Der Rithamist von Brandon Sanderson

Buchvorstellung und Rezension

Originalausgabe erschienen 2013 unter dem Titel The Rithmatist, deutsche Ausgabe erstmals 2015 bei Heyne , 432 Seiten. ISBN nicht vorhanden.

ab 12 Jahren

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In Kürze:

Abenteuer, Magie und unheimliche Kreidemonster

Wie wird man Magier, wenn man nicht zaubern kann? Mit diesem Problem kämpft Joel tagtäglich, denn nichts wünscht er sich sehnlicher, als ein Rithmatist, ein berühmter Kreidemagier, zu werden. Doch so sehr er sich auch bemüht, seine Kreidefiguren bleiben leblos – bis zu dem Tag, an dem plötzlich das Schicksal aller Rithmatisten auf Joels Schultern ruht. Einem Tag, an dem eine lange verborgene Gabe in ihm erwacht …

Jugendbuch-Rezension von Carsten Kuhr: »Die Gabe, mit Kreidestrichen Grenzen zu zeichnen«

Seitdem man vor mehr als einhundert Jahren die menschenleeren Vereinigten Inseln von Amerika entdeckt und besiedelt hat, währt der Kampf der Rithmatiker gegen die Kreidlinge, unheimliche flache Lebewesen, die Menschen angreifen, auffressen und töten. In speziellen Lehranstalten werden die neuen Kreidemagier ausgebildet, bevor sie zum Turm in Nebrask entsandt werden, um ihre 10-jährige Dienstzeit im Kampf gegen die Kreidlinge anzutreten. Doch nur wer während der Weihe ausgewählt wird, hat die Gabe mit Kreidestrichen Grenzen und Angriffswellen zu zeichnen, um dem Ansturm entgegen zu treten.

Joel gehört nicht zu den Auserwählten

Er, der nichts lieber tut, als sich mit der Rithmatik zu beschäftigen, der lernt und dem die Fähigkeit, fast perfekte Kreise zu zeichnen angeboren ist, ausgerechnet ihm wurde die Gabe verweigert. Trotzdem nutzt er jede Gelegenheit, sich in die Vorlesungen zu schleichen um unerlaubt Wissen aufzuschnappen. Das geht so lange gut, bis ein neuer Professor, direkt aus Nebrask kommend, Professor Fitch herausfordert, und ihm im Duell die Professur abnimmt. Und der neue Dekan duldet keinerlei unberechtigte Mitlauscher in seinen Vorlesungen. Vorbei ist es mit den ergaunerten Lehrstunden, es droht die Tristesse von Mathematik und Geschichte.

So einfach aber will Joel sich nicht geschlagen geben. In den Sommerferien gelingt es ihm eine Assistentenstelle bei Professor Fitch zu ergattern – ein Traum wird wahr, doch dann muss er feststellen, dass die wohl nervigste und untalentierteste Studentin auch beim Professor abgeladen wurde – für Melody stehen Nachhilfestunden an.

Als dann aber Studenten verschwinden und Menschen ermordet werden, macht sich das so ungleiche Trio daran, den Verbrechen auf den Grund zu gehen – ein geschasster Professor, ein As in der Theorie, ein Versager in der Praxis, dazu eine untalentierte Studentin und ein versierter Junge ohne die besonderen Kräfte stehen dem ultimativen Bösen gegenüber – das hört sich nicht wirklich gut an …

Ein All-Age Roman mit unbestreitbaren Stärken

Brandon Sanderson gilt zu Recht als einer der großen Fantasy-Autoren unserer Zeit. Mit seinen Zyklen – die »Nebel Saga« sowie die »Sturmlicht-Chroniken« – hat er sich in die Herzen der Leser geschrieben, geadelt wurde er, als er nach dem viel zu frühen Tod Jordans dessen »Wheels of If« Reihe (dt. Das Rad der Zeit) fertigschreiben durfte.

Vorliegend legt er uns einen packenden, aber nicht wirklich abgeschlossenen Roman vor. Es ist eigentlich eher ein All-Age Buch als ein Jugendbuch geworden, auch wenn zwei junge Menschen im Zentrum des Geschehens stehen. Mit Joel – dem talentierten aber unbegabten – und Melody – der untalentierten aber mit der Gabe bedachten Rithmatistin – bietet er uns ideale Erzähler, in deren Haut wir bei der Verfolgung der abenteuerlichen und dramatischen Geschehnisse schlüpfen können.

Seine unbestrittenen Stärken hat der Roman, neben den eingängigen, überzeugend dargestellten Figuren in der bestechenden Idee der Rithmatisten per se. Das ist eine Magie, wie ich zumindest sie bislang nicht kannte: Zweidimensionale Wesen, die Krieg gegen die Menschheit führen. Dazu eine Welt, die ein Aztekenreich in Südamerika beherbergt; in der Europa bedrängt, vielleicht gar untergegangen ist; in der China eine legendäre, die Region beherrschende Supermacht darstellt und in der in Nebrask der Kampf gegen die unheimlichen Wesen geführt wird, das ist von seltener Selbstständigkeit.

Gebannt verfolgen wir die Entwicklungen, die Ermittlungen der Verbrechen und die Suche nach dem Verantwortlichen. Dass die Handlung dann abbricht, als dieser enttarnt ist, verweist auf einen noch nicht angekündigten zweiten Band.

Fazit

Insgesamt zeigt auch dieser Roman, dass Sanderson einer der eigenwilligsten und eigenständigsten Erzähler des Genres ist, der ebenso mitreißend wie einfühlsam zu erzählen weiß.

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