Amani - Rebellin des Sandes von Alwyn Hamilton

Buchvorstellung und Rezension

Originalausgabe erschienen 2015 unter dem Titel Rebel of the Sands, deutsche Ausgabe erstmals 2016 bei cbj / cbt , 352 Seiten. ISBN 3-570-16436-5.

ab 14 Jahren

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In Kürze:

Die 16-jährige Scharfschützin Amani will nichts mehr, als Dustwalk, einem Kaff mitten in der Wüste, den Rücken zu kehren. Bei einem Schießwettbewerb, der Amani die Freiheit bringen soll, kreuzt Jin ihren Weg: ein faszinierender Fremder, der von den Schergen des Sultans verfolgt wird. Jin soll zu den Rebellen gehören, die den abtrünnigen Prinzen Ahmed unterstützen. Amani und Jin werden Reisegefährten wider Willen und kämpfen bald ums Überleben gegen magische Djinn, gegen die Soldaten des Sultans und eine mysteriöse, tödliche Waffe. Unversehens steckt Amani mitten in einer Rebellion, die das Schicksal ihres Landes entscheiden könnte und ihre Gefühle für Jin offenbart …

Jugendbuch-Rezension von Carsten Kuhr: »Fantasy aus dem Morgenland – ungewöhnliche aber wohlschmeckende Kost«

Deadshot ist ein kleines, fast vergessenes Kaff am Rand der großen Wüste. Hier, wo das Meer des Sandes in die kargen Hügel übergeht, wo Metalle gefunden und geschürft wurden und das Reich seine Gewehre und Pistolen fertigt, sind die Ersten Wesen, Djinns wie Ghoule fast vergessen. Und hier friste ich, Amani genannt, mein tristes, trostloses Dasein. Seit meine Mutter meinte, ihrem Mann drei Kugeln in den Bauch schießen und dann das Haus über seinem Kopf anzünden zu müssen, was ihr dann natürlich die Schlinge des Henkerseils einbrachte, lebe ich bei meinem Onkel und dessen Familie.

Ich will weg, nur weg von einer Zukunft, die nicht das geringste für mich bereithält. Dumm, dass ich nur eines wirklich gut kann – ich habe eine Gabe dafür, mit dem Schießeisen umzugehen. Bei einem Wettschießen, bei dem ich endlich das Geld für meine Flucht zu gewinnen hoffe, lerne ich einen jungen Mann auf der Flucht kennen. Nicht nur, dass er ähnlich blaue Augen wie ich habe, er weiß auch verteufelt gut mit dem Colt umzugehen.

Dass er zu den Rebellen des Thronprinzen gehört, dass er den Gallanischen Soldaten, die unser Sultanat faktisch besetzt haben und gnadenlos Jagd auf einen Jeden, der übersinnliche Fähigkeiten hat machen, nachstellt, erfahre ich erst später – doch dann ist es schon zu spät für mich. Ich schließe mich den Rebellen an, komme hinter das Geheimnis meines Vaters und ahne doch zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass ich beim Aufstand und der Rettung der Magie eine wichtige Rolle einzunehmen habe – wie geht der alte Fluch – mögest Du in interessanten Zeiten leben – und meine Zeit ist viel zu interessant und dramatisch für meinen Geschmack …

Eine mutige Protagonistin weiht uns in die Geheimnisse der Wüste ein

Im All-Age Verlag der Random House Gruppe erscheint ein Buch, das außergewöhnlich ist. Zwar gibt es ein paar wenige Fantasy-Romane und Epen, die im arabischen Milieu angesiedelt wurden – Kai Meyers Dschinn Trilogie oder auch Ahmeds Das Schwert der Dämmerung sind hier zu nennen – doch üblicherweise machen die allermeisten Autoren einen weiten Bogen um ein entsprechendes Setting.

Alwyn Hamilton jedoch bringt uns den Zauber des Sandmeeres näher. Und sie setzt eine junge, sehr sympathisch gezeichnete Frau ins Zentrum ihres Plots. Amani sieht sich Ressentiments und Ausgrenzung gegenüber. Sie soll, ob sie dies will oder nicht, verheiratet werden, notfalls nimmt sie ihr Onkel als dritte Frau in seinem Harem auf. Hier spricht die Autorin, gut in die dramatische Handlung integriert, die Probleme vieler Frauen, gerade auch in der nah-östlichen Welt an, für die Selbstbestimmung, Gleichberechtigung oder Entfaltung der eigenen Persönlichkeit angesichts überkommener Moral- und Lebensvorstellungen schwierig, wenn nicht undenkbar sind.

Im Verlauf der rasant aufgezogenen Handlung spricht die Autorin immer wieder entsprechende Problemfelder an, es geht um Fremdenfeindlichkeit ebenso wie die Ablehnung alles Unbekannten und den Drang nach Machterhalt der Herrschenden. Verpackt hat sie dies in den Zauber aus Tausendundeine Nacht. Zwar bleibt vieles hier offen, warten wir vergebens auf die Zauber der Sultanspaläste, dafür aber bekommen wir einen sehr intimen Einblick in die Sagengestalten der Region. Insbesondere die Djinns und ihre besonderen Kräfte werden weidlich genutzt. Dabei differenziert die Autorin wesentlich mehr, als dies uns Abendländern gemeinhin bekannt ist, zeichnet die Wesen nicht als tumbe »Drei-Wünsche-Erfüller«, sondern als Elementarwesen, die mit und durch die Kräfte der Natur bestimmt werden.

Fazit

Stilistisch angenehm zu lesen bietet uns die Autorin einen erfreulich unbekannten Einblick in die Sagenwelt des Morgenlands, garniert diese mit zeitlosen Problemen und Themen und unterhält rasant.

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