Das ist kein Spiel von Barry Jonsberg

Buchvorstellung und Rezension

Originalausgabe erschienen 2016 unter dem Titel Game Theory, deutsche Ausgabe erstmals 2017 bei cbj / cbt , 320 Seiten. ISBN 3-570-16454-3.

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In Kürze:

Mit seinen 16 Jahren gilt Jamie schon beinahe als Mathe-Genie. Dabei hat es ihm die Spieltheorie besonders angetan. So gibt er seiner älteren Schwester Summerlee einen Tipp, woraufhin sie tatsächlich mehrere Millionen im Lotto gewinnt. Sie sagt sich schließlich von der Familie los, ohne zu ahnen, dass damit erst alles beginnt. Kurz darauf wird ihre jüngere Schwester Phoebe entführt und der Täter entscheidet, dass Jamie allein gegen ihn antreten soll.

Jugendbuch-Rezension von Valentina Mizera: Das Spiel um Leben und Tod beginnt

Jamie liebt Mathematik. Wenn es um Zahlen geht, kann er Probleme auf höheren Ebenen lösen, die seine Klassenkameraden nicht einmal ansatzweise verstehen. Bei seiner Familie ist es jedoch ganz anders herum, zumeist betrachtet und analysiert er sie mehr von außen, statt sie wirklich zu verstehen. Daher verletzt es ihn nicht, dass seine Schwester Summerlee mehrere Millionen im Lotto gewinnt und mit der Familie bricht, wohl aber, dass sie nicht eingestehen will, die Zahlen von ihm bekommen zu haben. Dann wird seine kleine Schwester Phoebe unter seiner Aufsicht entführt und der Entführer will ausschließlich mit ihm kommunizieren. Die Forderung ist klar, er will zwei Millionen Lösegeld, doch Jamie erkennt, dass er auch mit ihm spielen will. Mit seiner Kenntnis in der Spieltheorie ist er bereit die Herausforderung anzunehmen, selbst wenn es gefährlich werden sollte.

Die Schuld im Nacken

Wie weit würdest du gehen, um einen geliebten Menschen zu retten? Barry Jonsberg greift diese Frage sehr gut auf und verarbeitet sie in diesem Jugendthriller. Jamie quälen Schuldgefühle, denn es war seine Aufgabe auf Phoebe zu achten. Immer wieder führt er sich vor Augen, was geschehen war, was er übersehen haben könnte, und versucht Dinge zu finden, die die Polizei nicht bemerkt hat. Obwohl er selbst nur ein Teenager ist, glaubt er, dass er mit seiner logischen Denkweise mehr leisten könnte. Egal was zu ihm gesagt wird, er möchte die Kontrolle übernehmen, denn nur so – so glaubt er – kann die eigene Schuld abwerfen. Bereit über seine Grenzen hinauszugehen, scheut er noch nicht einmal davor zurück, eine Waffe zu besorgen.

Barry Jonsberg gestattet dem Leser einen sehr genauen Einblick in die verworrenen und gleichzeitig analytischen und logischen Gedanken von Jamie. Vor diesem Hintergrund wird das Verständnis für die Handlungen des Teenagers aufgebaut. Dadurch muss sich aber auch der Leser gleichzeitig fragen, wie er wohl mit der Situation umgehen würde. Dass sich Jamie durch seine Handlungen selbst in Gefahr bringen könnte, übersieht er. Zu sehr von seiner Überlegenheit überzeugt, bemerkt er nicht die Schlinge, die sich um ihn zieht. So nachvollziehbar seine Gedanken und Handlungen scheinen, so falsch sind sie am Ende.

Es dauert etwas, bis der Thriller richtig Fahrt aufnimmt, was der Spannung allerdings keinen Abbruch tut. So wird im ersten Drittel die Familie Delaware vor dem Lottogewinn vorgestellt. Jamies Schilderungen und Beschreibungen sind zwar nicht hoch emotional, zeigen aber sehr gut die verfahrene Situation auf. Etwas nervig hingegen waren all seine Gedanken darüber, dass er es allein schaffen muss die Entführung aufzulösen. Das Rätsel um den Entführer wird sehr gut aufgestellt, doch auch hier hätte an manchen Nebenhandlungen gespart werden können, sind sie doch eher unlogisch als hilfreich für das Ganze.

Fazit:

Auch wenn der Thriller etwas braucht, überzeugt er doch mit einer in sich spannenden und mitreißenden Handlung. Durch eigenwillige Charaktere wird ein heikles Thema vermittelt, bei dem die Rollen klar verteilt scheinen. Trotz all der »gebotenen« Hektik gelingt er dem Autor eine gewisse Langsamkeit zu erzeugen, die gerade dadurch für den nötigen Nervenkitzel sorgt. Durchaus eine Empfehlung.

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