Snow von Danielle Paige

Buchvorstellung und Rezension

Originalausgabe erschienen 2017 unter dem Titel Snow, deutsche Ausgabe erstmals 2017 bei Thienemann , 400 Seiten. ISBN nicht vorhanden.

ab 14 Jahren

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In Kürze:

Die junge Snow ist schon seit Ewigkeiten in einer psychotherapeutischen Klinik weggesperrt, weil ein Vorfall in ihrer Kindheit dazu geführt hat, dass sie als gefährlich und labil eingestuft wurde. Selbst ihre Mutter hält es für das Beste, sie dort sicher zu verwahren. Wenn sie dort nicht ihren besten Freund und Geliebten Bale gefunden hätte, wäre ihr Leben wirklich trostlos. Gefangen zwischen Medikamenten, Wutausbrüchen und dem Weggesperrtsein in ihrem Zimmer vergehen die Jahre …

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Doch dann ändert sich plötzlich alles, als mitten in der Nacht ein Fremder in ihrem Zimmer auftaucht und ihr erklärt, dass sie eigentlich eine Prinzessin aus dem Land Algid ist. Dort herrscht seit Ewigkeiten der böse König Lazar, dessen Tochter sie ist. Denn Snow ist keine Geringere als die Schneeprinzessin und schon zu ihrer Geburt wurde eine Prophezeiung ausgesprochen, die ihren Weg klar vorgibt: Sie muss ihren Vater stürzen und das Land in den Frieden führen. Doch wie soll sie ihre magischen Fähigkeiten unter Kontrolle bekommen? Dann wird auch noch Bale entführt und für Snow steht eins fest: Sie muss ihre Liebe retten!

»Snow« hat mich aufgrund des Covers wirklich angesprochen. Ich habe mir ein romantisches Märchen erhofft, aber meine Hoffnungen wurden leider nur teilweise erfüllt. Mich lässt die Story unbefriedigt zurück, was ich wirklich schade finde, denn die Thematik und gerade die Protagonistin hatte eigentlich viel Potential, was die Autorin meiner Meinung nach nur sehr oberflächlich ausgeschöpft hat.
Die Ausstattung des Buchs hat mich teilweise geblendet. Das muss ich zugeben. Denn das Cover lässt auf eine romantische Story schließen, was aber in Wirklichkeit nicht der Fall ist. Eher wird einem düster und brutal die Wahrheit um die Ohren gehauen, denn Algid ist kein verträumtes Märchenreich, sondern ein Ort, der in Schnee und Eis versinkt und dem immer der Tod anhaftet. Da ist auch die Aufmachung im Buch (schöne Eiskristalle über jedem Kapitel in verschiedenen Ausführungen) zwar thematisch korrekt, aber doch irreführend.

Die Story wird uns direkt aus Sicht der Protagonistin Snow erzählt, was auch wirklich wichtig ist, denn sie kommt teilweise wirklich wie ein Eisklotz rüber. Ich weiß nicht, warum ich mich mit ihr so schwer getan habe, aber ich hatte immer wieder das Gefühl, dass sie unnahbar ist und so richtig warm geworden bin ich mit Snow erst auf den letzten 50 Seiten. Das hat auch oft dazu geführt, dass ich das Buch immer wieder aus der Hand gelegt habe, weil ich einfach nicht mit ihr mitfiebern konnte. Ich konnte ihre Beweggründe oftmals nicht nachvollziehen oder fand sie nicht logisch dargelegt. Der Funke hat hier definitiv gefehlt.

Die Nebencharaktere werden generell zahlenmäßig niedrig gehalten, was ich gut finde, da man sich so auf das Wesentliche konzentrieren kann. Die wenigen Persönlichkeiten, die herausgehoben werden, werden dann auch etwas näher beleuchtet und hier schafft es die Autorin, was sie bei Snow nicht geschafft hat: Sie wirken menschlich und echt. Sie haben alle einen Antrieb und man kann ihnen zum größten Teil ihre Handlungen und Motivationen abnehmen. Gerade die männlichen Nebencharaktere sind wirklich gelungen.

Auch die Spannungskurve kam für mich erst ca. 80 Seiten vor Schluss richtig in Gang. Hier hat die Autorin wirklich einige Plottwists ausgepackt, die ich richtig interessant fand und die der ganzen Story noch mal einen enormen Aufwind gegeben haben. Leider ist sie dann aber auch schon zu Ende und wir müssen uns auf den nächsten Band gedulden, denn so viele Dinge, die sie hier auf den letzten Seiten anstößt, so wenige offene Fragen werden beantwortet. Heißt: Offenes Ende und Cliffhanger vom Feinsten. Soweit ich das gesehen habe, ist leider noch nicht mal in Amerika der zweite Band auf dem Markt, weswegen wir uns wohl noch eine ganze Weile gedulden müssen.

Gerade Algid als magisches Land aus Eis und Schnee hatte wirklich wahnsinnig viel Potential. Am Anfang hat die Autorin auch noch super beschrieben und ich konnte mir diese Welt grob vorstellen. Als dann aber immer mehr magische Elemente hinzukamen, hat sie den Leser irgendwie zurückgelassen und ich musste mir selbst etwas ausdenken. Die Beschreibungen wurden zum Ende hin immer mauer, obwohl wir noch an neue Orte kommen und ich sie gerne entdeckt hätte.

Insgesamt haben wir ein fantasylastiges Buch vorliegen, denn es geht um Magie und Zauber, eine mysteriöse Prophezeiung und das Schicksal, dem keiner ein Schnippchen schlagen kann. Zu Anfang denkt man auch, dass es um eine große Liebesgeschichte geht, aber irgendwie kann ich Snow nicht abnehmen, dass sie alles, was sie tut, für Bale tut; denn es gibt im Verlauf noch zwei weitere Herren, die dann jeweils gerade in den Fokus rücken und sie begeistern können. So wird »die große Liebe« zu Bale irgendwie lachhaft.

Ich würde mich der Altersempfehlung des Verlags anschließen, allerdings soll gesagt sein, dass Gewalt manchmal deutlich dargestellt wird. Hier wird ein Alter von 13-16 Jahre empfohlen, ich würde sagen an der oberen Grenze ist das Verständnis für die ganze Thematik besser zu erfassen. Gerade was die psychologischen Aspekte angeht.

Fazit:

Großer Hype, der leider absolut nicht gehalten werden kann, weil viele Dinge nicht richtig ausgeführt werden. Besonders die Protagonistin ist sehr gefühlskalt und somit teilweise unglaubwürdig. Vielleicht wird das Potential im zweiten Band ausgeschöpft. Ich wünsche es mir.

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