkoren? Und ist immer alles so, wie es scheint oder treibt gar jemand ein falsches Spiel mit ihr?
»Zwischen dir und mir die Sterne« ist ein emotionaler Jugendroman, der mich aber leider nicht vollkommen überzeugen konnte, was vor allem daran liegt, dass die Botschaft – eher auf eine Sternenkonstellation zu hören als auf sein Herz nicht so positiv bei mir wegkommt. Abgesehen von manchen Längen, waren die Charaktere aber sehr gut ausgearbeitet und auch das Setting konnte punkten.

Das Buch ist in klassisch-nummerische Kapitel unterteilt, die noch dazu passend zum Thema optisch mit Sternen gestaltet sind. Wir bekommen diese gefühlvolle Geschichte aus Sicht der Protagonistin Will nähergebracht, die einige Dinge lieber mit sich und ihrem Gewissen ausmacht, weswegen die Ich-Perspektive eine gute Wahl war, weil der Leser so trotzdem mitbekommt, was in ihrem Kopf vor sich geht.

Da sie darüber hinaus auch nicht alles aus ihrer Vergangenheit aufgearbeitet hat, ist der Schreibstil zusätzlich noch sehr gefühlsbetont gehalten. Trotzdem bekommen die Charaktere eine eigene Sprachfarbe, sodass sie besonders authentisch rüberkommen. Der Schreibstil der Autorin ist generell einfach und der Jugendsprache entsprechend gehalten, deshalb konnte ich das Buch quasi in einem Rutsch durchlesen.

Wie schon beschrieben, ist Will ein Mädchen, das sehr viel auf ihre Gefühle gibt und deshalb so sehr in dem Versprechen an ihre Mutter gefangen ist, das für sie gemachte Horoskop zu befolgen. Ich bin hin- und hergerissen, ob ich sie dafür mag, dass sie sich an das Andenken an ihre Mutter klammert, oder ob ich sie insgesamt unstimmig bzw. nicht ganz authentisch finde, weil sie nicht ihrem Weg folgt. Will ist eigentlich ein starker Charakter, der sich nur selten etwas vorschreiben lässt.

Die Nebencharaktere haben mir wirklich gut gefallen, weil man hier gemerkt hat, dass sich die Autorin große Mühe gab, um sie in sich schlüssig zu gestalten. Sie haben das Gesamtbild des Romans abgerundet und sogar noch aufgewertet, denn egal, ob es sich um die beste Freundin Ira gehandelt hat (diese Frau hat russisches Feuer im Hintern) oder den toughen Schlagzeuger Manny, der sowieso der Liebling der Herzen sein wird: Sie haben mich von Anfang an überzeugen können und ein großes Lob verdient.

Bei der Spannung muss ich leider ein paar Kritikpunkte anbringen. Gerade im ersten Drittel finde unglaublich viele Dialoge zwischen Will und Ira statt, die ich unter der Kategorie »Beste-Freundinnen-Gespräche« ablegen würde. Zwar sind sie unterhaltsam, ziehen sich aber irgendwann. Noch dazu weiß man spätestens ab Seite 60, auf was die Geschichte hinausläuft und wie sie enden wird. Das ist schade, denn ein paar Wendungen hätten durchaus nicht geschadet.

Um den größeren Kritikpunkt noch einmal aufzugreifen: Ich finde die Message, die diese Geschichte im Verlauf zu tragen hat, nicht besonders positiv. Gerade in unserer heutigen Gesellschaft, wo es so viel Oberflächlichkeit gibt, sollte man sich seinen Partner nicht anhand seines Sternzeichens aussuchen müssen. Das erweckt den Eindruck, als wäre es vollkommen egal, welche inneren Werte diese Person vorzuweisen hat und vor allem, dass ein Mensch vor allem eins ist: ein Mensch.

Ich würde mich der Altersempfehlung des Verlags – ab 14 Jahren – anschließen, weil wir es mit einer unschuldigen Liebesgeschichte ohne Sex zu tun haben und auch keine deutliche Gewalt dargestellt wird. Um die Zusammenhänge zur Astronomie herstellen zu können, sollte man schon ein gewisses Alter mitbringen.

Fazit

Eine eigentlich sehr emotionale Geschichte, die vor allem den Zusammenhalt innerhalb der Familie darstellt. Gut ausgearbeitete Charaktere stehen im Kontrast zu einer nicht ganz perfekt dargestellten Protagonistin. Insgesamt ein unterhaltsames Buch, das aber nicht allzu lange in meinem Gedächtnis bleiben wird.

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